Ein silbriger Schleier hüllt Bäume und Sträucher ein. An manchen Stellen haben sich in den Bäumen zudem kleine Säckchen gebildet. Dieses gespenstisch anmutende Naturphänomen ist derzeit zum Beispiel am Lechrain in den Gemeinden Rehling und Affing zu beobachten. Auch rund um den Kissinger Weitmannsee sieht man die Gespinste häufig. Was hat es damit auf sich? Ist das gefährlich? Vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz und vom Landratsamt Aichach-Friedberg kommt dazu eine eindeutige Antwort.
Die netzartige Verhüllung von Ästen ist besonders im Bereich der Friedberger Ach zu beobachten: zwischen Oberach und Unterach, aber auch im südlichen Bereich vom Affinger Ortsteil Anwalting, direkt am Flussufer. Sie stammt von einer Unmenge von Raupen. Sie stammen von der Gespinstmotte, die auch Knospenmotte genannt wird. Die unzähligen Raupen halten sich in den kleinen Säckchen auf. Sie wandern vom Boden über kleine Schnürchen nach oben.
Gespinstmotten fressen Bäume in Aichach-Friedberg kahl
Manche Spaziergänger und Radfahrer haben beim Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) angerufen und sich erkundigt, ob davon schädliche Einflüsse auf den Menschen zu erwarten sind. Doch der LBV gibt Entwarnung. Franz Rieber erklärt, das Phänomen sei zwar gespenstisch, aber ungefährlich. Das Landratsamt betont, dass es sich laut der Unteren Naturschutzbehörde um ungefährliche Gespinst- oder auch Knospenmotten handle. „Es besteht kein weiterer Handlungsbedarf“, versichert die Behörde und verweist auf Informationen des LBV.
Demnach sorgen aktuell die silbrig schimmernden, kahl gefressenen Bäume und Sträucher an Weg-, Straßen- und Waldrändern oder in Parkanlagen in ganz Bayern für Aufsehen. Verantwortlich hierfür sind die Raupen einiger Gespinstmottenarten, die die Blätter der Pflanzen vollständig abfressen und Stämme, Äste und Zweige mit einem Gespinst überziehen. Am häufigsten werden Traubenkirschen von der Traubenkirschen-Gespinstmotte befallen. „Ein milder Winter und ein trocken-warmes Frühjahr sind ideale Voraussetzung für eine Massenvermehrung der kleinen, weißen Falter“, heißt es auf der Internetseite des Verbands.
Welche Folgen haben Gespinstmotten für Bäume?
Dort ist auch zu erfahren, dass die Natur ihren eigenen Umgang mit dieser ungefährlichen Vermehrung gefunden hat: „Verschiedene Insekten verhindern deren ungehemmte Ausbreitung.“ Weitere gute Nachricht: Die betroffenen Gehölze überstehen den Befall meist unbeschadet.
Informationen unter www.lbv.de (Rubrik News).
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren