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Ammersee
01.09.2021

In Pähl gegründete Umweltorganisation erhält Friedenspreis

Bei einem Festakt in Münster erhielt die Organisation Plant-for-the-Planet mit Sitz in Uffing den Westfälischen Friedenspreis. Gegründet wurde die Organisation von Felix Finkbeiner (Zweiter von links) 2007 in Pähl.
Foto: Lino Mirgeler

Bäume pflanzen und Frieden stiften. Das gelingt Plant-for-the-Planet mit dem ehemaligen Pähler Schüler Felix Finkbeiner. Dafür erhält die Organisation einen hoch dotierten Preis.

Bäumepflanzen stiftet Frieden. So sehen das die Kinder und Jugendlichen von Plant-for-the-Planet. Fast ein Jahr später als geplant würdigte die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL) dieses langjährige Engagement. Pandemiebedingt war der für September 2020 geplante Festakt zur Vergabe des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens auf den 28. August verschoben worden. „Bäumepflanzen ist sowohl ein Lösungsansatz gegen die Klimakrise als auch eine friedensbildende Maßnahme“, betont Felix Finkbeiner, dessen Organisation Plant-for-the-Planet ausgezeichnet wurde, in einer Pressemitteilung. Er hat sie 2007 mit neun Jahren an seinem damaligen Wohnort Pähl ins Leben gerufen und erläutert dazu: „Wir junge Menschen geben allen Generationen Hoffnung, sich über Staatsgrenzen hinaus für eine gemeinsame, klimafreundliche und friedliche Zukunft einzusetzen.“

Finkbeiner ist das Vorbild von mittlerweile 92000 Kindern und Jugendlichen in 75 Ländern, die sich als Botschafterinnen und Botschafter für Klimagerechtigkeit engagieren: „Bäumepflanzen stiftet Frieden, weil wir als Weltgemeinschaft zusammenarbeiten. Wenn ich heute für ein Pflanzprojekt im Globalen Süden spende, können die Menschen dort Bäume pflanzen, die dann CO2 binden und uns so im Kampf gegen die Klimakrise helfen.“ Die Bundesvorsitzende des Verbandes der jungen Unternehmer, Sarna Roser, fasste in ihrer Laudatio den Einsatz der Kinder und Jugendlichen zusammen: „Sie zeigen, wie weit man mit Mut und Engagement kommen kann. Sie packen das Problem an. Wie ein guter Unternehmer das tun würde. Und genauso wie ein Unternehmer lernen sie aus Fehlern. Sie haben die Kritik angenommen und genau geprüft, was verbessert werden kann und setzen das dann auch um. Das ist der Erfolgsweg, um ihr Projekt immer besser zu machen und noch mehr Menschen zu überzeugen.“

Friedenspreis wird alle zwei Jahre vergeben

Der mit insgesamt 100000 Euro höchst dotierte deutsche Friedenspreis wird alle zwei Jahre anteilig in zwei gleichwertigen Kategorien vergeben: Mit ihm werden Persönlichkeiten oder Repräsentanten von Staaten ausgezeichnet, die zum Vorbild für Friedensarbeit in Europa und der Welt geworden sind. Der Jugendpreis wird an junge Menschen oder Jugendgruppen verliehen, die beispielgebend für Ausgleich und Frieden handeln. Weitere Preisträger sind in diesem Jahr Alexis Tsipras und Zoran Zaev.

Plant-for-the-Planet wurde 2007 in Pähl gegründet

Plant-for-the-Planet gibt es seit 2007. Der damals neunjährige Felix hielt ein Referat zur Klimakrise und hatte eine Idee, um etwas dagegen zu tun: Was wäre, wenn Kinder in jedem Land der Erde eine Million Bäume pflanzen würden? Seither sind viele Kinder und Jugendliche in seine Fußstapfen getreten, begeistern mit Vorträgen und pflanzen Bäume. Bäume verschaffen der Menschheit dabei einen Zeitjoker, um die CO2-Emissionen auf null zu senken. Um immer und überall Bäume pflanzen zu können, haben die Jugendlichen eine eigene digitale Plattform entwickelt. Jeder kann sein eigenes Renaturierungsprojekt digital verfolgen, mit Standort, Zeitpunkt, Baumart und dem Namen des Pflanzers. Mitpflanzen kann jeder per Spende, durch den Kauf der „Guten Schokolade“ oder über die Plant-for-the-Planet-App. (ak)

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