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26.01.2019

Altenheim: Kirche gibt auf

Nun sollen es die Bürger richten. Die kirchlichen Vertreter wollen die Verantwortung für das Seniorenheim in Dinkelscherben abgeben.
Bild: Marcus Merk

Nach wochenlangem Streik der Dinkelscherber geben die Verantwortlichen im Streit um das Seniorenheim auf. Der Beschluss zum Heim-Aus könnte damit gekippt werden

Die Hospitalstiftung will die Verantwortung für das Seniorenheim den Bürgern übergeben. Die Stiftung teilt mit, dass sie mit dieser Entscheidung „den Willen der Bürgerinnen und Bürger der Marktgemeinde sehr ernst nehmen“ wolle. Aufgrund „baulicher, ökonomischer und weiterer Gründe“ stehe der Verwaltungsausschuss, der das Heim-Aus beschlossen hatte, nach wie vor zu dieser Entscheidung. Man wolle nun aber den Bürgern die Möglichkeit eröffnen, selbst die Verantwortung zu übernehmen. Nach internen Gesprächen des Vorstands der Hospitalstiftung mit Vertretern des Domkapitels und der Caritas sei der Entschluss gereift, der Stiftung eine Neuausrichtung zu ermöglichen. Dazu solle die Stiftung zu einer rein bürgerlichen werden. Das bedeutet, dass die kirchlichen Vertreter ihre Verantwortung abgeben und künftig allein bürgerliche Vertreter, zum Beispiel aus der Gemeinde, über die Zukunft des Heims entscheiden sollen.

Der aktuelle Vorstand wolle die Übergangsphase und die Wechsel in der Führung „konstruktiv begleiten“. Die ersten Schritte zur Änderung der Satzung und Neubesetzung des Verwaltungsausschusses und damit Bestellung eines neuen Vorstandes sollen zügig in die Wege geleitet werden. Das alles soll in enger Begleitung durch die Stiftungsaufsicht der Regierung von Schwaben erfolgen.

Wie die Abwicklung der Änderungen innerhalb der Stiftung im Detail ablaufen sollen, ist noch völlig offen. Weiterhin werden Vertreter der Kommunen Dinkelscherben und Zusmarshausen und des Landratsamts im zuständigen Ausschuss sitzen. Wer das sein wird, ist derzeit noch unklar.

Der Dinkelscherber Bürgermeister Edgar Kalb begrüßt diese Entscheidung ausdrücklich. Er sagt: „Ich halte diese Entscheidung für wegweisend und wünsche mir, dass damit der Weg geebnet ist, um aktiv am Erhalt der Einrichtungen in Dinkelscherben und Zusmarshausen zu arbeiten.“ Dies solle im Sinne des Stifters und der Bürger geschehen. Kalb bedankt sich „bei allen Menschen, die in den vergangenen Wochen nie den Glauben an eine mögliche Lösung verloren haben und mit ihrem Engagement zur heutigen Entscheidung beigetragen haben“. Er bedankt sich auch bei den Verantwortlichen der Stiftung. Sie hätten mit der Entscheidung „dem Verlangen, dem Willen und den Wünschen der Bürgerinnen und Bürger aus Dinkelscherben und Zusmarshausen Rechnung getragen“.

Der aktuelle Vorsitzende der Hospitalstiftung, Ulrich Hörwick, steht weiterhin hinter der Entscheidung zum Heim-Aus. Er sagt: „Aus unserer Sicht sind die Gebäude in Dinkelscherben aufgrund der gesamten baulichen Struktur und weiterer Rahmenbedingungen nicht geeignet, das Haus in ein modernes Seniorenheim umzuwandeln.“ Nach der Diskussion der letzten Wochen sei aber nun der Entschluss gereift, die Stiftung in neue Hände zu geben und den Bürgern vor Ort die weitere Gestaltung der Stiftung zu übertragen. „Dazu wollen wir in der nächsten ordentlichen Verwaltungsausschusssitzung die ersten konkreten Schritte einleiten.“, sagt Hörwick. Damit könnten die dann Verantwortlichen „selbstständig und uneingeschränkt das Haus in Dinkelscherben als Seniorenheim weiterführen.“

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