Wie seit vielen Jahren trafen sich auch heuer am verlängerten Himmelfahrtswochenende die Freunde der Gemeindepartnerschaft zwischen Diedorf und Bonchamp-lès-Laval. In diesem Jahr hatte sich eine 42-köpfige Reisegruppe aus dem Nordwesten Frankreichs auf den Weg in die Partnergemeinde Diedorf gemacht. Beim Festabend in der Aula des Diedorfer Gymnasiums betonte Bonchamps Zweite Bürgermeisterin Josiane Cormier die Bedeutung der Gemeindepartnerschaft. Bei einer solchen könnte man Menschen aus dem Nachbarland in einem Klima des Vertrauens und in einer freundlichen Atmosphäre treffen. Die jungen Menschen könnten in die Gestaltung der Europäischen Union von morgen eingebunden werden. Diedorfs Bürgermeister Peter Högg unterstrich, dass die seit fast drei Jahrzehnten gelebte Partnerschaft zwischen Diedorf und Bonchamp einen wesentlichen Beitrag zum Zusammenwachsen einer großen Gemeinschaft leiste.
Als leidenschaftliche Europa-Befürworterin äußerte sich die neu gewählte Diedorfer Vereinsvorsitzende Angelika Papsch. Bei den Aktivitäten der Vereine gehe es um mehr als um einen netten Ausflug ins Nachbarland: „Eine Partnerschaft zwischen Gemeinden bedeutet das bewusste Kennenlernen, das Aufeinanderzugehen und Wertschätzen des Partners“. Ihr französischer Kollege, der Bonchamper Vereinsvorsitzende Xavier Rogue, konnte berichten, dass die Organisation des für Ende Juli in Bonchamp vorgesehenen Austauschs mit Jugendlichen aus Diedorf, Bonchamp und Diedorfs tschechischer Partnergemeinde Bernartice bereits die wichtigsten Hürden genommen habe. Sowohl die Finanzierung als auch die Reiseroute dieses organisatorisch aufwendigen trilateralen Treffens seien gesichert. Als Rahmenthema des diesjährigen Jugendaustauschs sei der Vergleich der verschiedenen Schulsysteme vorgesehen.
Fast hätte man in diesem Jahr ein wichtiges Datum übersehen können, das sich als ganz wesentlich für die prosperierende Gemeindepartnerschaft erwiesen hat. Nachdem 1987 ein Abkommen zwischen dem Bezirk Schwaben und dem Departement Mayenne geschlossen worden war, um die Beziehungen zwischen den beiden Regionen zu fördern, machte sich im Jahr 1989, also vor 30 Jahren, eine Bonchamper Delegation inkognito auf den Weg nach Schwaben, um sich in der neuen Partnerregion des Departements umzusehen. In einem Diedorfer Gasthaus wurden die Besucher als Franzosen erkannt und sogleich in das Diedorfer Rathaus eingeladen. 1991 wurde schließlich ganz offiziell die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet. Für die 30-jährige Treue zur Partnerschaft wurden die am Festabend anwesenden Pioniere jenes denkwürdigen Treffens, Solange Lefort, Pierre-Yves Mardelé und Heinz Göbel von Angelika Papsch geehrt. Sichtlich gerührt nahmen sie die Auszeichnungen entgegen.
Nachdem Rudolf Schönle, der bisherige erste Vorsitzende des Diedorfer Partnerschaftsvereins, bereits im März sein Amt niedergelegt hatte, wurde er im Rahmen des Festabends offiziell verabschiedet. Seine Nachfolgerin Angelika Papsch dankte ihm und seiner Frau Jutta für acht Jahre „äußerst engagierter und tatkräftiger Vereinsarbeit“. Bis weit nach Mitternacht wurde gefeiert und getanzt, musikalisch unterstützt durch den Wahlkurs „Licht- und Tontechnik“ des Diedorfer Schmuttertal-Gymnasiums. (chin)