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50 Jahre Vereinsheim Häder: Wie aus einer Idee wird ein Leuchtturm-Projekt wurde

Häder

50 Jahre Vereinsheim: Wie aus einer Idee ein Leuchtturm-Projekt wurde

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    Seit 50 Jahren gibt es das Vereinsheim in Häder. Dort ist einiges geboten.
    Seit 50 Jahren gibt es das Vereinsheim in Häder. Dort ist einiges geboten. Foto: Joachim Aumann

    Mit dem Verschwinden der Dorfgasthäuser zu Ende des vergangenen Jahrhunderts traten an deren Stelle meist Vereins- mitunter auch Sportheime, in der Regel in Regie von Vereinen, gelegentlich auch verpachtet. Mancherorts gibt es überdies Pfarrheime, Schützenheime, Feuerwehrhäuser, Bauwagen und sonstigen informellen Treffpunkten. Anders im Dinkelscherber Ortsteil Häder, wo die Verantwortlichen bereits vor 50 Jahren als eine der ersten Gemeinden in der Region die alte Schule zum Ortsmittelpunkt umgestalteten.

    Der Legende nach seien einige örtliche Honoratioren nach dem letzten Faschingsball 1974 im damals noch bestehenden Dorfgasthaus ins gegenüber liegende Schulhaus gewechselt. Dort hätten sie in den frühen Morgenstunden beschlossen, dass dieses Gebäude künftig als Dorftreffpunkt dienen möge. Dem folgte auch bald der entsprechende Beschluss, der damals noch selbständigen Gemeinde und am 15. März 1975 konnte Hebauf gefeiert werden.

    In Häder wurde das Vereinsheim in Eigenregie errichtet

    Es fielen Materialkosten von 16.930 Mark an, alle Arbeitsleistungen erfolgten freiwillig, örtliche Handwerker steuerten ihre Fachkompetenz bei. In Anbetracht der Investitionssummen heutiger kommunaler Projekte eine geradezu surreale Vorstellung. Das „Haus der Vereine“, welches heute unter der Bezeichnung „Scharfes Eck“ firmiert, wurde sofort angenommen und zur Heimat für alle örtlichen Vereine, die Bücherei, das Gemeindearchiv. Und für die ganz Kleinen gibt es inzwischen auch eine Krabbelgruppe.

    Dennoch waren die Verhältnisse, im Besonderen für den Schützenverein nicht optimal, zumal die Schießanlage mit nur vier Ständen zu klein war. Dies führte letztlich zu einer weiteren Renovierung mit Anbau eines zweckmäßigen Feuerwehrhauses von 1979 bis 1981, was die zentrale Bedeutung des Hauses nochmals steigerte. Hierbei entstanden Kosten von 238.000 Mark, wozu die Vereine selbst 41.000 Mark beisteuerten. Die unentgeltlichen Eigenleistungen hatten einen Wert von 251.000 Mark.

    Vereinsversammlungen, Geburtstagsfeiern, Stammtische, bunte Abende und nicht zuletzt die Faschingsbälle: Zahllos sind die Veranstaltungen, die das Vereinsheim zu einem Leuchtturm bürgerschaftlichen Engagements, weit über Häder hinaus machen. Das alles würde nicht funktionieren ohne fleißige Hände, die für den operativen Betrieb unter Leitung des Schützenvereins und dessen Vorsitzenden Christian Fichtel zuständig sind.

    Wegen Frühshopp: Gottesdienst beginnt in Häder früher

    Cheforganisator ist hierbei Richard Mehr, der für den Personaleinsatz und den Einkauf verantwortlich zeichnet: „Beim Einkauf setzen wir auf regionale Lieferanten, den örtlichen Metzger, die örtliche Bäckerei. Auch unser Bier beziehen wir seit 50 Jahren von derselben Brauerei“, berichtet Mehr, der neben seinem Beruf als Brauer nicht wenige Stunden seiner Freizeit als Vereinswirt opfert.

    Rund 15 Helfende, von denen acht dauerhaft eingesetzt sind, sorgen für den reibungslosen Gaststättenbetrieb. Bei der Großreinigung nach den Faschingsbällen packen alle Vereine mit an. Und die nächste Generation steht bereits in den Startlöchern, wenn der Nachwuchs von Richard Mehr kräftig mit anpackt. Neben Vereins- und Familienfeiern ist das Vereinsheim regulär am Freitag- und am Sonntagabend geöffnet. Um dem Frühschoppen am Sonntag ausreichend Zeit zu geben, beginnt der Sonntagsgottesdienst in Häder bereits um 8.30 Uhr.

    So ist es der Häderer Dorfgemeinschaft gelungen, einen zentralen Treffpunkt zu etablieren, der seit 50 Jahren weit über die Grenzen des Ortes hinausstrahlt. Gebührend gefeiert wird dieses Jubiläum am 8. November im Rahmen eines bunten Abends.

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