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Diedorf
19.11.2020

So lange muss die Feuerwehr Diedorf noch aufs Gerätehaus warten

Das Feuerwehrhaus in Diedorf ist zu klein, hat zu enge Tore und sollte eigentlich neu gebaut werden. Nun muss die Feuerwehr länger warten.
Foto: Marcus Merk (Archivbild)

Die Feuerwehr Diedorf liest in der Zeitung, dass sie kein neues Gerätehaus bekommen soll. Auf einem Treffen fordern die Kommandanten Klarheit.

Durch die Hallentore passen die Feuerwehrautos kaum hindurch, nicht jede und jeder Aktive hat auch einen eigenen Spind, und Platz für die neue Drehleiter, die bald angeschafft werden soll, ist im Feuerwehrhaus in Diedorf auch nicht. Doch erst aus der Zeitung haben die Feuerwehrleute jetzt erfahren, dass ein neues Feuerwehrhaus in den nächsten vier Jahren nicht mehr geplant sei. Das wurde jetzt auf der jüngsten Gemeinderatssitzung klar. Bereits im Vorfeld der Sitzung hatten sich deshalb der Bürgermeister, Vertreter der Feuerwehr, der Verwaltung und der Fraktionen getroffen, um über das Thema zu sprechen. Einiges ist strittig.

Unter anderem geht es der Feuerwehr darum, auf der einen Seite besser informiert zu werden und auf der anderen Seite die Möglichkeit zu bekommen, selbst besser zu informieren. Vereinbart wurde deshalb, dass die betroffenen Kommandanten zu den jeweiligen Ausschuss- oder Gemeinderatssitzungen eingeladen würden. Vor Kurzem waren sie alle gekommen und hörten nochmals, dass das Feuerwehrhaus in Diedorf nicht so schnell neu gebaut werde. Schon auf der gemeinsamen Versammlung zuvor hatte Marktbaumeister Rolf Jüngst einen groben Rahmen vorgegeben: Bei solch einem großen Bauprojekt, gerechnet wird mit einer Investitionssumme von etwa 6,5 Millionen Euro, dauere es erfahrungsgemäß vier bis fünf Jahre von der Entscheidung bis zum ersten Spatenstich.

Tore in Diedorf sind fast zu eng für die Feuerwehrautos

Dennoch soll sich am Feuerwehrhaus in Diedorf etwas tun. "Die Frage ist, wie die Ausstattung langfristig verbessert werden kann", so der Marktbaumeister auf der Gemeinderatssitzung. Unter anderem sind die Ein- und Ausfahrtstore für die großen Feuerwehrfahrzeuge derart unpraktisch, dass sie kaum hindurchpassen. Etwa 20 Zentimeter fehlten auf jeder Seite, schätzt Jüngst. Eine kurzfristige Verbesserung könnte durch Rolltore geschehen. Eine Unfallgefahr stellen auch die eng um die Einsatzfahrzeuge verteilten Spinde dar. Sie könnten teilweise in einen Container ausgelagert werden, der neben dem Feuerwehrhaus aufgestellt wird. Erneuert werden muss auch die Absaugeeinrichtung in der Gerätehalle, die undicht ist. Insgesamt sind sich die Fraktionen einig, dass für diese Maßnahmen 75.000 Euro in den Haushalt 2021 eingestellt werden sollen.

Die Feuerwehr Diedorf wartet bereits seit 2002 auf ein neues Einsatzfahrzeug.
Foto: Wolfgang  Widemann (Symbolfoto)

Doch das ist nicht das Gerätehaus ist nicht der einzige Punkt, der der Feuerwehr aufstößt. Seit 2002 wartet die Feuerwehr auf ein neues Einsatzfahrzeug, einen Versorgungslastwagen. Die Fahrzeuge mit diesen Aufbauten dienen größeren Feuerwehren vor allem für besondere Transporte. Der Bedarf in Diedorf wurde durch den Feuerwehrbedarfsplan vor zwei Jahren bestätigt. So sei die Beschaffung prinzipiell vom alten Gemeinderat beschlossen worden, jedoch fehlte bis zur Gemeinderatssitzung noch die Freigabe der rund 50.000 Euro für das Fahrzeug. In nicht öffentlicher Sitzung wurde das nachgeholt. Wie der Bedarfsplan weiter umgesetzt werde, es stehen der Kauf eines Mannschaftstransportwagens und einer neuen Drehleiter an, darüber soll der Gemeinderat in den kommenden zwei Jahren beraten, hatte Bürgermeister Högg der Feuerwehr vor der Gemeinderatssitzung den Feuerwehren angekündigt.

Anbau am Gerätehaus Willishausen wird zu teuer

Probleme gibt es auch bei der Ortsteilfeuerwehr in Willishausen. Wie in Diedorf sind auch dort die Bewegungsräume rund um das Einsatzfahrzeug im Gerätehaus zu gering. Ein Anbau soll Abhilfe schaffen. Der war bereits geplant, Marktbaumeister Rolf Jüngst hatte mit den Planern in der ersten Kostenschätzung über einen Rahmen von 158.000 Euro gesprochen. Üblicherweise kann sich solch ein Kostenrahmen von der ersten groben über eine genauere Schätzung und einen Kostenvoranschlag jeweils um etwa zehn Prozent verändern - meist wird es teurer.

Jüngst hat er jedoch selbst noch einmal nachgerechnet und ist schließlich zu einer Schätzung von 400.000 Euro für den Anbau in Willishausen gekommen. "Da sagen wir nein", teilte er jetzt dem Gemeinderat mit. Durch Umplanungen und eine Eigenleistung der Feuerwehr bei Maler- und Fliesenarbeiten soll der Anbau nun rund 340.000 Euro kosten. Damit waren die Fraktionen einverstanden.

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