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Holzhausen: Das Münzer-Museum in Holzhausen öffnet

Holzhausen

Das Münzer-Museum in Holzhausen öffnet

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    Florian Münzer zeigt Werke seines Großvaters Adolf Münzer in einem neuen Museum in Utting/Holzhausen
    Florian Münzer zeigt Werke seines Großvaters Adolf Münzer in einem neuen Museum in Utting/Holzhausen Foto: Julian Leitenstorfer

    Zum 150. Geburtstag des Holzhauser Künstlers Adolf Münzer hätte es eröffnet werden sollen, das Adolf-Münzer-Museum in Holzhausen. Doch im Dezember 2020 machte dem Enkel Florian Münzer die Pandemie einen Strich durch die Rechnung. Jetzt blickt er zuversichtlich auf das kommende Pfingstwochenende.

    Auch wenn es aufgrund der Coronabestimmungen noch immer keine große Eröffnungsfeier geben kann, ist es zumindest möglich, ausgesuchte Werke des aus Oberschlesien stammenden Malers zu betrachten.

    Unter „normalen Umständen“ hätte der Dießener Kulturhistoriker Thomas Raff eine Eröffnungsrede gehalten und den Gästen einen ersten Einblick in das Leben und Wirken des Scholle-Künstlers Adolf Münzer gegeben. Dem Ammersee Kurier liegen seine Überlegungen zum Künstler und dem von Enkel Florian Münzer geschaffenen Museum vor. Darin heißt es: „Der sehr lesenswerte, von Florian Münzer verfasste Katalog trägt den Titel „Eine Künstlerbiografie zwischen Kaiserzeit und Bundesrepublik“, was unter Berücksichtigung der Lebensdaten des Künstlers, 1870-1953, durchaus gerechtfertigt ist. Aber in Wirklichkeit richtet sich das Leben eines Künstlers weniger nach den politischen als nach den künstlerischen Entwicklungen, die während seiner Lebenszeit stattfinden.“

    Werke des Scholle-Malers Adolf Münzer sind im neuen Münzer-Museum in Utting/Holzhausen zu sehen.
    Werke des Scholle-Malers Adolf Münzer sind im neuen Münzer-Museum in Utting/Holzhausen zu sehen. Foto: Anja Bach

    Raff berichtet, dass der aus Oberschlesien stammende Münzer mit 20 Jahren an die Münchner Akademie der Bildenden Künste kam, „damals die führende in ganz Deutschland“. Am stärksten geprägt worden sei Münzer durch Professor Paul Höcker, der damals als einziger seine Schüler auf die plein-air-Malerei, also das Malen im Freien, hingewiesen habe. „In diesem Rahmen verschlug es ihn schon früh und immer wieder an die idyllischen Ufer des Ammersees.“

    Bei Höcker habe Adolf Münzer junge Kollegen kennengelernt, die ihn auf seinem weiteren Lebensweg begleiten sollten: Leo Putz, Walter Georgi, Max Feldbauer und manche mehr.

    1896 wurden in München zwei wichtige Zeitschriften gegründet: Jugend und Simplicissimus. In beiden konnte Münzer „mit großem Erfolg seine mondän-schmissigen, an den französischen Grafikern geschulten Zeichnungen“ veröffentlichen. Damit machte er sich einen Namen, verdiente gutes Geld, sodass sich eine Grafiker-Karriere angeboten hätte. Werbung, Buchillustration, alles habe ihm offengestanden, so Raff.

    Bald können Besucher die Werke des Scholle-Malers Adolf Münzer betrachten.
    Bald können Besucher die Werke des Scholle-Malers Adolf Münzer betrachten. Foto: Florian Münzer

    „Aber Münzer hatte Malerei studiert, und Maler wollte er werden.“ Auf diesem Gebiet sei die Malerei der Münchner Secession seine Heimat geworden, jene Richtung, die sich von der traditionellen Historien- und Porträtmalerei abwandte, das Licht und die Freiheit, die Farbe und die Spontaneität zum Ausdruck bringen wollte. „In diesem Umfeld bewegte er sich künstlerisch, hier hat er seine besten, bis heute überzeugenden Werke geschaffen“, berichtet Raff weiter.

    Auch aus dieser Phase lassen sich einige Großformate im Holzhausener Museum bewundern.

    Mit anderen Zeitgenossen schloss sich Adolf Münzer zur Künstlergruppe „Scholle“ zusammen und wählte Holzhausen zum Wohnort. „Wie ein Rausch entwickelte sich seine Malerei, begleitet und beflügelt von einer großen Liebesgeschichte, die in einer Ehe mündete“, weiß der Kulturhistoriker. Ihn freue es sehr, dass Florian Münzer jetzt das kleine Museum eröffnen könne, damit „wenigstens von einem der Holzhauser Scholle-Maler vor Ort ein Eindruck von der vielfältigen Kreativität dieses Künstlerdorfes zu gewinnen ist.“

    Ab Pfingsten ist das Adolf Münzer-Museum in Holzhausen, Adolf-Münzer-Straße 13, bis Oktober jeweils am Sonntag von 14 bis 17 Uhr nach vorheriger telefonischer Anmeldung unter der Nummer 08806/958135 geöffnet.

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