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Neusäß: Im Haus der Musik in Neusäß klingt es wieder aus den Räumen

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Im Haus der Musik in Neusäß klingt es wieder aus den Räumen

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    Wehmütig blickt der Leiter der Musikschule Neusäß, Achim Binanzer, auf Fotos von zahlreichen Auftritten, die schon allzu lange her sind. Jetzt ist Präsenzunterricht wieder möglich.
    Wehmütig blickt der Leiter der Musikschule Neusäß, Achim Binanzer, auf Fotos von zahlreichen Auftritten, die schon allzu lange her sind. Jetzt ist Präsenzunterricht wieder möglich. Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek

    Es herrscht wieder Leben im Haus der Musik in Neusäß: Aus allen Musikzimmern sind Töne von verschiedenen Instrumenten zu hören. Das ist, im wahrsten Sinne des Wortes, "Musik in den Ohren" des Schulleiters Achim Binanzer, denn auch die Musikschule Neusäß hat mit drei Lockdowns harte Zeiten hinter sich.

    Auch wenn bereits schon wieder von einer möglichen vierten Welle im Herbst gesprochen wird, freut sich der Leiter der Musikschule erst einmal, dass das kulturelle Leben wieder hochgefahren wird und vor allem die Kinder, statt vor dem PC üben zu müssen, wieder vor Ort Musik machen können. Binanzer weiß: "Präsenzunterricht ist einfach nicht zu ersetzen."

    Der Unterricht konnte wieder in vollem Maße aufgenommen werden. "Es ist wieder alles am Laufen, außer der großen Gruppen wie etwa die Big Band." Noch nicht stattfinden kann das beliebte "Singen von Senioren".

    Bei der Musikschule in Neusäß kann man mehrere Instrumente ausprobieren

    Binanzer befürchtet, dass die Corona-Zeit einiges, vor allem im kulturellen Leben, kaputt gemacht habe und es wohl nicht mehr so werden wird, wie es vorher war. Ob verschiedene Gesangsvereine oder Kirchenchöre mit höherer Altersstruktur nochmals wieder anfangen können, sieht er äußerst fraglich. "Wir werden wohl einen hohen Preis zahlen müssen", fürchtet er, und dennoch: Bei einer so niedrigen Inzidenz und einer hohen Impfquote lädt er gerne interessierte Kinder zu verschiedenen Schnupperstunden für das nächste Schuljahr ein.

    Wer Interesse hat, kann sich per Mail oder mittels eines Anrufs mit der Musikschule in Verbindung setzen und sich für eine Probestunde mit dem Instrument seiner Wahl anmelden. Dabei rät Binanzer den Eltern, zunächst mit ihren Kindern zu sprechen und zu beobachten, auf welche Instrumente sie besonders reagieren.

    Aber auch wer sich noch nicht ganz entschieden hat, ist bei der Musikschule Neusäß genau richtig, denn es ist kein Problem, auch mehrere Instrumente im Vorfeld auszuprobieren. Gerne stehen dafür die vielen Musiklehrer zur Verfügung. Zugpferd ist der Geiger Sandro Roy, bekannt für sein breites Repertoire an klassischen Werken und Jazz.

    Binanzer hatte die Aktion "Neusässer für Neusässer" initiiert

    Auch wenn Binanzer erfreut ist, dass der Präsenzunterricht wieder stattfinden kann, so weiß er dennoch, dass das Erlernen und Üben eines Instruments letztlich für die Schüler nicht allein erfüllend ist. Es muss wieder etwas passieren. Einmal im Jahr ein Vorspiel vor den Eltern sei zu wenig, die Kinder brauchten ein Ziel. "Raus aus der Schule, zu Auftritten wie etwa beim Stadtfest oder dem Neusässer Musiksommer, und sein Können vor Publikum präsentieren, das ist wichtig", weiß der Leiter der Musikschule.

    Er hatte deshalb für das Neusässer Stadtfest die Aktion "Neusässer für Neusässer" initiiert, bei welcher sich die Musikschüler ihrem eigenen Publikum vorstellen konnten. Von damals 15 Konzerten bestritt die Musikschule immerhin neun. "Wenn Kinder in Musikgruppen zu spielen beginnen, können sie meist schon nach einem Jahr im Orchester mitspielen", erklärt Binanzer. Sie sind der Unterbau für die Stadtkapelle sowie das Kammerorchester. "Unsere Schule bildet nicht für das Wohnzimmer aus, Musiker sollen zu hören und zu sehen sein", ist Binanzer wichtig.

    Bei aller Liebe zu Kindern dürfen aber auch die Senioren nicht vergessen werden. Noch ist das gemeinsam Singen ein großes Problem. Dennoch muss, so Binanzer, die Wiederbelebung des Seniorensingens ein wichtiges Ziel für das nächste Jahr sein. Es ist deutlich, wie sehr sich Senioren nach Kontakten, Gemeinschaft, Singen und Feiern sehnen.

    Auch die Big Band hat sich ein Jahr lang nicht mehr gesehen. Ausgefallen sind auch hier zahlreiche Auftritte, auf die man sich sehr gefreut hatte. Somit lautet Binanzers Appell: "Lasst uns wieder etwas machen, wir kommen nur vorwärts, wenn wir wieder angreifen."

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