Schiltbergs langjähriger Pfarrer Markus Szymula stirbt mit 66 Jahren
Schiltberg
Schiltbergs Pfarrer Markus Szymula stirbt im Alter von 66 Jahren
Fast 27 Jahre war Pater Markus Szymula Pfarrer in Schiltberg. Am Mittwoch starb er im Alter von 66 Jahren. Inzwischen steht der Termin für die Beerdigung fest.
Pater Markus Szymula ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 66 Jahren. Das Foto aus dem vergangenen Jahr zeigt ihn an seinem 65. Geburtstag. Fast 27 Jahre lang war Szymula Pfarrer in Schiltberg, Aufhausen, Randelsried und Ruppertszell.Foto: Xaver Ostermayr (Archivbild)
Schiltberg trauert um Pater Markus Szymula. Seit fast 27 Jahren war er Pfarrer von Schiltberg. Am Mittwoch starb der beliebte Geistliche im Alter von 66 Jahren.
Marek Szymula wurde am 21. Januar 1960 im polnischen Jelenia Góra geboren. Nach dem Abitur trat er 1980 in die Kongregation der Heiligsten Herzen Jesu und Mariens ein, die in Deutschland unter dem Namen „Arnsteiner Patres“ bekannt ist. Szymula studierte Theologie und Philosophie in Breslau. Fast auf den Tag genau vor 40 Jahren wurde er dort am 24. Mai 1986 zum Priester geweiht.
1988 kam der Schiltberger Pfarrer von Polen nach Deutschland
Als Kaplan war er zunächst in Stara Łomnica unweit der tschechoslowakischen Grenze tätig. 1988 entsandte ihn sein Orden nach Deutschland. In Landsberg am Lech arbeitete Szymula weitere drei Jahre als Kaplan. 1991 wurde er als Benefiziat nach Vöhringen (Landkreis Neu-Ulm) berufen. Zwei Jahre blieb er dort, ehe er als temporärer Pfarradministrator die Pfarrei Roßhaupten im Allgäu übernahm und ein Jahr lang leitete.
Es folgten fünf Jahre in Wien an der Herz-Jesu-Sühnekirche, die die Arnsteiner Patres seelsorgerlich betreuen und leiten. 1999 kehrte Szymula ins Bistum Augsburg zurück: Hier wurde ihm ab 6. September 1999 die Leitung der Pfarrei Schiltberg mit den Nachbarpfarreien Aufhausen, Randelsried und Ruppertszell übertragen. Sie wurden nicht nur seine längste Stelle als Geistlicher. Sondern Schiltberg wurde ihm auch bald zur neuen Heimat. Zu seinem 65. Geburtstag im vergangenen Jahr sagte er im Gespräch mit unserer Redaktion: „Ich will bis an mein Lebensende in Schiltberg bleiben.“ Sein Wunsch sollte in Erfüllung gehen – auch wenn er damals sicher gehofft hätte, dass sein Lebensende noch nicht so bald bevorsteht.
Im Jahr 2023 erkrankte Pater Markus Szymula lebensbedrohlich
Dabei bangten viele Menschen in den ihm anvertrauten Pfarreien vor einigen Jahren schon einmal sehr um Pater Markus. Im Frühjahr 2023 erlitt er eine schwere Sepsis im Kieferbereich. Drei Monate musste er im Krankenhaus bleiben, lag zeitweise sogar im Koma. Er sprang dem Tod gerade noch einmal von der Schippe.
Eine Weltreise führte Pater Wojek (links) und Pater Markus unter anderem auf die hawaiianische Insel Molokai.Foto: Szymula (Archivbild)
Danach erfüllte er sich einen lange gehegten Wunsch. Mit seinem Mitbruder und besten Freund P. Wojtek Kotowski aus Breslau ging er auf Weltreise: Sie führte die beiden innerhalb kürzester Zeit unter anderem in die USA, nach Hawaii und Australien. Das Bistum Augsburg, das auf seiner Internetseite Szymula mit einem ausführlichen Nachruf würdigt, schreibt: „Die tägliche Messfeier war für P. Szymula dabei so wichtig, dass er sie zur Not auch im Hotelzimmer mit dem Bügelbrett als Behelfsaltar durchführte.“ Der Schiltberger Pfarrer verstand die Reise als „Beweis, dass man alles schaffen kann, auch wenn man so schwer krank war wie ich“, wie er gegenüber unserer Redaktion damals sagte.
Auf der Bühne des Freilichttheaters mimte der Schiltberger Pfarrer den Tod im „Jedermann“
Viele Jahre bekochte Pater Markus Szymula die Besucherinnen und Besucher des Schiltberger Weihnachtsmarktes mit dem polnischen Nationalgericht Bigos.Foto: Xaver Ostermayr (Archivbild)
Auf dem Schiltberger Weihnachtsmarkt bekochte er die Besucher mit dem polnischen Nationalgericht Bigos. Vor allem aber war er als passionierter Darsteller im Schiltberger Freilichttheater bekannt. Mehrfach stand er dort auf der Bühne. 2018 verkörperte er einen singenden Bauchladenhändler in „Robin Hood“. Den Tod im „Jedermann“ stellte er 2009 mit großer Überzeugungskraft dar.
2024 beging Pater Markus Szymula (links) sein 25. Jubiläum als Pfarrer in Schiltberg. Das Pontifikalamt feierten mit ihm Bischof Bertram Meier (Mitte) und Dekan Stefan Gast (rechts).Foto: Xaver Ostermayr (Archivbild)
Die Folgen seiner schweren Krankheit machten Szymula in den vergangenen Jahren massiv zu schaffen. Er war auf unter 50 Kilo abgemagert, konnte kaum etwas essen. Sein Essen kochte er sich selbst. 2024 feierte er trotz allem sein 25. Ortsjubiläum, also sein „Silbernes“ als Pfarrer in Schiltberg. Zu diesem Anlass kamen Bischof Bertram Meier und Dekan Stefan Gast in die Weilachtalgemeinde: Beim damaligen Festgottesdienst betonte der Bischof, Szymula sei ein wahres Silberstück für die Pfarrgemeinde, da er seit einem Vierteljahrhundert immer wieder neu „Ja“ zu den ihm anvertrauten Menschen gesagt habe.
Bischof Bertram Meier über Pater Markus: „Er war Seelsorger aus Passion“
Das tat Szymula bis zuletzt: Bereits schwer von einer neuerlichen Erkrankung gezeichnet, war es dem 66-Jährigen ein großes Anliegen, die Erstkommunion in Schiltberg in diesem Jahr noch mitfeiern zu können. Wenige Tage danach starb er im Krankenhaus.
Bischof Bertram reagierte bestürzt auf die Nachricht vom Tod des Schiltberger Pfarrers: „Die Nachricht vom Tod von Pater Markus Szymula hat mich in Rom mit Schmerz und Trauer erfüllt.“ Er kenne Szymula seit Jahrzehnten aus der Zeit, als er seinen Dienst im Bistum Augsburg begonnen habe, so der Bischof. „Er war ein Seelsorger aus Passion und hat die ihm anvertrauten Menschen in Höhen und Tiefen emphatisch begleitet und stand ihnen stets zur Seite.“
Die Aussegnung mit anschließendem Rosenkranz findet am Montag, 1. Juni, ab 18.30 Uhr in Schiltberg statt. Der Rosenkranz für den Verstorbenen wird am Dienstag, 2. Juni, ab 9.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Maria Magdalena gebetet. Dort wird ab 10 Uhr das Requiem gefeiert. Danach ist das Begräbnis im Priestergrab auf dem alten Friedhof in Schiltberg.
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