In Scharen strömten Besucher aus Nah und Fern am Wochenende nach Holzen, um das Flair des Johannimarktes „zwischen Tradition und Klosteridyll“ zu genießen. Graf Ernst von Treuberg rief den Jahrmarkt im 19. Jahrhundert anlässlich des Patroziniums der Klosterkirche „St. Johannes der Täufer“ ins Leben. Seither herrscht einmal im Jahr ein buntes Markttreiben in Holzen - der Johannimarkt gilt als Besuchermagnet in der Region.
Schon ab Samstagnachmittag stöberten die Besucher durch die reich bestückten Stände des Johannimarktes, den die Gemeinde Allmannshofen gemeinsam mit den Ortsvereinen organisiert. Über 120 Firanten und Schausteller warteten auf die Besucher. Vom Nützlichen über Schönes und Leckeres war alles geboten, ob scharfe Küchenmesser, Sommerhüte, Edelsteinketten, Spielzeug, Gewürze oder Kräuterliköre.
Es gab viel zu schauen und bestaunen: Ein Händler bot lautstark den Hobel für alle Fälle an, der andere zeigte, wie das Auto poliert wird, und ein weiterer pries seinen Käse an. So mancher Interessent blieb für einen Ratsch dann auch gerne etwas länger stehen. Zahlreiche Händler sind „Stammgäste“ auf dem Johannimarkt, wie etwa Günter Heinisch aus Donauwörth, der mit seiner Holzkunst seit einem Vierteljahrhundert nach Holzen kommt „und das Ambiente und die Kunden dort sehr schätzt.“
Geboten waren auch zahlreiche Essensstände, eine Losbude, Karussell, Schiffschaukel sowie Schießstand und die Kleinsten strahlten bei einer Fahrt mit der kleinen Bimmelbahn. Im Klosterladen gab es ansprechende Kunstwerke für Haus und Garten zu bestaunen und erwerben, die die Werkstatt für behinderte Menschen in Kloster Holzen sowie die Förderstätte kreiert und gefertigt hatten.
Doch nicht nur das Kaufen stand im Mittelpunkt, viele nutzten den Markt als ganz besonderen Treffpunkt. „Will man alte Bekannte sehn, muss man auf den Johannimarkt gehn“ fasste es eine Besucherin aus Nordendorf in Gedichtform zusammen. Für sie und viele andere Gäste sei der Markt fast so etwas wie ein „Pflichttermin“, den man nicht versäumen darf.
Allmannshofens Bürgermeister Manfred Brummer sprach vom „Johannimarkt-Virus“, der sich übertrage und alle Generationen infiziere. Er selbst verbinde mit dem Markt sehr schöne Kindheitserinnerungen „Meinen inzwischen erwachsenen Kindern geht es ebenso.“ Er merkte aber auch an, dass es für die Gemeinde eine enorme Herausforderung sei, die jährliche Veranstaltung zu stemmen und dies nur durch ein gutes Miteinander möglich sei.
Wer genug vom Bummeln hatte, nahm im Festzelt oder Biergarten Platz. Hier sorgten Musikgruppen für gute Stimmung - der Musikverein Halsach am Samstag und das Jugendblassorchester und der Musikverein Ellgau am Sonntag.
Doch was wäre der Johannimarkt ohne den feierlichen Patroziniums-Gottesdienst? Dieser wurde mit vielen Gläubigen am Sonntagvormittag im Hof der Klosteranlage gefeiert. (siehe Bericht unten auf dieser Seite).