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Faschingsumzug in Pöttmes: 59 Gruppen begeistern das Publikum

Pöttmes

Faschingsumzug in Pöttmes: Pumuckl und Piratenschiff begeistern das Publikum

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    Das Motto „Achterbahn“ des Mooskracher Faschingsvereins kam in Pöttmes gut an. Das wusste auch Oliver Wache (hinten links).
    Das Motto „Achterbahn“ des Mooskracher Faschingsvereins kam in Pöttmes gut an. Das wusste auch Oliver Wache (hinten links). Foto: Thomas Ruhland

    Der Volksfestplatz in Pöttmes an der Schrobenhausener Straße raucht und bebt. Schon vor Beginn des Pöttmeser Faschingsumzugs ist hier mächtig was los.

    Mittendrin bereitet sich der Mooskracher Faschingsverein auf seinen Auftritt beim Umzug vor. Seine Mitglieder stecken in Achterbahnsitzen, die aus Kartons gefertigt und mit silbern glitzernder Folie beklebt sind. Zwei Schultergurte tragen den Sitz. Vor den Oberschenkeln baumeln ausgestopfte Beine. Auf Hüfthöhe prangt eine Sicherheitsstange. Oliver Wache sagt: „Das Thema Achterbahn kommt einfach gut an bei den Leuten.“ Vor zehn Jahren sei es bereits ihr Motto gewesen. Die Kostüme von damals überlebten nicht. Wache berichtet, dass 18 Mitglieder drei Samstage lang an den Kostümen bastelten.

    Die schönsten Impressionen vom Faschingsumzug in Pöttmes

    Die schönsten Impressionen vom Faschingsumzug in Pöttmes
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    Rund 60 Wagen und Fußgruppen waren beim Faschingsumzug in Pöttmes dabei. Tausende Zuschauerinnen und Zuschauer säumten den Straßenrand und beobachteten das bunte Treiben.

    33 Fußgruppen und 26 Wagen melden sich für den Faschingsumzug in Pöttmes

    Schnell fündig wurden hingegen Manuela Laske, Claudia Wagner und Rudolf Hirschbeck. Laske verrät, dass sich ihre grünen Hüte mit Blumengesteck bereits in ihrem Besitz befanden, als sie sich dazu entschieden, sie zur Grundlage ihres Faschingskostüms zu erklären. Laske sagt: „Dann haben wir uns gedacht, wir gehen als Blume.“ Sie ergänzten den Hut um dunkelgrüne Umhänge mit Blumenköpfen darauf. Vom Umzug erhoffen sich die Pöttmeser, dass es wieder so lustig wird wie in den vergangenen Jahren. Laske freut sich insbesondere auf die Fußgruppen: „Die finde ich schöner als die großen Wägen mit der lauten Musik.“

    Diese drei sind als Blumen beim Pöttmeser Faschingsumzug unterwegs.
    Diese drei sind als Blumen beim Pöttmeser Faschingsumzug unterwegs. Foto: Thomas Ruhland

    Pünktlich um 14.14 Uhr rollt der Faschingszug los. An der Spitze fährt der Wagen des Veranstalters, des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Pöttmes. Die Menschen, die die Gehwege rechts und links der Schrobenhausener Straße säumen, können hier bereits ein paar Bonbons abgreifen. Es folgt das Prinzenpaar der Schromlachia Schrobenhausen — Prinz Luca Schafnitzel ist gebürtiger Pöttmeser. Hinter dem Kinderprinzenpaar verteilen zwei Personen mit Donald-Trump-Maske im Gesicht „Grönland-Eis“. Sie sind in bester krimineller Gesellschaft: Eine Gruppe Panzerknacker läuft hinter ihnen. Einer trägt ein Schild: „Verstärkung gesucht“.

    BC Aresing begeistert beim Faschingsumzug in Pöttmes mit aufwendiger Vertäfelung

    Eine Horde Pumuckl wird von gleich drei Meister Eder in Schach gehalten. Die Pumuckl fallen trotz all der bunten Kostüme mit ihrem roten Schopf auf. Auch „Die verrückten Sonnabloama“ stechen heraus: Sie verteilen statt Süßigkeiten Blumen an die Zuschauerinnen und Zuschauer. Großes Aufsehen erregt die Euphoria Weidorf, die zuvor wie die Schromlachia auf dem Volksfestplatz ihr Können gezeigt hat. Menschen klatschen, als zwei Gardetänzer eine Tänzerin in die Höhe heben. Das Klatschen wird zu tosendem Applaus, begleitet von Jubel, als eine Gruppe eine menschliche Pyramide mitten auf der Schrobenhausener Straße aufbaut.

