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Konzert

28.04.2018

Junge Talente bringen neuen Schwung in den Rathaussaal

Die jungen Musiker, die erst seit 2015 gemeinsam auftreten, haben das Publikum bereits beim ersten Stück „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns sowohl von ihrer musikalischen Reife als auch von der klaren Beherrschung ihres Instrumentes überzeugt.
Bild: Manfred Miller

Das Quattrofoglio Saxophonquartett lässt in Dinkelscherben den Löwen brüllen und die Hühner gackern

Erlebten die Besucher vor einigen Wochen beim Rathauskonzert in Dinkelscherben erstmals ein Cembalokonzert, so konnte Ludwig Hornung mit dem Konzert des Quattrofoglio Saxophonquartetts erneut eine Premiere bieten. Das Quartett besteht aus vier jungen, überaus talentierten Laienmusikern, die alle aus dem Landkreis Augsburg kommen.

Andreas Kapfer (Sopran) ist als IT-Berater tätig und spielt zusätzlich in einem von ihm gegründeten Fanfarenorchester. Viktoria Wörle (Alt) studierte Bauingenieurwesen und kümmert sich auch um die Öffentlichkeitsarbeit des Quartetts. Barbara Mayr (Tenor) ist als Personalreferentin tätig und steht auch als Jazzsängerin auf der Bühne. Valentin Steinhart (Bariton) studiert Maschinenwesen und ist als Quartettjüngster „der treibende Motor“.

Die jungen Musiker, die erst seit 2015 gemeinsam auftreten, haben das Publikum bereits beim ersten Stück „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns sowohl von ihrer musikalischen Reife als auch von der klaren Beherrschung ihres Instrumentes überzeugt. Sehr humorvoll, phonetisch äußerst abwechslungsreich und klar artikuliert trug Herbert Hornich, Mitglied des Rundfunkorchesters München, die Texte zu dem Stück vor. Der Komponist hat dieses Werk zu Lebzeiten nicht zur Veröffentlichung freigegeben, weil er um seinen guten Ruf fürchtete.

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Interessant war, wie die jungen Talente das Stück zur Aufführung brachten. Auch wenn der Sprecher die Tiere, die jeweils auftraten, nicht vorher genannt hätte, so konnte das Publikum anhand der stilechten Interpretation durch die jungen Musiker erkennen, welches Tier jeweils auftrat. Lautstark machte sich der brüllende Löwe, besonders betont durch das Altsaxofon, bemerkbar, deutlich war das Gackern der Hühner zu vernehmen. Rasendes Tempo deutete auf den galoppierenden Esel hin, während träge Töne, vermischt mit Dissonanzen, die Langsamkeit der Schildkröte zum Tagen brachten und das Tenorsaxofon dem Kuckuck als einsamem Rufer seine Stimme verlieh.

Zur Erheiterung des Publikums trug bei, dass die Musiker teilweise „tierische“ Verkleidungen vornahmen. Das Quartett überzeugte insgesamt durch eine starke Interpretationsfähigkeit sowie durch technisches Können und sehr homogenes Zusammenspiel, das durchaus über das eines Laienensembles hinaus- geht. Nach der Pause spielte das Quartett zu Ehren von Leonhard Bernsteins 100. Geburtstag Lieder aus seinem berühmten Musical „West Side Story“ und bewies einmal mehr seine musikalische Vielseitigkeit. So meisterte es gekonnt die Übergänge vom rasanten Tempi zum gefühlvollen Adagio und traf mit eigenwilligen Interpretationen genau den „Bernstein-Ton“. Rhythmisch packend unterstützt wurden die jungen Talente dabei von Michael Ahne am Schlagzeug Ein überaus begeistertes Publikum erklatschte sich zwei Zugaben, bei denen sich das Quartett mit einer sehr temperamentvollen Interpretation von „America“ aus der West Side Story“ verabschiedete. (mima)

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