Ein intensiver Wettkampftag liegt hinter der Luftgewehr-Mannschaft der Tagbergschützen Gundelsdorf. Am vorletzten Wettkampftag der Bayernliga standen in Kempten gleich zwei Begegnungen auf dem Programm – und beide boten Spannung bis zum letzten Schuss. Am Ende aber stand Gundelsdorf mit leeren Händen da.
Gegen den gastgebenden Tabellenführer, die FSG Kempten II, lautete die Devise: den Favoriten möglichst lange ärgern. Das gelang. Und wie: Am Ende fehlte nur das berühmte Quäntchen Glück zu einer echten Überraschung. Auf Position eins zeigte Michael Schaitz eine starke Vorstellung und gewann souverän mit 397:393 Ringen. Auch Hanna Brecheisen ließ an der Drei nichts anbrennen und entschied ihr Duell mit 389:384 klar für sich.
Obermaiers Missgeschick: Gundelsdorf verliert knapp gegen Kempten
Weniger Glück hatte Michaela Meier. Trotz hervorragender 391 Ringe musste sich die auf Rang zwei gelistete Gundelsdorferin mit 391:395 geschlagen geben. Das wohl entscheidende Missgeschick unterlief Roland Obermaier auf Position vier: Gleich der erste Schuss ging als Luftschuss in die Wertung ein. Die Kugel war beim Laden vom Schützen unbemerkt aus der Kammer gefallen. Mit 375:383 war hier dennoch ein respektables Ergebnis zu verzeichnen – ohne das Malheur wäre ein Punktgewinn durchaus möglich gewesen. Ulrike Schmid unterlag mit 380:385. So lautete das Endergebnis 3:2 (1940:1932) für Kempten.
Gegen die Singoldschützen Großaitingen entwickelte sich abermals ein packender Wettkampf, an dessen Ende sich der kräfteraubende Vormittag bemerkbar machte. Schaitz bestätigte seine starke Form mit einem 393:388-Sieg, Obermaier bewies nach seinem verhängnisvollen Fehler mentale Stärke und sicherte sich mit 388:386 den Punkt. Meier (387:391), Brecheisen (384:390) und Schmid (379:381) mussten sich hingegen jeweils knapp geschlagen geben. Besonders in den entscheidenden Serien fehlte die letzte Konzentration. Am Ende stand eine weitere 2:3-Niederlage (1931:1936) zu Buche.
Damit zog der Tabellensiebte Großaitingen mit dem Sechsten Gundelsdorf nach Punkten gleich. Tagberg trennen noch sechs Einzelpunkte Vorsprung von diesem ersten Abstiegsplatz. Am 8. März steht das entscheidende letzte Wettkampfwochenende in Gundelsdorf an. Mit Pobenhausen und Oberndorf gastieren zwei weitere anspruchsvolle Gegner. Großaitingen gastiert in München, schießt gegen Allach III (2.) und Staudheim (4.). „Wir haben die bessere Ausgangslage“, kommentiert Tagbergs Sportlicher Leiter Gottfried Schmid und verweist neben den klar besseren Einzelpunkten auf den Heimvorteil.
Todtenweis im Pech: Drei Niederlagen mit nur einem Ring Rückstand
Dass man gegen den souveränen Spitzenreiter der Oberbayernliga West, die SG Wilzhofen, keine Siegeschance haben dürfte, davon war man im Lager der Gemütlichkeitschützen Todtenweis ausgegangen. Die 1:4-Niederlage gegen den Tabellenvorletzten Emmenhausen aber traf die Gastgeber völlig unerwartet. Besonders bitter: Drei direkte Duelle gingen mit nur einem Ring Unterschied verloren. Zumal Todtenweis durch die Pleite von einer bis dahin gesicherten Position im Mittelfeld plötzlich mit nur noch 10:14 Punkten wieder in den Abstiegskampf geraten ist.
Aber der Reihe nach. Zunächst hieß der Gegner Wilzhofen, das so selbstsicher auftrat, wie es die 20:0 Punkte in der Tabelle ausdrücken. Die Mannschaft ist beinahe ein „Familienbetrieb“, gecoacht vom Profischützen Maximilian Ulbrich. Tobias Kein hatte mit 384 Ringen das Nachsehen gegen Johannes Ulbrich (394). Paula Schapfl steigerte sich zwar auf 388 Ringe, doch Lisa Marie Höpp konterte mit sagenhaften 398 Ringen. Selbst Tobias Baumeisters 389 Ringe reichten nicht für einen Einzelpunkt, Johanna Schwinghackl erzielte 394 Ringe. Andreas Sauer ärgerte sich über seine nur 90 Ringe zu Beginn. Der Punkt ging an Raphael Schwarz (385:382). Katharina Schrettle unterlag Florian Ulbrich, der mit dem 385:373 den 5:0-Sieg für Wilzhofen (1956:1916 Ringe) perfekt machte.
Spannung am letzten Wettkampftag der Oberbayernliga
Im letzten Wettkampf standen sich die Gastgeber und die Burgschützen Emmenhausen gegenüber - mit frustrierendem Ausgang für Gemütlichkeit. Emmenhausen hatte in Summe 1892 Ringe, Todtenweis 1901. Trotzdem hatten die Gäste nach Punkten mit 4:1 die Nase vorne. Da half auch der klare Sieg von Paula Schapfl mit 16 Ringen Vorsprung nichts. Tobias Kein unterlag Julia Balser mit 385:386 Ringen. Als Isabell Balser gegen Paula Schapfl klar mit 375:391 Ringen verlor, keimte bei Todtenweis wieder Hoffnung auf. Doch Florian Völk gegen Baumeister (378:377), Julia Bachmann gegen Sauer (376:375 Ringe) und Magdalena Kerler gegen Schrettle (377:373) sicherten den Auswärtssieg.
Somit fällt am letzten Schießtag die Entscheidung im Abstiegskampf: Todtenweis muss in Huglfing gegen Gilching und Unterstall II an die Stände. Gleichzeitig blickt man nach Emmenhausen, wo unter anderem Mering gastiert. (AZ/at)
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