Auf der Birkenallee zwischen Dießen und Fischen kann es in einigen Wochen passieren, dass plötzlich eine rote Ampel aufleuchtet. Seit ein paar Tagen stehen auf beiden Seiten der Brücke über die Neue Ammer kurz vor Fischen noch mit Planen verhängte Lichtsignalanlagen. Dazu werden noch Kameras installiert. Zweck der Übung ist es, die dringend erneuerungsbedürftige Brücke keinen sehr hohen Tonnagen mehr auszusetzen. Kameras und Ampeln sollen verhindern, dass der Flussübergang von zwei Lkw mit mehr als 30 Tonnen Gewicht gleichzeitig befahren wird.
Die Baumaßnahme hatte der für die Landkreise Landsberg und Weilheim-Schongau zuständige Abteilungsleiter Andreas Lenker im Winter angekündigt. Sobald die Anlage an das Stromnetz angeschlossen ist, soll ein Probebetrieb anlaufen, in etwa vier Wochen sei nach Abnahme durch Landratsamt und Polizei ein Dauerbetrieb geplant.
Warum eine Behelfsbrücke über die Neue Ammer notwendig ist
Der Neubau der inzwischen 93 Jahre alten Brücke wird seit mehreren Jahren geplant. Um sie bauen zu können, muss ein Planfeststellungsverfahren durchlaufen werden. Ein solches hatte die Regierung von Oberbayern bereits 2021 eingeleitet. In der Folge wurde die Brücke nach Kritik von Naturschützern etwas gedreht und um etwa einen Meter nach Süden verschoben. Die geänderte Planung werde voraussichtlich im Sommer ausgelegt. Wenn danach ein Planfeststellungsbeschluss und damit eine Baugenehmigung vorliegt, könnte der Brückenneubau beginnen. Zunächst soll eine Behelfsbrücke errichtet werden, die den Verkehr aufnimmt, während die alte Brücke abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt wird. Wann dies geschehen wird, lässt Lenker aber offen.
Einfacher und deutlich kostengünstiger wäre es laut Lenker indes gewesen, anstelle einer Behelfsbrücke gleich eine dauerhafte Brücke neben der bisherigen neu zu bauen und die alte dann abzureißen. Das sei aber aus naturschutzfachlichen Gründen nicht möglich.
Rot wird die Ampel nur ganz selten leuchten
Bis zum Bau der Behelfsbrücke wird der alte Flussübergang beampelt. Dieser war Anfang der 1930er-Jahre so ausgelegt worden, dass er von zwei 30-Tonnen-Fahrzeugen gleichzeitig benutzt werden kann. Zulässig sind nach der Straßenverkehrsordnung aber Fahrzeuge mit bis zu 44 Tonnen. Kameras und Ampeln sollen nun verhindern, dass gleichzeitig zwei solcher Schwerlastfahrzeuge die Neue Ammer überqueren. Sobald eine der beiden Kameras einen solchen Lkw erkennt, wird künftig auf der anderen Seite der Brücke die Ampel auf Rot springen. Lenker rechnet jedoch nicht, dass es oft dazu kommt. Pro Tag führen auf der Birkenallee nicht mehr als 70 Schwerlastfahrzeuge, die Wahrscheinlichkeit, dass sich zwei auf der Brücke begegnen, sei entsprechend gering.
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