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Thierhaupten

14.01.2020

Aumüller Aumatic: Ramona Meinzers Traum wurde wahr

Ramona Meinzer hat sich bei der Firma Aumüller ihren Lebenstraum vom Unternehmertum verwirklicht.
Bild: Steffi Brand

Plus Aus dem Flüchtlingsheim in die Führungsetage: Ramona Meinzer hat einen langen Weg zurück gelegt, ehe sie im Lechtal heimisch wurde.

Eines stand für Ramona Meinzer immer schon fest: Sie will einmal Unternehmerin werden. In die Wiege gelegt war das der geschäftsführenden Gesellschafterin der Aumüller Aumatic GmbH in Thierhaupten nicht. Doch die heute 40-Jährige ging konsequent ihren Weg. Als Vierjährige kam Ramona Meinzer mit ihren Eltern, die aus Rumänien geflüchtet waren, nach Deutschland. Dort lebte die kleine Familien zunächst in einem Flüchtlingsheim.

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Schon früh strebte Ramona Meinzer in die weite Welt

Ramona Meinzer zog es früh hinaus in die Welt. Bereits ihre Jugend war international geprägt: Mit 15 Jahren ging sie für zwei Jahre in die USA, holte dann in Deutschland ihr Abitur nach, um anschließend ein Jahr in Spanien zu verbringen. Ein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens verhalf der ambitionierten Frau darüber hinaus, ihren Lebenstraum vom Unternehmertum Stück für Stück zu realisieren. Als Produktmanagerin und spätere Geschäftsführerin bei der Firma GEZE aus Leonberg kam Ramona Meinzer international viel herum und auch erstmals mit der Firma Aumüller in Kontakt. Allerdings stand damals die Frage im Raum, ob die Firma Aumüller an das Fertigungsunternehmen aus Baden-Württemberg verkauft werden sollte. Sollte sie am Ende nicht, doch dieser Kontakt sollte Ramona Meinzer Traum Wirklichkeit werden lassen.

Als Firmengründer Michael Aumüller im Jahr 2011 unerwartetstarb, erhielt Ramona Meinzer einen Anruf von dessen Witwe, Annerose Aumüller. mit dem Angebot, geschäftsführende Teilhaberin des Unternehmens zu werden, das die Automatisierung von Fenstern ermöglicht. Beinahe über Nacht sagte Ramona Meinzer zu - und musste dann fast ein weiteres Jahr auf ihren Traumjob warten, da ihre Kündigungsfrist sie in Leonberg hielt. Am 1. November 2012 stieg die heute 40-Jährige in Thierhaupten ein und tourte anschließend durch das komplette Unternehmen, um jede Stelle, jeden Posten und jede Aufgabe kennenzulernen.

Aumüller Aumatic: Ramona Meinzers Traum wurde wahr

Nach sechs Wochen stand das Unternehmen fast vor der Insolvenz

Schnell musste sie erkennen, dass es schwer werden würde, das Unternehmen zu leiten, in dem 40 Jahre lang eine Person alles aus dem Bauch heraus entscheiden konnte. Sechs Wochen nach ihrem Einstieg stand die Firma kurz vor der Insolvenz stand. Weitere sechs Wochen später musste die neue Chefin 30 Mitarbeiter entlassen. Nach diesem denkbar schlechten Start in Bayern standen ihr zwei Jahre harte Arbeit bevor. „Wir haben jeden Prozess angeschaut und nach Optimierungspotenzialen gekuckt“, erinnert sich Ramona Meinzer, die seit ihrem Umzug von Baden-Württemberg nach Bayern im Augsburger Stadtteil Göggingen lebt. Ihr Konzept ging auf: Binnen zwei Jahren schrieb das Unternehmen schwarze Zahlen, binnen fünf Jahren konnte die Eigenkapitalquote auf 60 Prozent gesteigert werden. Allein im Jahr 2019 konnte das Unternehmen ein Wachstum von 30 Prozent verzeichnen. Heute hat das Unternehmen Niederlassungen in Russland, Ungarn, China und Großbritannien sowie Partner in anderen Ländern. 40 Prozent der Kunden stammen aus Deutschland, 60 Prozent aus dem Ausland.

Personal Trainer und Kochkurse für die Mitarbeiter

Doch neben den Zahlen, die aus Unternehmersicht natürlich passen müssen, gab es nach der schwierigen Anfangszeit auch persönlich einiges aufzuarbeiten. „Wir sind als Team zusammengewachsen“, verrät sie stolz und erzählt in ihrer lebenslustigen, mitreißenden Art nicht nur von Firmenevents wie Sommer- und Weihnachtsfesten, sondern auch vom Personal Trainer, der die Aumüller Mannschaft regelmäßig trainiert, vom Selbstverteidigungstraining, vom gemeinsamen Ausflug in den Schnee und sogar von Kochrunden, die im Privaten stattfinden.

IHK, Gericht, vierjähriger Sohn und eine Fernbeziehung

Wenn Ramona Meinzer nicht in Thierhaupten ist, durch die Gänge, die Fertigung oder das Lager düst, um Verbesserungen anzustoßen oder kurzerhand selbst den Besen zu schwingen, kümmert sie sich um ehrenamtliche Tätigkeiten bei der IHK, bei Gericht oder um ihren vierjährigen Sohn. Mit ihrem Mann, mit dem sie seit 13 Jahren liiert ist, führt sie eine Fernbeziehung - allerdings wird sich das nun ändern.

Im Meitinger Ortsteil Waltershofen wird das eigene Haus fertig. Warum sie sesshaft werden will, weiß Ramona Meinzer genau: „Es zieht mich nirgends mehr hin - in Thierhaupten werde ich bleiben.“

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