Der Festumzug anlässlich des 150. Jubiläums der Feuerwehr Rehling war trotz der hohen Temperaturen gut besucht. Die Festdamen mussten an diesem heißen Tag einiges aushalten.Foto: Josef Abt
Der Sonntag mit Festgottesdienst und Umzug bildete ein würdiges, wenn auch schweißtreibendes Finale des großen Festwochenendes anlässlich des 150. Feuerwehrjubiläums. Das Gründungsfest wird zweifellos in die Geschichte dieses Traditionsvereines eingehen.
Ein schon am Vormittag brechend volles Festzelt mit einigen Tausend Feuerwehrkameraden und -kamaradinnen aus nah und fern und auch die vielen Ortsvereine waren gekommen, um mit der Rehlinger Feuerwehr zu feiern. Für so manche war es eine regelrechte Prozedur bei dieser sengenden Hitze. Das Thermometer lag gut über der 30-Grad-Marke. Ein wenig Mitleid konnte man besonders mit den Rehlinger Festdamen und ihren Kolleginnen vom Patenverein Langweid sowie dem Festausschuss haben. Sie alle standen schon am frühen Sonntagmorgen bei sengender Sonne am Zelteingang Spalier zur Begrüßung der vielen Gäste. Einige Festdamen hatten sich einen Regenschirm als Hitzeschutz besorgt. Derweil genossen die vielen Gäste den Weißwurstfrühschoppen, die erste freudige Anstrengung an dem sonnigen Tag.
Ehrengäste loben das Engagement der Feuerwehr
Natürlich wollten einige Ehrengäste dem Jubelverein auch gratulieren. Landrat Klaus Metzger sprach dem Gastgeber seine Hochachtung aus. Nicht nur für den Zusammenhalt bei diesem Fest, sondern auch für den Einsatz bei Notfällen. Bürgermeister Christoph Aidelsburger drückte mit dem Satz, „wenn ich einen Hut auf hätte, würde ich ihn jetzt ziehen“, seine Anerkennung für das Fest aus. Er sprach von einem Festwochenende, „wie es Rehling lange nicht mehr oder auch noch gar nicht gesehen hat“. Als unverzichtbar bezeichnete er das Engagement bei Einsätzen wie im vergangenen Jahr bei der Hochwasserkatastrophe in Oberach.
Auch Kommandant Stefan Limmer lobte seine engagierte Truppe im Lösch- und Rettungswesen und dankte allen, die im Hintergrund bei Bedarf mithelfen: „Die Unterstützung aller ist da – dies macht uns stark.“ Er bat zwei Personen auf die Bühne und sagte: „Ohne sie wäre das Fest, wie wir es heute erleben, nicht möglich gewesen.“ Die Rede war vom Vorsitzenden Justin Kaiser und seinem Stellvertreter Christoph Stolz. „Jung und noch nicht lange im Amt, sie hatten trotzdem den Mut und die Verantwortung übernommen, ein Fest dieser Größe auf die Beine zu stellen, und das mit Bravour“, lobte Limmer, der mit seinem Stellvertreter Dominik Rauscher eine Bildercollage als Erinnerung überreichte. Überrascht reagierten die Kommandanten, als sie die gleiche Collage vom Festausschuss erhielten, weil sie sich ebenfalls „bis an die körperlichen Grenzen“ beim Fest einbrachten, wie es hieß.
Höchst willkommen war der Sprühnebel, mit dem die Rehlinger Feuerwehr den Umzug für die Teilnehmenden und das Publikum ein wenig erträglicher machte.Foto: Josef Abt
Nach dem Mittagessen wuselte es im Freien, als sich die vielen Vereine ihren eingeteilten Platz für den Festumzug suchten. Wegen der sengenden Sonne verzichteten viele Vereine auf das Sakko der Uniform. Die Rehlinger Feuerwehr stellte einige Spezialgeräte auf. So erzeugten sie mit Wasser aus Hydranten durch hohen Druck Sprühnebel – eine willkommene Erfrischung. Die vielen Zaungäste suchten Zuflucht unter jedem noch so kleinen Baum. Viele waren wohl lieber gleich daheim in der kühlen Wohnung geblieben.
Auch diese alte, längst ausgediente Wasserspritze mit dem kleinen Schnauferl durfte am Festumzug teilnehmen.Foto: Josef Abt
Schließlich marschierten fast 80 Vereine und Gruppierungen mit acht Musikkapellen tapfer über die Lange Wand und Hauptstraße, vorbei am Rathaus und über die Hambergstraße zurück zum Festplatz. Dort kamen die ersten Gruppen bereits an, als die Letzten noch gar nicht losmarschiert waren. Wer zurückkehrte, war sichtlich erschöpft und suchte nach einem Getränk. Die Fahnenabordnungen, Festdamen und die Rehlinger Feuerwehrkameraden mussten sich in der Hitze noch lange gedulden, bis endlich alle Vereine angekommen waren. Dann konnte der letzte Höhepunkt, der Fahneneinzug ins Festzelt beginnen. Trotz der fast unerträglichen Hitze war es brechend voll. Viele standen auf den Bänken und Tischen, um alle Fähnriche lautstark anzufeuern. Ein faszinierendes Spektakel, das seinen Höhepunkt erreichte, als der Patenverein und der Jubelverein als Letzte einzogen: mit den Festdamen an der Spitze, einer La-Ola-Welle, den Aktiven und schließlich Fähnrich Richard Smid, der alles gab und seine Fahne mit Kraft und Ausdauer durch den Menschen gesäumten Gang schwenkte – lautstark angefeuert und bejubelt von Tausenden.
Seine letzten Reserven mobilisierte der Rehlinger Fähnrich Richard Smid nach dem anstrengenden, heißen Umzug, als er mit der Feuerwehrfahne ins Festzelt einzog. Der Jubel war ihm gewiss.Foto: Josef Abt
Danach klang das Fest aus und es starteten bereits die ersten Aufräumaktionen. Alle Verantwortlichen atmeten kräftig durch, weil auch der letzte Tag und das gesamte Fest erfolgreich und ohne nennenswerte Zwischenfälle über die Bühne gegangen war. Der nächste große Auftritt wartet schon. Vom 24. bis 27. Juli sind die Rehlinger Patenverein bei den Feuerwehrfreunden in Langweid. Da wollen sie stark vertreten sein.
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