Was passiert mit dem Kindergarten, der im Aichacher Ortsteil Griesbeckerzell in der alten Schule angesiedelt ist? Im Bauausschuss des Aichacher Stadtrats stand die Entscheidung an, die Planung für einen Umbau und einen Erweiterungsbau in Auftrag zu geben. Der Ausschuss war sich in seiner letzten Sitzung in dieser Amtszeit aber einig, die Entscheidung dem künftigen Stadtrat zu überlassen – aus mehreren Gründen.
Fast war das Schicksal der alten Schule schon besiegelt: 2022 beschloss der Stadtrat sie abzureißen und dort einen neuen Kindergarten zu bauen. Seit 1974 beherbergt das Gebäude den Kindergarten. Es galt als stark sanierungsbedürftig und es wurde Platz für eine weitere Krippengruppe gebraucht. Die Suche nach einem alternativen Standort war ohne Erfolg geblieben. Nach Hinweisen von Bürgern stellte das Landesamt für Denkmalschutz die Alte Schule, die 1911/12 erbaut wurde, allerdings kurz darauf unter Denkmalschutz. Der Abriss war vom Tisch.
Denkmalschutz hält Sanierungsmaßnahmen für überschaubar
Wie Bauamtsleiterin Carola Küspert berichtete, haben Untersuchungen und ein Ortstermin mit der Denkmalpflege, der Kreisheimatpflege und dem Kreisbaumeister ergeben, dass derzeit nichts gegen eine weitere Nutzung als Kindergarten spricht. Die notwendigen Instandsetzungs- und Sanierungsmaßnahmen seien nach Ansicht der Denkmalschutzbehörde überschaubar. Ein Abbruch könne nach wie vor nicht in Aussicht gestellt werden, so Küspert.
Die Stadt muss nun entscheiden, wie sie weiter vorgeht. Konkret stand die Frage an, ob sie einen Planer damit beauftragt, ein Konzept für eine Sanierung und die Nutzung zu erstellen. Bauamtsleiterin Küspert gab dabei zu bedenken, ob angesichts der sinkenden Kinderzahlen auf eine Krippengruppe verzichtet werden sollte. Vorgesehen sind zwei Kindergarten- und zwei Krippengruppen.
Zeller Stadträte wollen Kindergarten vor Ort
Auch Kristina Kolb-Djoka (Grüne) stellte die Größe infrage: „Sind die Zahlen noch so, dass man bauen muss?“ Marc Sturm (FWG), der in Griesbeckerzell wohnt, betonte, die Zahlen würden schwanken. Die Entscheidung „kann man nicht von einer Momentaufnahme abhängig machen“. Für ihn stellte sich eher die Frage, ob ein Konzept für eine Kindertagesstätte in einem solchen Gebäude möglich sei. Wenn nicht, müsse man überlegen, wo die Kinder betreut werden könnten. Dass das wohnortnah sein muss, stand für ihn außer Frage.
Bettina Stief (FWG), ebenfalls aus Griesbeckerzell, regte an, über einen Kita-Standort im neuen Baugebiet am Schulweg nachzudenken. Die Entscheidung wurde schließlich auf Antrag von Kolb-Djoka mit 9:2 vertagt. Der neue Stadtrat, dessen Amtszeit im Mai beginnt, soll entscheiden.
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