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Bürgermeisterkandidaten äußern sich zur Seeanlage, Ortsentwicklung und Finanzlage

Schondorf

Bürgermeisterkandidaten äußern sich zur Seeanlage, Ortsentwicklung und Finanzlage

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    Die Neugestaltung der Seeanlage ist ein großes Thema in Schondorf.
    Die Neugestaltung der Seeanlage ist ein großes Thema in Schondorf. Foto: Julian Leitenstorfer (Archiv)

    Vor drei Jahren wurde der Sieger des Gestaltungswettbewerbs für die Schondorfer Seeanlage gekürt. Passiert ist danach nichts mehr, außer dass sich Protest gegen die Überlegung des Siegers formierte, die Ufermauer zu beseitigen. Gar seit Jahrzehnten ist die Seebergsiedlung ein Thema, ohne dass es vorangeht. Zu den Themen äußerten sich die Bürgermeisterkandidaten Louisa Brückl (Grüne) und Professor Gunther Hofmann (CSU) ebenso wie zum Gewerbe und zur Ortsentwicklung bei einer Veranstaltung im Restaurant Shiro Sushi. Und über allem steht die große Frage: Was kann angesichts der Finanzlage umgesetzt werden?

    Die Seeanlage sollte eigentlich umfassend neu gestaltet werden. Doch auch mit Mitteln aus der Städtebauförderung müsste die Kommune eine größere Summe aufbringen. Zudem beschloss der Gemeinderat, die Ufermauer erhalten zu wollen, was dem Siegerentwurf des Wettbewerbs widerspricht. Hofmann kritisierte die Abläufe: „Hier wurde viel Geld im Ofen versenkt, für Preisgeld und Bodengutachten. Das machen wir nicht noch mal. Kommunen brauchen einen Entscheider und keine zehn Sachverständigen. Ich treffe Entscheidungen und Sie können mir dann gerne die Schuld geben, wenn es doch nicht passt.“ Er wolle den Prozess neu und transparent aufrollen, so Hofmann. Brückl sagte dazu, dass der Ausbau des Spielplatzes und der Erhalt der Ufermauer Priorität haben, die weiteren Aspekte nicht. Sie will das Gespräch mit den Preisträgern suchen.

    Ein Dauerbrenner sind die gemeindlichen Immobilien in der Seebergsiedlung. „Das war schon 1996 bis 2002, als ich im Gemeinderat saß, Thema, geändert hat sich nichts“, so Hofmann. Er bezeichnete sie als „Problemimmobilie“, die wegen ihres Zustands kaum vermietbar sei. Er wolle das Thema anpacken und betonte die „soziale Verpflichtung“ gegenüber den Menschen, die dort wohnen. Brückl hob den Charme der kleinen Häuser mit Garten hervor. „Ich würde einen Teil erhalten und auf einem Teil neuen Wohnraum schaffen.“

    Gerungen wird in Schondorf auch seit Jahren um die Finanzen. Viel Geld fließt in den neuen Kindergarten (12,4 Millionen Euro Kosten und 5,2 Millionen Förderung). Hofmann sagte, die Gemeinde könne nur auf Sicht fahren. Die Gemeinden müssten viele Aufgaben tragen, bekommen aber nur einen Teil von Bund und Land finanziert, beklagt er. „Ich werde dafür kämpfen, dass die Kreisumlage nicht noch weiter steigt.“ Bei den freiwilligen Leistungen (100.000 Euro) zu sparen, bringe angesichts von acht Millionen Euro für Pflichtausgaben wenig.

    Auch Brückl blickt mit Sorge auf den Haushalt. Es müsse sichergestellt werden, dass die Tilgung von Krediten funktioniere, sonst bekomme die Gemeinde keine neuen mehr. Sie hofft auf mehr Einnahmen aus Vermietungen und will gemeindliche Grundstücke nur im Notfall verkaufen. Sie sprach sich zudem dafür aus, den Haushalt schon im Januar, nicht erst im März zu verabschieden, um früher Klarheit zu haben. Brückl will zudem einen Plan erarbeiten, der für die nächsten Jahre festlegt, was Muss- und was Kann-Themen sind.

    Hofmann stellte noch einen weiteren Ansatz in den Raum: „Wir brauchen einen Topf, an den der Kreis nicht rankommt. Einnahmen außerhalb der Gemeindeverwaltung.“ Er sprach sich dafür aus, Kommunalwerke oder Genossenschaften für Projekte in der Zukunft zu gründen. Schondorferinnen und Schondorfer könnten Anteile an gemeindlichen Immobilien erwerben, schlug er vor. Brückl entgenete: „In Genossenschaften braucht man viel Kapital, damit es funktioniert und es wird eine Rendite erwartet, das ist mir zu riskant. Was, wenn es nicht funktioniert?“ Es gebe viele gelungene Beispiele, so Hofmann.

    Mischgebiete sollen Ansiedlung von Gewerbe in Schondorf voranbringen

    Mehr Einnahmen wollen die Kandidaten auch über die Gewerbesteuer generieren, doch der Platz für Neuansiedlungen ist knapp. Brückl kann sich mehr Mischgebiete vorstellen, in denen Wohnen und nicht störendes Gewerbe (Büros, Anwaltskanzleien, Arztpraxen, Friseure) nebeneinander existieren. Hofmann regte an, an der Landsberger Straße gemeinsam mit den Eigentümern Konzepte zu entwickeln. „Da haben wir viel Leerstand.“ Er verwies zudem darauf, dass es noch eine größere Fläche gebe, auf der ein Mischgebiet ausgewiesen werden könnte. Konkreter dürfe er zum aktuellen Zeitpunkt aber nicht werden. Brückl erklärte, den Wochenmarkt wiederbeleben zu wollen.

