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Vortrag über Phosphor sichert Science-Slam-Sieg am Ammersee-Gymnasium in Dießen

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Vortrag über Phosphor zündet am Ammersee-Gymnasium am besten

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    Jannes Rückel konnte beim Science-Slam am Ammersee-Gymnasium bei den rund 200 Besuchern am meisten punkten.
    Jannes Rückel konnte beim Science-Slam am Ammersee-Gymnasium bei den rund 200 Besuchern am meisten punkten. Foto: Ammersee-Gymnasium

    „Ich war sehr gespannt, wie die Kurzvorträge unserer drei Science-Slammer Prof. Dr. Claudia Trepmann, Laura Boltersdorf und Jannes Rückel von den Schülerinnen und Schülern aufgenommen werden“, berichtet Chemielehrer Max Theuerkorn, der Organisator der Veranstaltung. Bei diesem Wettbewerb am Dießener Ammersee-Gymnasium (ASG) referierten die Wissenschaftler über ihre Forschung und ließen sich bewerten. Die Meinung von fast 200 Zuhörenden wurde in Punkte von eins (sehr mäßige Darstellung) bis zehn (exzellente, überzeugende Präsentation) umgemünzt. Boltersdorf und Rückel gingen einst am ASG zur Schule, wie es in einer Mitteilung des ASG heißt.

    Zunächst aber war Claudia Trepmann dran. Sie ist Professorin für Geologische Deformation und Transformation von Gesteinen an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Große Erdbeben entstehen in Tiefen von rund zehn Kilometern, erläuterte Trepmann. Die Vorgänge in diesem Bereich seien daher von großem Interesse. Doch selbst die tiefsten Bohrungen erreichen diesen nicht – die Bohrer werden bei den dort herrschenden Temperaturen zu weich. Da helfe ein Blick in die Vergangenheit: „Jedes Jahr wird im Schnitt ein Millimeter der Erdoberfläche durch Erosion abgetragen, sodass nach zehn Millionen Jahren das Gestein zutage tritt, das damals in zehn Kilometern Tiefe vergleichbare Prozesse durchlief wie heute.“ Untersuchungen von Gesteinen aus diesen Tiefen, etwa unter dem Elektronenmikroskop, mit Dünnschliffen und polarisiertem Licht, erlaubten Rückschlüsse auf Prozesse im Entstehungsgebiet von Erdbeben.

    Laura Boltersdorf beschäftigt sich mit der Effizienz von Tumor-Therapien

    Um Tumorgewebe auf Eigenschaften wie Metastasierung, Bildung neuer Blutgefäße und Tumorwachstum zu untersuchen, kann man dieses nach Entfernen der Eierschale auf der stark durchbluteten Membran (CAM) eines befruchteten Hühnereis kultivieren, so die zweite Slammerin und ehemalige ASG-Schülerin Laura Boltersdorf. Währenddessen wird das Ei über einige Tage warmgehalten (inkubiert). „Sind Tumorzellen vorhanden, so veranlassen sie, dass neue Blutgefäße zu ihrer Versorgung über das Ei gebildet werden.“ Diese Methode ermöglicht es, Medikamente an Gewebeproben zu testen, um so die effektivste Therapie für Patienten zu finden, so Boltersdorf.

    Phosphor ist brandgefährlich, aber sehr gefragt

    „Auf der Suche nach dem Stein der Weisen, der unedle Metalle in Silber und Gold verwandelt, entdeckte Hennig Brand 1669 das Element Phosphor“, referierte der dritte Wettbewerber Jannes Rückel, ebenfalls ein ehemaliger Schüler des ASG. „Es ist ja naheliegend, 50 Liter Urin wochenlang stehenzulassen und dann so lange einzudampfen, bis ein weißer Festkörper übrigbleibt“, fuhr er ironisch fort. Dieser Stoff versagte als Stein der Weisen, leuchtete aber im Dunkeln, erwies sich als hochgiftig und brandgefährlich. Seine Verwendung in Streichhölzern führte oft zur Selbstentzündung in der Hosentasche und wurde daher rasch wieder verboten. Heute werden jährlich zigtausend Tonnen Phosphor weltweit benötigt, beispielsweise für Dünger, Waschmittel und Säuerungsmittel für Getränke. Wie dieser Stoff einfach und schnell in die gewünschten Verbindungen umgesetzt werden kann, erforscht Rückel an der Universität Regensburg. Das Publikum war fasziniert von seinem Vortrag und wählte ihn mit durchschnittlich mehr als neun Punkten zum Sieger des Slams.

    „Auf unterhaltsame Weise erkennen unsere Schülerinnen und Schüler in diesen Vorträgen beispielhaft die Möglichkeiten der Naturwissenschaften“, betont Schulleiter Alfred Lippl und weist darauf hin, dass zugleich ethische Fragen aufgeworfen werden. „Solch eine unmittelbare Begegnung regt dazu an, sich mit komplexen Abwägungen auseinanderzusetzen, und kann daher den Unterricht über die Naturwissenschaften hinaus bereichern.“

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