Ein Jahr der Jubiläen für die Marktgemeinde Inchenhofen
Inchenhofen
Jahr der Erinnerung: Inchenhofen feiert heuer seine Geschichte
Die Marktgemeinde Inchenhofen begeht im Jahr 2026 eine ganze Reihe von Jubiläen. Der Heimatverein St. Leonhard ruft sie mit seinen Geschichtsblattl‘n ins Gedächtnis.
Von Ludolf Karletshofer|
|
|
|
|
275 Jahre Bauernverein: Unser Bild zeigt die Vereinstafel des Bauernvereins von 1961 im Gasthof Baderwirt.Foto: Ludolf Karletshofer
Das noch junge Jahr 2026 wird für die Marktgemeinde Inchenhofen ein besonderes Jahr der Erinnerung. Mehrere Jubiläen aus ganz unterschiedlichen Epochen machen sichtbar, wie sich der Markt über Jahrhunderte hinweg entwickelt hat – getragen von Glauben, Handwerk, bäuerlicher Kultur, technischem Fortschritt und bürgerschaftlichem Engagement. Daran erinnert der Heimatverein St. Leonhard Inchenhofen.
275 Jahre Bauernverein – Landwirtschaft und Glaube untrennbar verbunden: Den Auftakt der Jubiläen bildet der 275. Jahrestag des Bauernvereins, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1751 zurückreichen. Damals stiftete der Bauernstand ein eigenes Bauernamt, eingebettet in das religiöse Leben der Wallfahrt und der Pfarrgemeinde St. Leonhard. Der Verein war von Beginn an nicht nur eine Interessenvertretung landwirtschaftlicher Belange, sondern verstand sich ausdrücklich als religiöse Gemeinschaft.
Bauernverein in Inchenhofen war als Bruderschaft organisiert
Gebet, kirchliche Feste und die Verantwortung vor Gott gehörten ebenso zum Selbstverständnis der Bauern wie die Arbeit auf Feld und Hof. Die tiefe Frömmigkeit spiegelte sich in Stiftungen, Prozessionen und der aktiven Mitgestaltung des kirchlichen Lebens wider. Im 19. Jahrhundert formierte sich daraus der Katholische Bauernverein Inchenhofen und Umgebung, der als Bruderschaft organisiert war und soziale, religiöse und wirtschaftliche Aufgaben miteinander verband. Der Verein steht bis heute exemplarisch für die enge Verbindung von Landwirtschaft, Glauben und Gemeinschaft im Markt.
350 Jahre Friedrich Schwerdtfiehrer – Kunst, Handwerk und Verantwortung: Ein weiteres bedeutendes Jubiläum ist der 350. Geburtstag von Friedrich Schwerdtfiehrer (1676–1760). Der Inchenhofener Kunstschreiner zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten der Ortsgeschichte. Seine Werke prägen bis heute die Wallfahrtskirche St. Leonhard, insbesondere das Chorgestühl, die kunstvoll geschnitzten Kirchenbänke und die Beichtstühle.
Sechs der acht von Friedrich Schwerdtfiehrer kunstvoll geschnitzten Beichtstühle sind noch in St. Leonhard erhalten.Foto: Ludolf Karletshofer
Überregionalen Ruhm erlangte Schwerdtfiehrer durch das monumentale Chorgestühl im Kloster Fürstenfeld, das als Spitzenwerk der barocken Kunstschreinerei gilt. Auch in Sandizell wirkte er mit – Kirchenbänke, Oratorien, Kreuzwegbildrahmen und sogar Möbel im Schloss sollen von ihm stammen.
Neben seinem handwerklichen Können übernahm er auch politische Verantwortung: Noch im hohen Alter war er Bürgermeister des Marktes Inchenhofen und setzte sich mit Nachdruck für Ordnung und das Gemeinwohl ein.
Polizeistation und das erste Radio in Inchenhofen
Das Jahr 1926 – Inchenhofen auf dem Weg in die Moderne: Ein Sprung ins 20. Jahrhundert führt in das Jahr 1926, das für Inchenhofen gleich mehrfach von Bedeutung war. Mit der Einrichtung einer Polizeistation erhielt der Markt eine feste staatliche Präsenz, die Sicherheit und Verwaltung stärkte. Im selben Jahr hielt das erste Radio Einzug in Inchenhofen – ein technischer Meilenstein, der Nachrichten und Kultur aus der weiten Welt erstmals unmittelbar in die Wohnstuben brachte.
Ebenfalls 1926 wurde der Radfahrverein Concordia Inchenhofen gegründet, wenige Jahre später ein zweiter Radfahrverein. In einer Zeit, in der das Fahrrad das wichtigste Verkehrsmittel war, verband der Verein sportliche Betätigung mit Geselligkeit und trug wesentlich zum Gemeinschaftsleben im Ort bei.
Inchenhofener Schule wird heuer 50 Jahre alt
50 Jahre neue Schule – Investition in die Zukunft: Ein vergleichsweise junges, aber nicht minder wichtiges Jubiläum ist das 50-jährige Bestehen der Neuen Volksschule. Seit ihrer Einweihung im Jahr 1976 steht sie für Bildung, Fortschritt und Chancengleichheit. Generationen von Kindern haben hier gelernt, Freundschaften geschlossen und ihre Grundlagen fürs Leben erhalten.
Geschichte, die verbindet: Die Jubiläen des Jahres 2026 zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig die Geschichte der Marktgemeinde Inchenhofen ist. Sie erzählen von tief verwurzeltem Glauben, von handwerklicher Meisterschaft, von bäuerlicher Verantwortung und vom Mut zur Erneuerung. Gemeinsam machen sie deutlich: Der Markt Inchenhofen lebt von seiner Geschichte – und gestaltet aus ihr seine Zukunft.
Das Leahada Gschichtsblatt’l dokumentiert seit fünf Jahren die Heimatgeschichte der Marktgemeinde Inchenhofen.Foto: Ludolf Karletshofer
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren