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Jesenwang: Einmalig in Europa: Der Willibald-Ritt durch die Jesenwanger Kirche

Jesenwang

Einmalig in Europa: Der Willibald-Ritt durch die Jesenwanger Kirche

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    Zum 301. Mal findet am Sonntag, 9. Juli, der Willibaldritt in Jesenwang statt.
    Zum 301. Mal findet am Sonntag, 9. Juli, der Willibaldritt in Jesenwang statt. Foto: Manfred Amann

    Bereits zum 301. Mal findet am Sonntag, 9. Juli, in Jesenwang der traditionelle Willibaldritt statt. Der Freundeskreis St. Willibald und die Gemeinde Jesenwang erwarten zu dieser weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannten Brauchtumsveranstaltung wieder an die 300 Reiterinnen und Reiter mit ihren herausgeputzten Pferden, tausende Zuschauer und viel Prominenz. Mehrere Musikkapellen begleiten den Festzug. Kutschen-, Leiterwagen- und Truhenwagen-Gespanne, auf denen Ministranten, Senioren und Honoratioren Platz nehmen, reihen sich laut Pressemitteilung ebenso ein wie der Fahnenwagen der Ortsvereine. 

    Höhepunkt des Willibaldrittes ist der Durchritt durch die Kirche nach der Segnung am Nordportal, der für Ross und Reiter eine besondere Herausforderung bedeutet. Er gilt als einmalig in Europa. Für das Engagement zur Erhaltung des Brauchtums wurde der Freundeskreis mit dem Bayerischen Heimatpreis ausgezeichnet. Zudem ist der Willibaldritt in die bayerische und in die deutsche Liste des UNESCO-Welt-Kulturerbes aufgenommen worden. 

    Der Willibaldritt geht auf ein Gelöbnis aus dem Jahr 1712 zurück

    Der Willibaldritt geht auf ein Gelöbnis zurück, das Jesenwanger Bauern im Jahre 1712 ablegten, als sie in ihrer Not Hilfe vom Heiligen erflehten. Damals grassierte in der Gegend eine Viehseuche, der hauptsächlich Pferde zum Opfer fielen, die für die Landwirtschaft unentbehrlich waren. Die Jesenwanger „verlobten“ sich dem Heiligen, heißt es, woraufhin es keine Vieherkrankung mehr gegeben haben soll. 

    In den frühen Morgenstunden sind Wallfahrten aus der Umgebung angekündigt, um 8 Uhr findet ein Wallfahrergottesdienst und um 10 Uhr das Patrozinium-Hochamt statt. Vor und nach dem Durchritt kann die spätgotische Willibaldkirche besichtigt werden. Sehenswert sind der Hochaltar von 1617 sowie die 1910 freigelegte spätgotische Holzdecke und die Brüstung der Empore. Auf die Decke sind neben 561 Sternmotiven 594 verschiedene Blumen gemalt, 191 Blüten kommen an der Empore hinzu. Bemerkenswert sind auch die Symbole der zwölf Medaillons im Zentrum der dreigeteilten Holzdecke, der bedeutendsten ihrer Art in Altbayern. 

    Erinnerung an das Gelöbnis und Biergartenbetrieb

    Um 13.15 Uhr wird am Maibaum ein Platzkonzert gegeben und ab 13.30 Uhr startet der Willibaldritt am Jesenwanger Gemeinschaftshaus. Vor der Segnung der Pferde und dem Durchritt wird am Kastanienhain neben der Kirche an das Gelöbnis erinnert. Den ganzen Tag über ist im Kastanienhain Biergartenbetrieb und auch die örtlichen Gasthäuser haben geöffnet. Weitere Informationen und Bilder gibt es unter willibaldritt-jesenwang.de. (AZ)

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