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Der teure Knalleffekt

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Der teure Knalleffekt

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    Zum Jahreswechsel gehört für viele das Feuerwerk fest dazu – und manch einer greift dafür tief in die Tasche
    Zum Jahreswechsel gehört für viele das Feuerwerk fest dazu – und manch einer greift dafür tief in die Tasche Foto: es Thew

    Herr Klima, in Ihrem Geschäft Raketenmodellbau Klima in Emersacker gibt es rund 200 Feuerwerkskörper für jeden Geschmack – vom kleinen Böller bis zur Knallerbatterie für 300 Euro das Stück. Wer kauft bei Ihnen für das Feuerwerk zum Jahreswechsel ein?

    Da gibt es verschiedene Typen. Zum Beispiel den, der das ganze Jahr über auf sein Silvesterfeuerwerk spart. So kommen jedes Jahr ein Vater und sein Sohn bei uns vorbei: Die beiden gehen jeden Monat gemeinsam zum Friseur, zahlen mit einem 50-Euro-Schein und werfen das Wechselgeld in ein Sparschwein. Und das Geld geben sie dann bei uns aus.

    Wie viel Geld lassen denn die besten Kunden bei Ihnen aus?

    Manche geben bei uns für ihr Feuerwerk schon mal um die 1000 Euro aus.

    Wie bitte?

    Für diese Menschen stellt das eben einen Luxus dar, den sie sich leisten wollen. Ein anderer Kunde, der jedes Jahr zu uns kommt, sagt immer: Manche geben ihr Geld für Alkohol oder Zigaretten aus. Und ich eben für das Silvesterfeuerwerk.

    War das früher mal anders?

    Das hat sich tatsächlich etwas gewandelt. Früher lag der Durchschnitt pro Kunde bei etwa 25 Euro. Heute sind wir da schon deutlich drüber. Ich hätte gesagt, dass jeder Käufer im Schnitt 100 Euro bei uns ausgibt. Teilweise kommen die Leute bis aus Stuttgart zu uns.

    Wie hat sich denn der Umgang mit Silvesterfeuerwerk allgemein gewandelt?

    Der Trend geht eindeutig zu Batterien, bei denen mehrere Ladungen automatisch nacheinander zünden. Das ist dann auch für die Zuschauer schöner, weil man dann die Zeit hat, das Feuerwerk länger zu betrachten. Generell kann man sagen, dass derjenige der zu uns kommt, für sein Geld schon etwas Ordentliches haben will. Wir haben hier Produkte, die es so nicht im Supermarkt zu kaufen gibt. Früher waren die Leute am ersten Verkaufstag um 6 Uhr morgens vor der Türe gestanden, weil sie es vom Supermarkt her so kennen, dass die besten Sachen schnell weg sind. Wir lagern hier aber 15 Tonnen Feuerwerkskörper, da bekommt man am Silvesterabend auch noch was Gutes.

    Wo bekommen Sie denn die Feuerwerkskörper her?

    Unser Lieferant veranstaltet im Frühjahr immer eine große Testvorführung. Dabei vergeben die Käufer Schulnoten für den Effekt, machen Anmerkungen und auf dieser Basis werden die Feuerwerkskörper dann weiterentwickelt. Und im Juli rollt der erste Laster damit auf unseren Hof.

    Was passiert mit den Knallern die Sie zum Jahreswechsel nicht benutzen?

    Gar nichts. Die verkaufen wir auch unter dem Jahr – vorausgesetzt, der Käufer hat sich vorher bei seiner Kommune eine Ausnahmegenehmigung für sein Feuerwerk besorgt. Die ist dann zugleich auch seine Einkaufsberechtigung für unser Geschäft.

    Was liegt denn dieses Jahr im Trend?

    Gut läuft bei uns dieses Jahr das Wolfsgeheul. Das ist eine Batterie, in der Heuler stecken die in die Luft geschossen werden. Weil diese an der Seite Löcher haben, drehen sie sich und pfeifen dabei wie Wölfe.

    Was ist denn Ihr Lieblingsfeuerwerk?

    Wir haben eine Batterie namens „Funky Curls“, die farbige Blätter in verschiedenen Farben ausspuckt. Das kracht zwar nicht, ist aber schön anzuschauen.

    Wie teuer ist denn Ihr persönliches Feuerwerk zum Jahreswechsel?

    Ganz ehrlich: Ich weiß noch gar nicht, ob ich überhaupt eines mache. Die vergangenen Jahre war ich an Silvester immer beruflich unterwegs und habe Feuerwerke für andere Feiern organisiert. Heuer habe ich zum ersten Mal nichts vor, aber meine Nachbarn wollten was machen. Gut möglich, dass ich da mitmache.

    Derzeit verkaufen Sie von 6 Uhr bis 20 Uhr Feuerwerkskörper – wie froh sind Sie, wenn der 1. Januar da ist?

    Ja, an diesen Tagen geht es bei uns streng zu. Neulich haben wir alleine für den Online-Versand einen Lieferwagen mit 380 Paketen bis oben hin voll geladen. Aber am Neujahrstag habe ich nicht frei. Da steht eine Inventur an: Wir müssen den Laden dann dringend wieder auf Vordermann bringen.

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