Heimniederlagen lösen bei keinem Fußballer Freude aus, ganz im Gegenteil. Besonders tief sitzt die Enttäuschung, wenn man im Abstiegskampf dem Gast die Punkte überlassen muss. So erging es gestern dem TSV Hollenbach in der Landesliga Südwest, der gegen die zweite Garnitur des FV Illertissen mit 1:3 unterlag. Zuvor war der Aufsteiger vor eigenem Publikum gegen Oberweikertshofen und gegen Schwabmünchen ebenfalls leer ausgegangen. Damit haben sich die Chancen auf den Klassenerhalt im Krebsbachtal erneut verschlechtert. Insgesamt kamen Gästeteams bisher zu neun Siegen auf dieser Anlage.
Spielertrainer Daniel Zweckbronner war gleichwohl nicht bereit, den dünnen Strohhalm, mit dem man die Rückkehr in die Bezirksliga vermeiden will, aus der Hand zu geben: „Aystetten hat es uns vorgemacht, wie man Pfaffenhofen schlagen kann.“ Der Verlierer dieser Partie ist Hollenbachs übernächster Gegner zuhause beim Finale, zuvor geht die Fahrt nach Sonthofen. In beiden Fällen handelt es sich um Kontrahenten, die sachte an der Tür zur Bayernliga klopfen.
Das trifft auch auf die zweite Garnitur aus Illertissen zu, die zwar kein nachhaltiges Empfehlungsschreiben für den Aufstieg hinterließ. Doch in puncto Spielanlage und fußballerischer Fertigkeiten waren die Gäste eindeutig im Vorteil. Was ebenfalls für sie und ihre Perspektiven in den nächsten Jahren spricht: Nicht weniger als ein halbes Dutzend an Kandidaten der Startelf gehört dem Jahrgang 2006 an.
Die Gastgeber hätten das vorletzte Heimspiel keinesfalls verlieren müssen. In Abschnitt eins kamen sie lediglich einmal gefährlich vor den FVI-Kasten, da lief bereits die Nachspielzeit. Luis Hungbaur traf auf ungewöhnliche Weise, indem er die Kugel mit der Ferse über die Linie beförderte. Nach der Pause sah es ganz anders aus, da erspielten sich die Hausherren so viele Gelegenheiten, dass sie durchaus zu einem Sieg hätten kommen können. Zum auffälligsten Akteur wurde Fabian Frieser, der nur in der letzten halben Stunde auf dem Rasen stand. Es ist müßig, darüber zu debattieren, wie die Begegnung geendet hätte, wäre Frieser schon früher zum Zug gekommen. Er erwies sich jedenfalls immer wieder als ein Unruheherd im Strafraum der Westschwaben, ohne freilich zu treffen.
Fatih Cosar versuchte sich mal mit einem hohen Ball von der Mittellinie aus. Damit ließ sich Valentin Rommel im Gästekassen jedoch nicht überlisten. Wie man den Ball in die Maschen lenken kann, das bewies auf eindrucksvolle Weise Max Bock mit einem Freistoß aus halbrechter Position, der genau rechts oben einschlug. Das 1:2 war schon eine Art Vorentscheidung.
„Die Illertisser wissen wohl nicht, warum sie heute gewonnen haben“, meinte Zweckbronner und stellte ihre „brutale Effektivität vorne“ heraus: „Die hatten wir im Winter raus auch.“ Davon ist derzeit aber nicht mehr viel zu sehen. „Es war eines der besseren Spiele von uns in den letzten Wochen“, so der Spielertrainer, der keinerlei Veranlassung sah, die Verlierer zu rügen.
TSV Hollenbach Hartmann, Zeyer (80. Fischer), Zweckbronner (80. Kolacki), Baier (65. Burghard), Ruisinger, Leitenmayer, Uhlemair, Leser, Cosar, Schäfer, Hungbaur (62. Frieser).
Tore 0:1 Kasumaj (25.), 1:1 Hungbaur (45. + 1), 1:2 Bock (52.), 1:3 Morina (71.) Schiedsrichter Kraljic (SC Wörnsmühl) Zuschauer 200.
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