Die Biberbacher haben ein Problem, das alle Ortsteile betrifft. Das zeigte sich bei den Bürgerversammlungen Ende letzten Jahres. Zu viel Verkehr und zu schnelle Fahrer, die vor allem im Ortsteil Markt seit Jahren für Ärger sorgen. Diskussionen und Lösungsvorschläge dazu gab es nun in der Gemeinderatssitzung.
„Wir müssen endlich ein Zeichen setzen“, hatte Franz Bayer (CSU) die Nase voll von „endlosen Diskussionen“, die über die Situation in Markt geführt werden. Er schlug vor, die Straßen an den Ortseingängen versuchsweise baulich zu verengen. „Das sollte mit wenig Aufwand realisierbar sein.“ Am besten wäre die Kombination mit Tempo 30, um die Strecke für den Durchgangsverkehr zwischen der Umgehungsstraße und Meitingen unattraktiv zu machen, so Bayer. „Wenn es dann noch langsamer geht, bleiben die Fahrer auf der Umgehungsstraße.“ Der Gemeinderat beschloss, dass sich der Bauausschuss mit der Umsetzung befassen soll.
Mehr Geschwindigkeitskontrollen geplant
Doch nicht nur in Markt gibt es verkehrstechnisch neuralgische Stellen. Auch in Albertshofen und in Feigenhofen werde zu schnell gefahren, monierten Besucher der Bürgerversammlungen. Deshalb sollen künftig häufiger Geschwindigkeitskontrollen im gesamten Ortsgebiet durchgeführt werden. Doppelt so viele Stunden wie bisher werde der kommunale Verkehrsüberwachungsdienst in Biberbach präsent sein, beschloss das Gremium mit drei Gegenstimmen.
Keine Knöllchen gibt es, wenn das Smiley auf den Anzeigetafeln der Geschwindigkeitsmessstationen traurig schaut. Dafür ein schlechtes Gewissen, das die meisten Fahrer auf die Bremse treten lässt. Ein solches Gerät hat Biberbach schon, zwei weitere werden angeschafft, um die Fahrer zu sensibilisieren und das Gesamtpaket sicherer Straßenverkehr in Biberbach zu verbessern, beschloss der Gemeinderat.
Diskutiert wurden weitere Bürgeranliegen: Die Parksituation rund um die Kita in Biberbach ist schwierig. Zu wenige Parkplätze für Eltern, Friedhofsbesucher und Personal sind vorhanden. Zusätzlich werden die Bauarbeiten zur Erweiterung der Kita die Situation verschärfen. Eine nah gelegene Fläche beim Friedhof soll im Zuge der Baumaßnahme als Parkplatz hergerichtet werden, so Bürgermeister Wolfgang Jarasch.
Monika Seiler-Deffner (JL) regte an, das Kita-Personal zu verpflichten, ihre Fahrzeuge auf dem bereits vorhandenen und kaum genutzten Parkplatz unterhalb der Schule abzustellen. Das würde ihrer Ansicht nach die Situation rund um Kita und Friedhof entzerren.
Wie umgehen mit Eichenprozessionsspinner?
Der Eichenprozessionsspinner sorgte im letzten Jahr für geschlossene Spielplätze. Wie wird damit künftig umgegangen, interessierte die Bürger. Man werde nach der Empfehlung des Landratsamtes die Bäume vorsorglich spritzen lassen, so Ulrike Riss vom Bauamt. Damit soll verhindert werden, dass die Raupen das Stadium erreichen, in dem sie die allergieauslösenden Haare entwickeln. Es handle sich dabei um ein biologisches, bakterielles Protein, das die Raupen beim Fressen der Blätter aufnehmen, so Geschäftsführer Stefan Behringer auf Nachfrage von Gabi Mader und Sabine Duttler (beide UFB).
Immer noch das Thema Nummer eins ist in Affaltern der Hochwasserschutz. Sobald die Ergebnisse der Konzeptprüfung durch das Wasserwirtschaftsamt vorliegen, werde es dazu eine Infoveranstaltung geben, so der Bürgermeister. Eine Beleuchtung für den Radweg entlang der Albertusstraße zum Süßen Grund wird es nicht geben. Einen entsprechenden Antrag aus Albertshofen lehnte der Gemeinderat aus Kostengründen ab.
Eine Übersichtskarte zu den Standorten der Defibrillatoren im Ort werde es geben, sobald Geräte für alle Ortsteile angeschafft sind, so der Bürgermeister. Einen Zeitrahmen dafür konnte er nicht nennen. Eine Straßenlaterne vor seinem Haus bekommt ein Anwohner in Feigenhofen nicht. Er bot an, einen Mast auf seinem Grundstück dafür zu nutzen, was als nicht machbar vom Rat abgelehnt wurde.
Problematische Stellen im Ort, über die Bürger geklagt haben, werde sich der Bauhof oder der Bauausschuss genauer ansehen, versicherte der Bürgermeister. Das sei speziell vor einem Grundstück in Markt auch dringend nötig, so Alois Pfaffenzeller (FW). Dort bilde sich bei Starkregen ein richtiggehender See auf der Straße. Durch vorbeifahrende Fahrzeuge würde das Wasser dann bis an die Hauswand des Anwohners spritzen. „Unzumutbar“, so seine Meinung.