Schnee und Eis haben seit Donnerstag zu zahlreichen Unfällen im Landkreis Dachau geführt. Am Freitagmorgen kam es auf zum Teil spiegelglatten Straßen zu einer regelrechten Serie. Besonders betroffen waren laut Polizei die Gemeinden Altomünster mit sechs, Bergkirchen mit fünf und Markt Indersdorf mit vier Unfällen.
Nach Mitteilung der Polizei war in diesen Gemeinden am Morgen gut ein Dutzend Fahrzeuge in Unfälle verwickelt. Etwa 20 Menschen seien betroffen gewesen, konkretisierte die Polizei am frühen Nachmittag. Der genaue Gesamtschaden und die exakte Anzahl der Verletzten seien bislang nicht bekannt. Schwere Verkehrsunfälle waren nach Angaben der Polizei aber nicht darunter.
Auto einer 39-Jährigen kollidiert mit einem Feuerwehrfahrzeug
Im Bereich Markt Indersdorf kollidierte der VW einer 39-Jährigen mit einem Fahrzeug der Feuerwehr Hirtlbach. Die Autofahrerin war von Markt Indersdorf in Richtung Hirtlbach unterwegs. Zeitgleich sicherte ein Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Hirtlbach eine vorherige Unfallstelle mit eingeschaltetem Blaulicht und entsprechendem Sicherungsmaterial ab. Die 39-jährige konnte aufgrund der Glätte ihren VW nicht mehr rechtzeitig zum Stillstand bringen und prallte frontal in das stehende Feuerwehrfahrzug.
Die Unfallverursacherin und ihre sechsjährige Tochter auf dem Beifahrersitz wurden leicht verletzt. Der Rettungsdienst brachte sie in eine Münchner Klinik. Die beiden Insassen des Feuerwehrwagens erlitten durch den Aufprall ebenfalls leichte Verletzungen. Sie wurden in ein umliegendes Krankenhaus eingeliefert. Am Auto der Unfallverursacherin entstand ein Totalschaden, der Wagen wurde abgeschleppt. Das Feuerwehrfahrzeug wurde durch die Kräfte der Feuerwehr selbst geborgen und zum Feuerwehrhaus gebracht.
41-Jährige kommt mit ihrem Auto von der Straße ab: Sechsjähriger Sohn sitzt mit im Wagen
Das Fahrzeug der Feuerwehr Hirtlbach hatte eine Unfallstelle abgesichert, an der es eine Dreiviertelstunde zuvor gekracht hatte: Ebenfalls auf der Kreisstraße DAH17 war eine 41-Jährige aus dem Gemeindebereich Markt Indersdorf mit ihrem Auto von der Straße abgekommen. Sie war von Markt Indersdorf in Richtung Hirtlbach unterwegs. Zeitgleich fuhr ein 26-Jähriger, der ebenfalls aus dem Gemeindebereich Markt Indersdorf stammt, in die entgegengesetzte Richtung. Aufgrund der Glätte kam die 41-Jährige in einer Kurve nach links in den Gegenverkehr, sodass beide Autos zusammenstießen.
Die Frau sowie ihr sechsjähriger Sohn, der sich auch im Wagen befand, wurden leicht verletzt und in umliegende Kliniken eingeliefert. Der 29-Jährige blieb unverletzt. Beide Autos mussten abgeschleppt werden.
34-Jährige kollidiert an vorheriger Unfallstelle bei Humersberg mit Kleintransporter
Gegen 7.30 Uhr ereignete sich ein Verkehrsunfall auf der Kreisstraße DAH2. Eine 34-Jährige aus dem Gemeindebereich Altomünster fuhr mit ihrem Auto von Altomünster in Richtung Humersberg. Nach Polizeiangaben übersah sie eine weitere Unfallstelle, an der es zuvor zu einem Blechschaden gekommen war.
Sie kollidierte mit dem stehenden Auto eines 56-Jährigen aus Markt Indersdorf. Der Wagen wurde aufgrund des Aufpralls gedreht und seitlich in den Kleintransporter eines 55-Jährigen aus Augsburg geschoben. Der Fahrer des Kleintransporters befand sich zum Unfallzeitpunkt noch in dem Transporter und wurde leicht verletzt. Er wurde in ein nahes Krankenhaus eingeliefert. Die beiden weiteren Unfallbeteiligten blieben unverletzt. Sämtliche Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden.
Im Bereich Bergkirchen kam ein 56-Jähriger auf der Kreisstraße DAH5 mit seinem Omnibus in einer Rechtskurve von der Straße ab und touchierte ein Verkehrsschild. Der Fahrer blieb unverletzt. Im Bus saßen zum Unfallzeitpunkt keine Fahrgäste.
Bei Tandern rutscht ein Omnibus in den Straßengraben
Auch im Bereich Hilgertshausen rutschte ein Omnibus in den Straßengraben. Am Steuer saß ein 25-Jähriger. Der Unfall geschah auf der Ortsverbindungsstraße von Gartelsried nach Tandern. Auch der 25-Jährige blieb unverletzt. Es waren ebenfalls keine Fahrgäste betroffen.
Die örtlichen Streu- und Räumdienste waren im Dauereinsatz, um die Straßen wieder verkehrssicher zu machen. Die Unfallserie stellte auch die Polizeikräfte vor eine Herausforderung. Die Inspektion Dachau teilte mit, dass Betroffene wegen der Vielzahl der Unfälle zur gleichen Zeit teilweise längere Wartezeiten hinnehmen mussten, bis eine Streife vorbeikommen konnte.
Die Polizei weist deshalb erneut darauf hin, dass bei der derzeitigen Witterungslage insbesondere in den Morgen- und Abendstunden, erhöhte Vorsicht geboten sei. Vor allem exponierte Straßenbereiche wie leichte Anhöhen oder Brücken sowie Waldstücke seien besonders anfällig für spontane Glättebildungen.
Neben der Unaufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer führt die Polizei als vorherrschende Unfallursache nicht angepasste Geschwindigkeit und falsche Reifenwahl an. Bis zum frühen Nachmittag hatten sich die Straßenverhältnisse wieder normalisiert. (AZ)
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