1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Angst vor dem nächsten starken Regen

Hochwasserschutz

07.06.2019

Angst vor dem nächsten starken Regen

Seit 2006 gibt es eine Studie für drei Rückhaltebecken für Willishausen und Oggenhof. Gebaut wurde bisher keines

Es war im Jahr 2005, als sich eine regelrechte Sturzflut durch die Straßen des Diedorfer Gemeindeteils Willishausen ergoss. Das eindringende Wasser traf viele Anwohner völlig unvorbereitet. Die Gemeinde wurde anschließend jedoch aktiv: Seitdem berät das Ingenieurunternehmen Aquasoli, spezialisiert auf Hochwasserschutz, die Verwaltung.

Entstanden ist so ein Konzept für einen möglichen Hochwasserschutz in den Ortsteilen Willishausen und Oggenhof nördlich der Schmutter. Damals hatte Ingenieur Bernhard Unterreitmeier errechnet, dass drei kleinere Rückhaltebecken im westlichen und zentralen Bereich von Willishausen die Situation entschärfen könnten. Allerdings: Gebaut wurde seitdem keines der Becken. Der Grund: „Es ist fast unmöglich, an die nötigen Grundstücke zu kommen“, so Anna Röder, Fachfrau für Umweltthemen in der Diedorfer Verwaltung, jetzt im Gemeinderat.

Dass sich in dem Ortsteil nichts Sichtbares getan hat, ist auch den Bürgern aufgefallen. Sie verweisen regelmäßig in den Bürgerversammlungen auf das Thema und äußern ihr Sorgen. Nun haben sich auch die Gemeinderäte wieder damit befasst. „Wir haben in der Vergangenheit vor allem die Hochwasserschutzliste in Lettenbach und nun auch in Anhausen abgearbeitet“, so Anna Röder weiter. Die Lösung mit den drei Becken hat Ingenieur Unterreitmeier nun noch einmal im Rat vorgestellt. Allerdings: Auf dem neuesten Stand ist sie nicht mehr.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Und das hat tatsächlich auch mit Veränderungen beim Klima zu tun, wie der Ingenieur klarmachte: Zweimal wurden seit 2005 die statistischen Mittel zur Berechnung von Regenmengen nach oben verändert. Für die kommenden Jahre wird von Fachleuten noch einmal 15 Prozent mehr an Regenmengen ausgegangen. Inzwischen rechnen er und seine Kollegen nicht mehr allein mit Hochwasser, das aus Bächen und Flüssen aufsteigt, sondern auch mit extremen Starkregenereignissen. Zudem seien große Rückhaltebecken heute nicht mehr die einzige Denkrichtung. Eine Erkenntnis: „Nicht alles ist technisch lösbar“, so Bernhard Unterreitmeier.

Dennoch ist für Bürgermeister Peter Högg klar: „Wir müssen da etwas tun.“ Als ersten Schritt soll nun das Ingenieurbüro Aquasoli einen Kostenvoranschlag erstellen, wie viel eine Aktualisierung des Gutachtens kosten würde.

Auch an anderer Stelle schreitet der Hochwasserschutz voran: Die Analyse der nötigen Baumaßnahmen am Anhauser Bach soll noch in diesem Monat öffentlich vorbestellt werden, kündigt Anna Röder an. In Lettenbach sind die Verhandlungen für den Grundstückserwerb zum Bau des letzten noch fehlenden Rückhaltebeckens abgeschlossen, inzwischen wird der notarielle Vertragsentwurf ausgearbeitet, so Bürgermeister Peter Högg.

Drittes Gleis und Umfahrung Wenig erfreut zeigte sich Bürgermeister Peter Högg über die langfristigen Zeitvorstellungen der Deutschen Bahn im Blick auf die Ermittlung, wann und wo ein drittes Gleis gebaut werden könnte. Schließlich hängen damit auch die Planungen für die B-300-Umfahrung in Diedorf zusammen. Nun veranstaltet die Gemeinde einen Runden Tisch mit Gemeinde- und Rathausmitgliedern sowie Vertretern von Bahn und Straßenbauamt Anfang Juli, um alle Beteiligten ins Gespräch zu bringen. „Wenn wir nichts machen, dann machen die auch nichts“, so die Einschätzung des Bürgermeisters.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren