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Gessertshausen

21.01.2021

Gessertshausen will neues Gewerbe statt der Nordumfahrung

Der Gessertshauser Gemeinderat wünscht sich ein neues Gewerbe auf dem ehemaligen Moco-Gelände. Pläne zur Umfahrung dort sind damit vom Tisch.
Foto: Archivfoto: Marcus Merk

Plus Die Nordumfahrung um Gessertshausen ist vom Tisch. Stattdessen will sich die Gemeinde für ein neues Gewerbe einsetzen. Doch es gibt eine Hintertür.

Die Gessertshauser Nordumfahrung ist spätestens seit der jüngsten Gemeinderatssitzung passé. Beinahe einstimmig hob der Gemeinderat die Beschlüsse vom Juli 2015 auf und schloss damit endgültig das jahrelang in der Schwebe befindliche Nordumfahrungs-Kapitel. Doch es gibt noch eine andere Möglichkeit, die sich die Gemeinde weiter offen halten will.

Schon lange ist klar, dass das Bundesverkehrsministerium sich zunächst um die Umfahrungen von Neusäß-Vogelsang und Diedorf, kümmern will. Statt einer Umfahrung um Gessertshausen soll es nun nach den Vorstellungen der Gemeinde auf dem ursprünglich für die Umfahrung angedachten, etwa 7 Hektar großen Gebiet zwischen dem ehemaligen Moco-Gelände und der Bahnlinie Gewerbeansiedlungen geben. Dadurch erhofft sich die klamme Gemeinde höhere Gewerbesteuereinnahmen. Bürgermeister Jürgen Mögele (CSU) sprach in diesem Zusammenhang von einem „Damoklesschwert“, welches mit der Entscheidung beseitigt werden konnte.

Wie steht es um eine Südumfahrung rund um Gessertshausen?

Nun drängt sich unweigerlich die Frage auf, wie es mit der Gemeindeumfahrung im Allgemeinen weitergehen soll. Immer wieder habe man in letzter Zeit in kleinerer Runde im Rathaus zusammengesessen, um über die Verkehrssituation in Gessertshausen zu beraten, berichtet Mögele auf Nachfrage unserer Zeitung. Dabei seien neben den Bürgermeisterstellvertretern Werner Pux (Grüne) und Michael Oberlander (CSU) auch Verantwortliche des Staatlichen Bauamts zugegen gewesen. Vorrangig sei es darum gegangen, wie an der Gemeindedurchfahrt, der Hauptstraße, etwas geändert werden könnte. Die Umfahrungsthematik werde momentan hingegen nicht angetastet.

Unterstützung erfahre Mögele dabei durch den Gemeinderat, in dem sich ebenfalls knapp zwei Drittel der Gemeinderäte einig seien, das Thema momentan nicht anzufassen. Eine Umfahrung sei im Moment schlichtweg nicht realisierbar. Bewusst habe man sich aber in der jüngsten Gemeinderatssitzung ein Türchen für zukünftige Entscheidungen offen gehalten. Die Nordumfahrung wurde zwar mit den Beschlüssen endgültig beiseite geschoben. Die Südumfahrung habe man sich aber durch Nichtbefassung zumindest noch in der Schublade behalten, erklärt der Bürgermeister.

„Wir werden sicherlich keine Südumfahrung bauen, wenn es nicht gewünscht ist“

Dass sich auch die Südumfahrung in weiten Teilen von Gessertshausen keiner großen Beliebtheit erfreut, ist seit vielen Jahren klar. Aus Gründen des Umweltschutzes und der höheren Kosten hatte der Gemeinderat im Juli 2015 mehrheitlich gegen die Südumfahrung votiert. Von der „schwierigen Situation“ in Gessertshausen wisse auch Stefan Heiß, verantwortlicher Bereichsleiter für den Landkreis im Staatlichen Bauamt Augsburg.

Der Straßenbaulastträger befürworte zwar die Südumfahrung, Heiß kenne jedoch die Abneigungen in Gessertshausen gegen diese Option. „Wir werden sicherlich keine Südumfahrung bauen, wenn es nicht gewünscht ist“, sagt er auf Nachfrage. Momentan werde aber sowieso nichts geplant, weil es keine Lösung gebe. Hinzu komme, dass die Diedorfer Umfahrung in der Bundesverkehrswegeplanung höher stehe, erklärt Heiß.

Gessertshausen: Hat der Ausbau der Bahnverbindung Augsburg-Ulm Folgen?

Auch mögliche Änderungen an der Hauptstraße in Gessertshausen betrachte er skeptisch, denn dabei handelt es sich um eine Bundesstraße. Das hieße, dass die Gemeinde für eventuelle Änderungen die Zustimmung von höheren Stellen bräuchte. Querungshilfen wären zumindest eine Möglichkeit, aber auch dort stehe die Finanzierungsfrage im Raum, so Heiß.

Nun warte die Gemeinde ab, was sich an oberster Stelle in den nächsten Jahren tun werde, sagt Mögele. Eventuell komme im Kontext der Bahnverbindung zwischen Augsburg und Ulm wieder Schwung in die Sache. Denn auch in Diedorf sei die Umfahrungsstraße an die Bahnverbindung gekoppelt, so der Bürgermeister.

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28.01.2021

Die Südumfahrung ist nicht erwünscht? Dann fragt doch mal alle, die direkt an der jetzigen B300 in Gessertshausen wohnen, die denken da sicher anders. Von den tausenden, die sich jeden Tag durch dieses Nadelöhr durchquälen müssen ganz zu schweigen.
Einzig für die Geschäfte, denen dann sicher ein Teil des Geschäftes wegbrechen würde hab ich Verständnis.

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