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Frauenmangel auf Wahllisten: Parteien verwehren Frauen gleiche Chancen

Kommentar

Frauenmangel? Warum es nicht am Willen scheitert

Luisa Sako
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    Die Friedberger Grünen machen es vor: Wo Frauen den Raum bekommen, der ihnen zusteht, kommen sie.
    Die Friedberger Grünen machen es vor: Wo Frauen den Raum bekommen, der ihnen zusteht, kommen sie. Foto: Rainer Jensen, dpa (Symbolbild)

    Das Argument mancher Gruppierungen, es gebe nicht genug Frauen, um Wahllisten paritätisch zu besetzen, überzeugt nicht. Es wirkt wie eine bequeme Erklärung und lenkt vom Kern des Problems ab. Wie beispielsweise die Friedberger Grünen zeigen, fehlen Frauen nicht, weil sie nicht wollen würden. Sie fehlen, weil Parteien ihnen den Raum, der ihnen zusteht, nicht verlässlich einräumen. Die HWG in Affing zeigt außerdem: Frauen treten dort an, wo sie auch sicher Mitstreiterinnen finden. Primär mangelt es an einer politischen Kultur, die Frauen nicht nur zum Engagement einlädt, sondern ihnen tatsächlich Plätze und Unterstützung zugesteht.

    Frauenmangel resultiert nicht nur aus den Parteistrukturen

    Gleichzeitig wäre es zu kurz gegriffen, Parteistrukturen allein für den Frauenmangel verantwortlich zu machen. Wer mehr Frauen in der Politik will, muss auch die Rahmenbedingungen verändern, die für eine ungleiche Ausgangslage beim Engagement sorgen. Solange Care-Arbeit überwiegend von Frauen geleistet wird und der Pay-Gap dafür sorgt, dass finanzielle Spielräume bei Frauen knapper sind, bleibt (ehrenamtliche) politische Arbeit für viele Frauen ein zusätzlicher Kraftakt, der sich kaum leisten lässt.

    Das hat Folgen: Wer setzt Themen? Wessen Perspektive steckt in Entscheidungen? Es geht auch darum, ob Frauen gleichberechtigt sind und ihre Lebensrealität selbst gestalten können, statt zu hoffen, dass Männer sie mitdenken. Initiativen wie Bavaria ruft sind unter den aktuellen Umständen wertvoll, um mehr Frauen zur Teilhabe zu verhelfen. Das Ziel muss aber sein, Strukturen so zu verändern, dass ihr Engagement nicht die Ausnahme bleibt. Das gilt für alle Menschen, die in der Kommunalpolitik strukturell weniger sichtbar sind, als Männer. Die Verantwortung dafür, darf nicht an engagierte Einzelne ausgelagert werden.

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