    Beide Kandidierenden setzen beim Ortsbild auf maßvolle Nachverdichtung und lobten die Sanierungssatzung, auch wenn da in der Kommunikation einiges nicht optimal gelaufen sei. Mit Blick auf die Kapazitäten des Kanalnetzes und zunehmende Starkregenereignisse sei alles andere auch unverantwortlich, so Hofmann. Brückl schloss bei der Diskussion zudem eine Umgehungsstraße und die Einführung des Bauturbos aus. Das zunächst bis 2030 befristete Gesetz soll die Schaffung von Wohnraum beschleunigen. Kommunen haben damit die Gelegenheit, schneller und einfacher neuen Wohnraum zu schaffen, indem sie von Bauvorschriften abweichen und Verfahren beschleunigen. Abgelehnt hat es kürzlich auch der Gemeinderat Utting. Dort hieß es, dass weder Fachjuristen noch kommunale Spitzenverbände sich aktuell in der Lage sähen, die Auswirkungen auf Bauleitplanung und Genehmigungsverfahren seriös einzuschätzen.

    Louisa Brückl

    Alter und Familienstand: 37 Jahre, verheiratet, ein Kind.

    Erlernter/ausgeübter Beruf: Psychologin und systemische Therapeutin. In Ausübung: Führungskraft im Personalmanagement.

    Hobbys: Joggen und Kraftsport, Kochen und ich liebe es, Feste auszurichten. 

    Politische Ämter: keine

    Sollten Sie gewählt werden, was ist Ihre erste Amtshandlung? Meine erste Amtshandlung wäre eine Einladung an die neuen Gemeinderäte zu einer Klausur, fürs Teambuilding und um die ganz großen Themen gemeinsam zu priorisieren. Anschließend möchte ich alle Gemeindemitarbeitenden kennenlernen.

    Was gefällt Ihnen an Ihrem Ort? Schondorf hat ein besonderes Flair. Es ist eine Mischung aus Offenheit, Traditionsbewusstsein und Vielfalt.

    4. Was bringt Sie zum Lachen? Situationskomik 

    Louisa Brückl (Grüne) bewirbt sich um das Amt der Bürgermeisterin in Schondorf.
    Louisa Brückl (Grüne) bewirbt sich um das Amt der Bürgermeisterin in Schondorf. Foto: Brückl

    Gunther Hofmann

    Alter und Familienstand: 68 Jahre, verheiratet, 4 erwachsene Kinder, 2 kleine Enkelinnen.

    Erlernter/ausgeübter Beruf: Studium der Humanmedizin und Physik, beides mit Promotion abgeschlossen. Habilitation im Fach Chirurgie. 42 Berufsjahre als Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie, mehr als 20 Jahre davon als Klinikdirektor in Halle/Saale und Jena, Lehrstuhl für Unfallchirurgie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena.

    Hobbys: Langstrecken-Fahrradtouren inklusive Alpen-Cross, Wassersport, ökologischer Waldbau, Denkmalschutz und Restauration.

    Politische Ämter: Stellvertretender Vorsitzender des Gesundheits- und Pflegepolitischen Arbeitskreises der CSU im Kreisverband Landsberg, Mitglied im Ortsvorstand der CSU Schondorf, Mitglied im Verwaltungsrat des Klinikums Landsberg.

    Sollten Sie gewählt werden, was ist Ihre erste Amtshandlung? Innerhalb der ersten drei Wochen möchte ich mit jeder/jedem einzelnen Mitarbeiterin und Mitarbeiter der Gemeinde ein Kennenlern-Gespräch führen. Ich möchte von ihnen erfahren, was jeden einzelnen zu seiner Arbeit motiviert, was sie/er gut findet, was nicht und vor allem, was wir in den kommenden sechs Jahren gemeinsam anders angehen und besser machen können.

    Was gefällt Ihnen an Ihrem Ort? Schondorf ist meine Heimat seit mittlerweile 50 Jahren. Ich liebe die Landschaft, den See, die Atmosphäre und die Menschen. Ebenso ist es das ehrenamtliche Engagement der Schondorferinnen und Schondorfer in der Daseinsvorsorge und in den vielen Vereinen. Wenn ich unten an der Windach in unserem Wald arbeite und das Zwitschern der Vögel und in der Ferne das Läuten der Schondorfer Kirchenglocken höre, geht mir das Herz über.

    Was bringt Sie zum Lachen? Der liebenswerte Umgang mit Menschen jeden Alters! Spielende Kinder, ebenso wie ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich darüber freuen, dass sie am Leben in einer Gemeinschaft teilnehmen dürfen und können. Oder eine Patientin/ein Patient, die/der mich Jahre nach der Behandlung besucht, um mir zu zeigen, was aus ihr/ihm geworden ist. Zum Lachen bringt mich auch so manche Stilblüte.

    Prof. Dr. Dr. Gunther Hofmann (CSU) will nach seiner langjährigen beruflichen Tätigkeit als Mediziner Bürgermeister in Schondorf werden.
    Prof. Dr. Dr. Gunther Hofmann (CSU) will nach seiner langjährigen beruflichen Tätigkeit als Mediziner Bürgermeister in Schondorf werden. Foto: Michaela Hofmann
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