Man kann längere Debatten darüber führen, wie das Relegationsspiel zwischen dem BC Adelzhausen und dem TSV Kühbach ausgehen wird. Eine Behauptung aber darf man mit Sicherheit aufstellen: Auf die Kassierer an der Anlage des VfL Ecknach wird am Samstag jede Menge Arbeit zukommen, ehe die Partie um 16 Uhr angepfiffen wird. Relegationsspiele wirken auf die Fußballfreunde wie ein Magnet und zwar nicht nur in den Lagern der beiden betroffenen Vereinen, auf die jeweils keine lange Anreise wartet.
Der Verlierer vom Samstag, so viel steht fest, muss für die Kreisklasse planen in der Saison 2026/27. Und der Gewinner? Der darf auf alle Fälle jubeln, ob er aber das Ziel Kreisliga erreicht, das hängt noch von den Ergebnissen ab, die in anderen Begegnungen zustande kommen. Im Idealfall gehört der Sieger bereits am Samstagabend der Kreisliga an.
Die Fußballer aus Adelzhausen blicken auf eine Rückrunde zurück, die nicht gerade ideal verlief. Jürgen Lichtenstern, der Trainer, muss bei dieser Formulierung ein wenig lachen. Dabei ist ihm dabei eigentlich nicht zum Lachen zumute: „Es war eher katastrophal. Wir waren, glaube ich, 15 Spiele ohne Sieg.“ Dafür nennt er mehrere Faktoren, zuallererst die personelle Situation. Wenn bis zu acht Kandidaten nicht zur Verfügung stehen, dann wird die Lage in jeder Mannschaft schwierig.
Als sich die Lage am Römerweg entspannte, ging es wieder aufwärts. „Der Sieg gegen Inchenhofen hat richtig gutgetan“, atmete nicht nur Lichtenstern auf. Dieser „Dreier“ wirkte sich nicht allein in der Tabelle positiv aus, er ließ auch die Stimmung merklich steigen. Und dieses verbesserte Selbstvertrauen trug dazu bei, dass man gleich dreimal in Folge drei Punkte sammelte und ohne Gegentreffer blieb. Das sind gute Voraussetzungen, um in der Nachspielzeit die Klasse zu halten.
Wenn nun die Entscheidung ansteht, dann könnte man an der Autobahn darüber nachdenken, ob es Sinn macht, Dominik Müller, über viele Jahre hinweg der Torgarant schlechthin, zu reaktivieren. Bei dieser Überlegung winkt der Coach ab: „Der ist nicht im Training, dem fehlt die Fitness.“ Außerdem versichert er: „Wir sind gut aufgestellt.“ Fehlen wird heute Marlon Wichert (Urlaub), Patrick Schuch hat schon seit längerem Verletzungsprobleme.
Der TSV Kühbach erlebte ein regelrechtes Herzschlagfinale, ehe er als Vizemeister der Kreisklasse Aichach feststand. Im direkten Vergleich mit dem VfL Ecknach II war man gleichauf, weil beide Punktspiele jeweils mit 4:2 ausgegangen waren. Also musste die Tordifferenz entscheiden und da wies der TSV ein winziges Plus von einem Treffer auf. „Bis auf die Langzeitverletzten sind alle da“, berichtet Trainer Emanuel Miok und betont gleichzeitig: „Die Stimmung ist gut. Ich habe mir sagen lassen, dass Kühbach noch nie eine Relegation verloren hat.“ Und dann kommt er auf das zu sprechen, was der 41-Jährige selbst zu verantworten hat, weil es in seinen Bereich fällt: „Seit ich da bin, haben wir uns immer gesteigert.“ In den vergangenen Jahren wurde die Mannschaft aus dem Norden von Aichach zweimal Fünfter, dann Dritter und jetzt eben Vizemeister.
Miok weist außerdem auf einen Unterschied zwischen den beiden Rivalen in Ecknach hin, der durchaus Gewicht hat: „Wir haben was zu gewinnen, die anderen haben alles zu verlieren. Die hatten eine brutale Negativserie.“ In der Tat ist es so, dass in Adelzhausen selbst Fans mit langer Erfahrung sich kaum an die Zeit entsinnen können, als ihr Verein nicht zumindest in der Kreisliga zuhause war. Miok spricht sicher vielen Fußballfreunden aus dem Herzen, wenn er sagt: „Es gibt nichts Schöneres als so ein Relegationsspiel.“
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