Welches Thema in Aichach liegt Ihnen besonders am Herzen?
Wir haben ein Zukunftsprogramm mit den größten Herzensangelegenheiten der Aichacher. Bezahlbare Kinderbetreuung, moderne Lernorte, günstiger Wohnraum, Mehrgenerationenwohnen, Ausbau des Anrufsammeltaxis, bessere Bedingungen für Betriebe, Wohnen und Arbeiten wie bei Meister Eder – unten Werkstatt, oben Wohnung, ein City-Management gegen Ladenleerstand, mehr Raum für Kultur, wie mit dem Pop-up-Biergarten am San-Depot und Räume für die Vereine. Aichach braucht eine Bürgerhalle!
Autofrei oder nicht, auf Parkplätze verzichten oder nicht: Eine Neugestaltung eines Teilbereichs des Oberen Stadtplatzes ist umstritten. Wie sollte sie Ihrer Meinung nach aussehen?
Mehr Raum für Menschen! Die historische Altstadt hat so viel Potenzial. Ich sehe Bäume, Wasserspiele, Verkaufsstände und mehr Außengastronomie, eine kleine Bühne, spielende Kinder, schlendernde Menschen. Wichtig ist aber der Dialog. Gute Politik hört zu, bevor sie entscheidet. Alle sollen gut in die Stadt kommen, zu Fuß, mit dem Rad, Rollator oder Auto. Es braucht ausreichend zentrumsnahe Parkflächen für Menschen, die nicht gut zu Fuß sind und zur Apotheke müssen. Aber nach 15 Jahren Kommunalverwaltung weiß ich „Geht nicht“ sollte nie der erste, sondern der letzte Satz sein.
Was wollen Sie für die Jugend tun?
Neben Juze und Skaterplatz braucht es Treffpunkte. Es ist ihre Stadt, sie wollen mitgestalten. Mit einem Bürgerbudget können sie ihre Projekte realisieren – z. B. Graffitiflächen, ein Jugendfestival. Es braucht starkes Streetwork und ein Forum zum Mitreden. Radwege müssen sicherer werden und abends und an den Wochenenden braucht es Ruftaxis in die Ortsteile.
Was brauchen Seniorinnen und Senioren?
Dringend barrierefreien, bezahlbaren Wohnraum und ein Netzwerk! Eine aufsuchende Seniorenarbeit, ein „Kümmerer“ kann Nachbarschaftshilfen stärken und Hilfen vermitteln. Die Leihoma passt auf Kinder auf, der Nachbar hilft bei Gartenarbeit. Senioren sollen aktiv teilhaben – analog und digital, dafür setzt sich unser Haus der Senioren ein. Wir brauchen mehr Schatten, Brunnen und Ruhebankerl, ein flächendeckendes Ruftaxi-System.
Warum ist es wichtig, wählen zu gehen?
Wählen heißt mitbestimmen. Wie hoch ist der Freibadeintritt? Kriege ich einen Kita-Platz? Wie komme ich in die Stadt? Wählen heißt Verantwortung übernehmen. Man sollte auch die Programme lesen, damit man weiß, was man bekommt.
Wie würden Sie einem Fünfjährigen die Aufgaben eines Bürgermeisters erklären?
Mein Sohn sagt „Die Bürgermeisterin sorgt dafür, dass es allen gut geht und alle glücklich sind! Mama, ich wünsche mir schöne Spielplätze und dass Kinder mehr bestimmen dürfen!“ So sehe ich das auch. Alle sollen gesehen werden. Eine Stadt ist für alle da.
Was schätzen Sie an Ihren Konkurrentinnen und Konkurrenten?
Ich schätze an den demokratischen Kandidat*innen, dass sie sich für unsere Stadt engagieren, Zeit investieren und etwas auf die Beine stellen – viele auch außerhalb des Wahlkampfes.
Protokoll: Claudia Bammer
Nicole Matthes
- Alter: 41
- Aufgewachsen in: Aichach
- Familienstand: verheiratet
- Kinder: ein Sohn, 9 Jahre
- Ausbildung und Beruf: Diplom-Soziologin (Univ.), Angestellte in der Landkreisverwaltung seit 2011
- Hobbys: Gärtnern, Lesen, Musik, Campen, Schreiben, Salsa
- Was würden Sie gerne besser können? Ich lerne jeden Tag dazu – und das möchte ich mir unbedingt bewahren
- Ehrenämter: stellvertretende Vorsitzende SPD-Ortsverein Aichach, Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion im Stadtrat, Gründungsmitglied und Revisorin Förderverein der Aichacher Pfadfinder, Gründungsmitglied Paarrauschen e.V., Bürgerpreisträgerin und Initiatorin inklusives Buch- und Musicalprojekt „Wolle, Wiwi und Wawa“, Elternbeirätin
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