Der Umbau des Dorfstadls zum Veranstaltungsraum steht seit Langem auf dem Wunschzettel der Obermühlhauser Vereine. Nun soll das Projekt endlich umgesetzt werden. Auch ein flexibel abbaubarer Schießstand für die Schützengesellschaft ist vorgesehen. Die Gesamtkosten von 325.000 Euro werden im laufenden Jahr mit 88.000 Euro aus bestehenden Haushaltsmitteln gedeckt, die Restfinanzierung erfolgt 2027. Der Marktgemeinderat sprach sich mehrheitlich (23:1) für diese Investition aus.
Begonnen habe die Planung zur Nutzungsänderung des ehemaligen Lagerhauses bereits unter der Regie ihres Vorgängers Herbert Kirsch, erklärte Bürgermeisterin Sandra Perzul (Dießener Bürger). Mittlerweile sei die Planung weitgehend abgeschlossen. 2025 sei außerdem die Schützengesellschaft Obermühlhausen an die Gemeinde herangetreten, mit dem Anliegen, im Dorfstadl eine Schießanlage zu installieren. Dafür habe man eine Möglichkeit gefunden. Die Tektur soll jetzt dem Landratsamt vorgelegt werden. Die Mehrkosten übernimmt die Schützengesellschaft.
Der Ortssprecher spricht von einer „Herzensangelegenheit“ der Obermühlhauser
Unter Berücksichtigung des Brandschutzes und der Fluchtwege könnten die Schießbahnen im hinteren Bereich des großen Versammlungsraumes quer angeordnet werden, erläuterte Planer Tobias Conrad. Mit dem zweiten Rettungsweg werde das Gebäude etwas mehr nach außen geöffnet und wahrgenommen und füge sich gut in die Nachbarschaft von Kirche und Maibaum ein. „Das ist eigentlich der zentrale Ort in Obermühlhausen, dem man so ein noch ansprechenderes Gesicht geben kann“, meinte der Architekt. Auch der Brettermantel aus der Originalbauzeit des Gebäudes sollte erneuert werden.
Der Dorfstadl sei seit vielen Jahren eine „Herzensangelegenheit der Obermühlhauser“, betonte Ortssprecher Franz Vogt. Seitdem die Raiffeisenbank das Gebäude an die Gemeinde verkauft habe, fänden dort immer wieder Veranstaltungen statt. Das Gebäude entspreche allerdings bisher nicht der Versammlungsstättenverordnung für bis zu 200 Personen, die im großen Raum Platz finden würden. Mit dem Umbau, so Vogt weiter, entstehe eine multifunktionale Veranstaltungsstätte, die zwar in Obermühlhausen stehe, aber der Gemeinde gehöre und entsprechend auch für andere Institutionen nutzbar sei. Durch seinen kleinen und großen Raum sei der Dorfstadl hinsichtlich der Nutzungen „unheimlich flexibel“. Gemessen an dieser Funktionalität sei eine entsprechende Investition durchaus angebracht.
Der Dorfstadl soll barrierefrei werden
Der erste Bauabschnitt, zu dem die barrierefreie Neugestaltung des Eingangsbereichs, die Erneuerung der Eingangstüre, ein Treppenlift und eine barrierefreie Toilette im Erdgeschoss gehören, soll nach Möglichkeit noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden. Der zweite Bauabschnitt, zu dem auch die Dämmung des Gebäudes gehört, soll 2027 folgen.
Patrik Beausencourt (SPD) wollte wissen, wie die Nutzung des Stadls geregelt werde und wer dort eine Privatfeier machen dürfe. Außerdem befürchtete Beausencourt möglicherweise Interessenkonflikte zwischen den Schützen und anderen Nutzern.
„Die Mietpreise müssen wir mit dem neuen Gemeinderat regeln“, erklärte Bürgermeisterin Perzul. Und auch darüber, ob private Feiern erlaubt würden, sei zu diskutieren. Interessenkonflikte mit den Schützen befürchtet Ortssprecher Vogt nicht: Der große Raum werde drei- bis sechsmal im Jahr für große Veranstaltungen genutzt. Ob jedes Mal die Schießanlage abgebaut werden müsse, was kein großer Aufwand sei, sei eine Einzelfallentscheidung.
Jürgen Zirch (CSU) ging davon aus, dass die Schützengesellschaft, ebenso wie die Schützen in Dettenhofen und in St. Georgen, sowie die anderen Obermühlhauser Vereine dazu bereit seien, Eigenleistungen zu erbringen. Das sei „absolut kein Problem“, entgegnete Ortssprecher Vogt.
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