    Die „Black Pearl" des BC Aresing raucht und bebt, als sie beim Umzug durch die Straßen von Pöttmes fährt.
    Die „Black Pearl" des BC Aresing raucht und bebt, als sie beim Umzug durch die Straßen von Pöttmes fährt. Foto: Thomas Ruhland

    Der BC Aresing heuert auf der „Black Pearl“ an. Der Faschingswagen, der als Piratenschiff daherkommt, wackelt stark, weil die Crew an Deck tanzt. Ein Mann steht in Kapitänsmontur am Heck am Steuer. Er hat einen unechten Papagei auf der Schulter sitzen, wie es sich für einen echten Piratenschiffskapitän gehört. Das Schiff ist der Favorit von Zuschauerin Jasmin aus Aresing: „Die Idee und die Vertäfelung sind toll. Da hat man einfach gesehen, dass Arbeit drinsteckt“, sagt sie nach dem Umzug.

    Anton Meyr erfreut sich am Umzug, der „fast nicht mehr aufhört“

    Anton Meyr steht an seinem Gartenzaun und ist begeistert. Der 88-Jährige lebt seit seiner Geburt in Pöttmes. Der Faschingsumzug führt direkt an seinem Haus vorbei. Meyr schwärmt: „Das war wunderbar. So viele Gruppen, es hat gefühlt gar nicht mehr aufgehört.“

    Anton Meyr verfolgt den Faschingsumzug am Tor seines Gartens an der Schrobenhausener Straße.
    Anton Meyr verfolgt den Faschingsumzug am Tor seines Gartens an der Schrobenhausener Straße. Foto: Thomas Ruhland

    Darüber freut sich auch der Vorsitzende des Verkehrs- und Verschönerungsvereins, Hans Liebhart: „Ich bin nach dem Umzug immer sehr zufrieden.“ Er habe von Polizei, Feuerwehr und BRK gehört, dass es keine Verletzten und keine Schlägereien gegeben habe, berichtet er nach der Veranstaltung auf Anfrage. Die Freiwillige Feuerwehr Pöttmes sichert den Umzug mit sechs Fahrzeugen und rund 30 Einsatzkräften. Das Bayerische Rote Kreuz ist laut Liebhart mit 15 Kräften im Einsatz. Außerdem ist ein Sicherheitsdienst vor Ort.

    Nächster Faschingsumzug in Pöttmes startet 2028 mit gleichem Konzept

    33 Fußgruppen und 26 Wagen haben sich zum Mitlaufen und Mitfahren angemeldet. Liebhart freut sich: „Mit 59 Gruppen ist der Pöttmeser wahrscheinlich der größte Umzug im Landkreis Aichach-Friedberg.“ Die Fußgruppen laufen alle den Faschingswagen voraus. So kann keine von ihnen zwischen den großen Wagen verloren gehen. Liebhart zufolge wurden rund 3000 Faschingszeichen ausgegeben. Tatsächlich dürften deutlich mehr Besucherinnen und Besucher zuschauen, weil Kinder und Senioren keine Faschingszeichen erwerben müssen. 2028 will er, getreu dem Zwei-Jahres-Rhythmus, wieder einen Umzug auf die Beine stellen.

    Veronika Seemüller (rechts) erfreut sich an den aufwendigen Wagen. Die Rettenbacherin will dem Pöttmeser Faschingsumzug treu bleiben, nachdem es in Schrobenhausen keinen mehr gibt.
    Veronika Seemüller (rechts) erfreut sich an den aufwendigen Wagen. Die Rettenbacherin will dem Pöttmeser Faschingsumzug treu bleiben, nachdem es in Schrobenhausen keinen mehr gibt. Foto: Thomas Ruhland

    Darauf freuen sich Veronika Seemüller, der die rosafarbene „Rumba Ranch“ des Jugendtreffs Thierhaupten besonders gefällt, und Elisa aus Rettenbach. Seemüller sagt: „Wir waren zum ersten Mal da. Nächstes Jahr kommen wir wieder.“

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