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Ammersee: Ein perfekter Neustart für den Dießener Töpfermarkt

Ammersee

Ein perfekter Neustart für den Dießener Töpfermarkt

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    Einen perfekten Start erlebte der Dießener Töpfermarkt an Christi Himmelfahrt.
    Einen perfekten Start erlebte der Dießener Töpfermarkt an Christi Himmelfahrt. Foto: Christian Rudnik

    Die Umstände, unter denen der Dießener Töpfermarkt an Christi Himmelfahrt in die Nach-Corona-Zeit startete, hätten kaum besser sein können. Zum Auftakt herrschte bestes Marktwetter, Veranstalter, Aussteller und Besucher strahlten mit der Sonne am weiß-blauen Himmel um die Wette. Mit dreijährigem Abstand zum vorhergehenden Töpfermarkt 2019 wurde eigentlich Bekanntes und Vertrautes wieder zu einer neuen Erfahrung.

    Dass man sich auf der größten Baustelle Dießens befindet, ist an den Töpfermarkt-Tagen in den Seeanlagen kaum wahrnehmbar, so sehr wird das Auge auf die Formen, Farben und Inszenierungen an den 165 Ständen von Ausstellern aus elf europäischen Ländern gelenkt, und die Massen an Besuchern verdecken am ersten Markttag die Bauzäune vor der Kulisse des Ammersees weitgehend, während die nagelneuen Treppenstufen am Ufer zu einer Rast einladen.

    Eine Prinzessin eröffnet den Dießener Töpfermarkt

    Pünktlich um 10 Uhr landet die MS Utting am Dießener Dampfersteg an und es ergießt sich ein großer Strom an Menschen, die nach Dießen zum Töpfermarkt kommen. Danach verlassen noch weitere knapp 100 Passagiere das Schiff, die von drei Musikern und der Jugendgruppe des Dießener Trachtenvereins angeführt werden. Denn zu den festen Bestandteilen des Töpfermarkt-Auftakts gehört auch eine morgendliche Dampferfahrt für Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Tourismus.

    Im Mittelpunkt stand dieses Mal aber kein prominenter Politiker oder bekannte Politikerin, dem oder der es oblag, den Töpfermarkt zu eröffnen. Das übernahm in diesem Jahr Auguste Prinzessin von Bayern, die mit ihrem Ehemann Ferdinand Prinz zur Lippe-Weißenfeld und ihren vier Buben zum Töpfermarkt gekommen war. Lange war ja gerätselt worden, wer den Töpfermarkt eröffnen wird, aber was lag da für Bürgermeisterin Sandra Perzul näher, als mal bei ihrer früheren Mitschülerin aus dem Gymnasium in St. Ottilien deswegen nachzufragen. Es sei ihr eine Ehre und Freude, den Töpfermarkt nach zwei besonders für die Künstler schwierigen Jahren eröffnen zu dürfen, sagte die Urururenkelin des Prinzregenten Luitpold, der zur Jahrhundertwende bei Künstlern und Kunsthandwerkern ebenso ein gern gesehener Gast war.

    Der Dießener Töpfermarkt wird als der wichtigste in Europa gesehen

    Anschließend führte Marktleiter Wolfgang Lösche Auguste von Bayern und weitere Ehrengäste über den Markt, wo schnell deutlich wurde, dass der Töpfermarkt 2022 nicht nur ein Jubiläumsmarkt (zum 20. Mal in den Seeanlagen) ist, sondern auch ein mit viel Vorfreude erwartetes Ereignis ist. Es dauerte nicht lang, bis es auf den Wegen zwischen den Ständen richtig eng wurde und das Pack- oder Zeitungspapier zu knistern begann, mit denen die gekauften Stücke eingewickelt wurden. Der Dießener Töpfermarkt, sagte Lösche beim Rundgang im Pavillon, wo die Jubiläumsbeiträge zum Thema „20 Jahre Dießener Töpfermarkt“ zu sehen sind, beschere vielen Ausstellern ein Drittel ihres Jahresumsatzes.

    Farben, Formen und Inszenierungen vor der Kulisse des Ammersees: Der Dießener Töpfermarkt ist in gewohnter Schönheit zurück.
    Farben, Formen und Inszenierungen vor der Kulisse des Ammersees: Der Dießener Töpfermarkt ist in gewohnter Schönheit zurück. Foto: Christian Rudnik

    Und das bestätigen dieses auch selber: „Das ist der beste Markt in Europa“, findet etwa Gorriz de German aus Spanien, der mit seiner riesigen Schar an Kinderfiguren auch eines der gefragtesten Fotomotive auf dem Markt haben dürfte. „Die Leute sind hier wirklich interessiert, sie kommen nicht nur um zu gucken, sondern kommen zu kaufen.“ „Das ist ein Verkaufserlebnis“, ist auch am Stand von Monika Drescher-Linke aus Jandelsbrunn schon kurz nach der Eröffnung zu hören. Angelika Peteranderl, die Frau des Präsidenten der Handwerkskammer von München und Oberbayern, Franz Xaver Peteranderl, lässt sich da gerade ein Stück Gartenkeramik einpacken.

    Eine Sonderschau zeigt preisgekrönte Arbeiten aus 20 Jahren

    Drei Jahre nach dem letzten Töpfermarkt in Dießen ist der Nachholbedarf groß, und manches erscheint neu, was eigentlich seit vielen Jahren vertraut ist. Die Schlangen- und Eidechsenfiguren von Georg Mathes etwa, sind die neu auf dem Töpfermarkt? Nein, versichert der Keramiker, er sei schon viele Jahre in Dießen dabei. Am anderen Ende des Töpfermarkts fällt der große Stand mir Irdenware mit Schlickermalerei von Toni Maurer aus Kempten. Sie kommt einem bekannt vor, aber dass Maurer dafür auch schon in Dießen preisgekrönt wurde, fällt einem dann erst beim Besuch der Ausstellung im „Blauen Haus“ auf. Dort werden alle seit 2001 vom Markt Dießen angekauften Siegerarbeiten des Dießener Keramikpreises gezeigt, während im Traidtcasten beim Marienmünster alle diesjährigen Wettbewerbsarbeiten zum Thema „Gefäß-Objekt-Gefäß“ ausgestellt sind.

    Der Töpfermarkt dauert noch bis Sonntag, 29. Mai, und ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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