Startseite
Icon Pfeil nach unten
Augsburg Land
Icon Pfeil nach unten
Dinkelscherben
Icon Pfeil nach unten

Eröffnung: Beim Schäfflertanz wird der Vogel abgeschossen

Eröffnung

Beim Schäfflertanz wird der Vogel abgeschossen

  • |
  • |
  • |
    Beim Schäfflertanz wird der Vogel abgeschossen
    Beim Schäfflertanz wird der Vogel abgeschossen

    Dinkelscherben 2,5 Grad Celsius, dazu Schneefall, egal: Beim Eröffnungstanz der Schäffler war gestern ganz Dinkelscherben dabei. Entweder aktiv als Tänzer, Reifenschwinger, Fassschläger oder Clown oder passiv als Zuschauer. Bei der Veranstaltung, die fast 90 Minuten dauerte, setzte ein Storch den Höhepunkt.

    „In Dinkelscherben gefällt einem der Schäfflertanz immer. Und wem nicht, der gehört verschlagen“, bringt es Gerhard Aumann lachend auf den Punkt. Einer seiner Söhne ist in diesem Jahr als Clown dabei, „ich war 1970 ein Clown, drei meiner vier Söhne waren 1998 Clowns, einer 2005. Wir sind voll involviert.“ Die aktuelle Aufführung der Schäffler, im Vergleich mit den Tänzen, die er seit 1956 gesehen hat, sei „tadellos“.

    Für die Zuschauer Jan Schmidtlein und Matthäus Steinle ist es eine Premiere. „Die Stimmung ist super, die Veranstaltung gelungen“, sagt Steinle. Nur die Sicht unter den vielen Menschen sei „bescheiden“. Thomas Wurschy hatte sich schon um 10.40 Uhr auf einem Vorsprung an der Treppe zur Kirche postiert und hatte so den Überblick. Er war vor 21 Jahren als Reifenschwinger dabei und sieht die Anspannung in den Gesichtern der Tänzer: „So ging es uns damals bei der Premiere auch.“ Seine Schäfflergruppe gibt es in Teilen immer noch. „Wir treffen uns jede Woche zum Stammtisch.“ Rund 160 Tänze werden die Schäffler bis Faschingsdienstag absolvieren. An dem Tag, sagt Wurschy, „werden Sie Männer weinen sehen“.

    Barbara Zeller steht auf einer leeren Getränkekiste und feuert die Tänzer an. „Ich habe selbst zwei Schäffler dabei, das sind die beiden Vortänzer der blauen Gruppe. Es sind auch noch Zwillinge.“ Zum letzten Tanz am Faschingsdienstag steigt die „Schäfflermami“, wie sie sich nennt, sogar auf eine Staffelei, um alles zu sehen. „Es soll ja eine Steigerung geben.“

    Zwischenzeitlich haben die Reifenschwinger die Tänzer abgelöst. Einer nach dem anderen steigt auf das große Fass in der Mitte, trinkt einen Schnaps auf die Dinkelscherber und wirft das Glas hinter sich. Die Clowns sollen die Gläser fangen. Schließlich steigen nacheinander die Clowns auf das Fass. Jetzt wird es spannend. Wer bekommt sein Fett ab, wer wird verschont? Michael Kalb klagt, dass es den Gemeinderäten nie langweilig wird, über die Grüngutabfälle am Wertstoffhof zu diskutieren. Bruder Andreas Kalb bezeichnet dritte Bürgermeisterin Annette Luckner als „Andrea Nahles von Dinkelscherben“ und denkt beim Begriff „platzen“ an Bürgermeister Peter „Bobby“ Baumeister.

    Christian Eberhardt hat sich als ebenjener verkleidet und liegt bäuchlings als Bürgermeister auf dem Denkmal vor der Kirche. Ein Clown zieht an einer Schnur – schon nickt „Bobby“ alles ab. Zum Schluss fliegt spektakulär ein Storch ein, der sich über den Lärm der Laster im Ort beschwert. Außerdem hätte der Bauhof seinen Sohn überfahren. „Der Storch war das Highlight“, finden Christina Lutz, Simona Weimann und Hanna Lützel. Er wurde leider von Clown Bobby erschossen.

    „Die Clowns haben die Themen gut getroffen und waren sehr einfallsreich“, loben Kerstin Scherer und Manuela Hoppe. „Die haben sich noch übertroffen“, meint Beate Wagner. Edgar Kalb, Vater zweier Clowns, findet es insgesamt „beeindruckend, wie engagiert alle sind. Es kriegt ja keiner was dafür. Die Tänzer haben es am schwersten, die brauchen eine gute Kondition“. Die Clowns dagegen müssten bei ihren Reden vor allem aufpassen, „dass niemand beleidigt wird, sonst ist Feuer auf dem Dach“.

    Bei uns im Internet

    Eine Bildergalerie und ein Video von der Eröffnung finden Sie unter

    augsburger-allgemeine-land.de

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden