"Was, wenn alle Wahrheit Wahrnehmung ist?" steht in großen Lettern in einem schlichten Bilderrahmen, der im Kunstpavillon der Arbeitsgemeinschaft Diessener Kunst zu sehen ist. Ein Gedanke, den man im Vorbeigehen mitnimmt, der einen beschäftigt, wenn man hinaus aufs Wasser blickt. Nuë Ammann liebt das Spiel mit Wörtern und allem, was sich daraus ergeben kann - Aphorismen und philosophische Gedanken, die ihr aus der Feder fließen. Sie schreibt Gedichte und verleiht der Sprache Gestalt.
Man erinnert sich an jene riesige Tafel, die Nuë Ammann im ersten Corona-Frühling als Sinnbild für Gemeinsamkeit in den Dießener Seeanlagen aufbaute. Es waren Gedichte und Gedanken, die stilvoll auf Tellern serviert wurden und die trotz Abstand Nähe schafften. Ammanns nächstes Projekt soll ein Kunstbuch mit dem Arbeitstitel "Herzstücke" sein: "Ein großes Thema, das mich seit Langem begleitet, ist das Nachspüren der Verwurzelung, der Verortung, der Heimat, wo komme ich her, wer bin ich."
Neben ihrer gestalterischen Arbeit schrieb und inszenierte Nuë Ammann ab 1994 Theaterstücke und Kurzfilme. 2006 wurden ihre Arbeiten beim Filmfest in München mit dem "Tankred-Dorst-Preis" gewürdigt.