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Chorgemeinschaft Wittelsbacher Land feiert Premiere in Inchenhofen

Aichach-Friedberg/Inchenhofen

Gelungene Premiere: Neuer Chor rockt unter dem Barockaltar

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    Die Chorgemeinschaft Wittelsbacher Land unter Dirigent Franz Seitz-Götz gab in Inchenhofen ihr erstes eigenes Konzert.
    Die Chorgemeinschaft Wittelsbacher Land unter Dirigent Franz Seitz-Götz gab in Inchenhofen ihr erstes eigenes Konzert. Foto: Nils Katzorke

    Die Chorgemeinschaft Wittelsbacher Land wurde erst 2025 gegründet und gab vielen Sängerinnen und Sängern eine neue Heimat in der Region. Nach einigen Mitwirkungen in Gottesdiensten gab die Formation nun in der St. Leonhards-Kirche in Inchenhofen ihr Konzertdebüt, gemeinsam mit Solisten, Instrumentalisten und dem Kirchenchor Hohenwart. Das Publikum war begeistert.

    Nahezu voll besetzt war die große Klosterkirche in Inchenhofen, als die Premiere des Chors anstand. Der Raum unter dem überaus prächtigen Barockaltar war angefüllt mit rund 70 Musikerinnen und Musikern, die sich zum Ende der Osterzeit ein anspruchsvolles Programm vorgenommen hatten.

    Chorgemeinschaft Wittelsbacher Land besingt den Traum vom Fliegen

    Christopher Tins „Sogno di Volare“ wurde für ein Computerspiel geschrieben und vertont Leonardo da Vincis Traum vom Fliegen. Sphärische Chorklänge aus über 40 Stimmen vereinten sich mit flirrenden Orchestertriolen zu einem erhabenen Klangerlebnis in der üppigen Akustik der Kirche. Hier schien der Flug eindeutig gelungen zu sein und die Engelsmalereien der Kirche bildeten die richtige „multimediale“ Ergänzung.

    Der Priester und Komponist Luigi Gatti verwendete für seine „Schöpfungsmesse“ Musik aus der populären „Schöpfung“ seines Zeitgenossen Joseph Haydn und unterlegte sie mit dem traditionellen Text der katholischen Liturgie. Haydn selbst war für seine Musik „all in“ gegangen und hatte sich für die Komposition seines Meisterwerks nicht auf die Werkzeuge der klassischen Musik begrenzt. Zur Darstellung und Preisung der Schöpfungsleistung griff er auch auf die viel komplexere Polyphonie der Barockzeit zurück und setzte diese mit großem Orchester, vier Solisten und Chor meisterhaft und abwechslungsreich in Szene.

    Der junge Chor meisterte die anspruchsvolle Musik mit all seiner Dynamik, Lebendigkeit und den großen Tonumfängen bravourös und transformierte monatelange Probenarbeit in ein wunderbares Musikerlebnis. Die Solisten stellten sich mit klaren Stimmen und lebendiger Rhythmik ganz in den Dienst der Musik. Besonders beeindruckte die klare Sopranstimme der jungen Alina Seitz-Götz. Das Orchester aus Musikern der Umgebung erhöhte wahlweise die musikalische Komplexität mit eigenen Linien oder gab klanglichen Nachdruck für die chorische Klangfülle.

    Populäre Stücke aus der Rockoper „Jesus Christ Superstar“ in Inchenhofen

    In gänzlich anderem Stil ging es weiter. Mit der Rockoper „Jesus Christ Superstar“ startete 1970 Andrew Lloyd Webbers Karriere als Musical-Komponist. Hier gab es eine Auswahl populärer Stücke aus dem Werk. Eine Rockband um den Schlagzeuger Peter Granetzny machte kräftig Druck in der Kirche, während Chor und Solisten souverän, auch in den vertrackten Fünfviertel- und Siebenviertel-Takten, die rockige Vertonung der Passionsgeschichte interpretierten. Auch im Rock-Pop-Genre überzeugte der Chor mit Dynamik, präzisen Einsätzen sowie stimmungsvollen Background-Sounds und riss das Publikum zu großem Beifall hin.

    Dem Initiator und Dirigenten, Franz Seitz-Götz, ist es zu verdanken, dass dieses Konzertereignis stattfinden konnte. Die ganz verschiedenartigen musikalischen Herausforderungen der Werke hat er mit detaillierter Probenarbeit und der passenden Auswahl der Musiker in Orchester und Band beantwortet. Das Publikum verlangte begeistert nach einer Zugabe. Die Musiker beendeten das vielseitige Konzert mit dem bekannten „Halleluja“ aus Händels „Messias“. Noch einmal wurde die Klosterkirche von Gesang, Pauken und Trompeten aufs Schönste erfüllt.

    Info: Die Wittelsbacher Chorgemeinschaft erarbeitet sich geistliche, aber auch weltliche Musik und freut sich über Zuwachs an chorerprobten Mitsängern, vor allem in den Männerstimmen.

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