Abschied nehmen, lautete das Motto am letzten Spieltag beim TSV Hollenbach. Die Ära der beiden langjährigen Spielertrainer Christoph Burkhard und Daniel Zweckbronner endete um 15:52 Uhr mit dem Schlusspfiff des umsichtigen Unparteiischen Tim Grunert. 0:3 lautete das Endergebnis aus der Sicht des erneuten Absteigers aus der Landesliga Südwest gegen den FSV Pfaffenhofen. Während es für die Hollenbacher an diesem Nachmittag fast Nebensache war, stand für die Gäste viel auf dem Spiel – nur ein Sieg sicherte ihnen die Teilnahme an der Aufstiegsrelegation. Die Elf von Trainer Ludwig Dietrich jubelte letztlich ausgiebig nach einem hart erkämpften Auswärtssieg und bestreitet nun am Donnerstag das erste Relegationsspiel gegen den FC Coburg.
Für die Hollenbacher unterdessen stand das Verabschieden im Fokus – Stadionsprecherin Natalie Caffe sprach die Dankesworte und die beiden Funktionäre Thomas Högg und Tobias Stark überreichten den scheidenden Spielertrainern für ihre sechsjährige Tätigkeit die Präsente: bunte Blumensträuße und jeweils einen Ball. „Ihr beide seid hervorragende Sportler, die sich immer durch absolute Loyalität zum Verein und hervorragende Einsatzbereitschaft ausgezeichnet haben. Ihr habt eine Ära bei uns geprägt“, würdigte sie unter passendem Sonnenschein die Verdienste der beiden Trainer: Zweimal Meister in der Bezirksliga Nord – und nun auch der zweite Abstieg nach einem nur einjährigen Gastspiel aus der Landesliga Südwest.
Frieser und Ruisinger lassen die Führung liegen
„Klar, dass das auch sehr emotional ist“, teilte Zweckbronner im Gespräch am Abend mit. „Es ist schon etwas ganz Besonderes, denn man baut sehr schöne Verbindungen auf und deshalb ist Abschiednehmen immer mit Rührungen verbunden“, gab er mit seinem Kollegen Burkhard im Clubheim noch eine Runde Bier und Pizza aus. Sportlich hätte er sich gerne mit dem Klassenverbleib verabschiedet. „Da haben wir aber in der Hinserie zu viel legen gelassen“, war er aber begeistert, „wie wir uns im Frühjahr präsentiert haben.“ Seine Elf startete eine starke Aufholjagd, „aber dann kamen wir wieder ins Straucheln und haben leider unsere Chancen nicht mehr genutzt“, sah er auch den letzten Heimauftritt als Spiegelbild der Saison.
Fabian Frieser und Elias Ruisinger hatten zwei ganz dicke Chancen beim Stand von 0:0. „Aber da fehlte uns die Kaltschnäuzigkeit“, sagte Zweckbronner. Dagegen merkte man Pfaffenhofen die Nervosität an, dass die Gäste den Dreier unbedingt benötigten. Der Absteiger stand sehr diszipliniert in der Rückwärtsbewegung. Zweckbronner dirigierte zusammen mit Burkhard, Philip Baier und Elias Ruisinger die Abwehrkette und der quirlige Martin Uhlemann rackerte mit Fatih Cosar vor der Abwehrreihe. „Wir haben dadurch kein Tempo über die Außenbahn aufnehmen können“, teilte Gästecoach Dietrich nach dem Spiel mit. Während der Begegnung forderte er sein Team immer wieder auf: „Bleibt geduldig, bringt Stimmung rein und erhöht das Tempo.“
Zweckbronner geht vom Platz – Untersänger trifft
Der Hollenbacher Abwehrriegel hielt aber stand – lediglich ein Schüsschen von Jonas Redl musste Keeper Florian Hartmann entschärfen. Ansonsten waren Stefan Liebler und Maurice Untersänger abgemeldet. Das sollte sich nach dem Seitenwechsel ändern. Pfaffenhofen erhöhte die Schlagzahl – dennoch dauerte es bis zur 61. Minute, bis der Führungstreffer fiel. Kurz nachdem Zweckbronner unter Applaus den Platz verlassen hatte, zirkelte Redl einen Eckball in den Strafraum. Untersänger kam fast freistehend zum Kopfball und sorgte für Jubel im Lager des Tabellenzweiten.
Spalierstehen hieß es wenig später erneut, als auch Burkhard unter Applaus das Feld verließ. In der Schlussphase machten die Gäste dann den Deckel auf die Partie. Nach einem Foul an Paul Starzer erhöhte Michael Senger per Foulelfmeter auf 2:0 und der eingewechselte Luka Brudtloff schob nach einer Hackenvorlage von Senger zum 3:0-Endstand ein. Da war Hollenbach bereits in Unterzahl, denn der eingewechselte Fischer holte sich letztmals die Zeitstrafe ab – die in der neuen Saison abgeschafft wird. Danach wich schließlich die Anspannung bei Gäste-Coach Dietrich. „Es war ein Geduldsspiel, denn die Heimelf hat stark verteidigt“, war er durchnässt erleichtert, „dass wir mit dieser jungen Mannschaft uns die geilen Relegationsspiele erarbeitet haben.“
TSV Hollenbach: Hartmann, Zweckbronner (60. Higl), Burkhard (73. Fischer), Baier (75. Knauer), Ruisinger (73. Siedlaczek), Leitenmayr, Cosar (62. Falk), Leser, Uhlemair, Frieser, Schäfer
Tore: 0:1 Untersänger (61.) 0:2 Senger (78.) 0:3 Brudtloff (90.)
Schiedsrichter: Tim Grunert
Zuschauer: 100
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