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Neusäß: Legionellen: Jetzt ist das Titania komplett gesperrt

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Legionellen: Jetzt ist das Titania komplett gesperrt

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    Gähnende Leere: Das Becken im in der Neusässer Therme Titania bleibt auch in den nächsten Wochen gesperrt, bis die Legionellenverunreinigung behoben ist.
    Gähnende Leere: Das Becken im in der Neusässer Therme Titania bleibt auch in den nächsten Wochen gesperrt, bis die Legionellenverunreinigung behoben ist.

    Die Becken sind menschenleer, Badegäste werden am Eingang vertröstet. Die Therme Titania hat ihre Pforten nach dem Legionellenfund am Freitag doch komplett geschlossen. „Für uns ist das eine wirtschaftliche Katastrophe“, spricht Betriebsleiter Dietrich Gehle Klartext. Wie berichtet waren in dem Neusässer Erlebnisbad am Mittwoch zunächst alle Thermen- sowie das Kinderbecken geschlossen worden, nachdem die Ergebnisse einer Routineuntersuchung eine extrem hohe Konzentration an Legionellen ergeben hatte.

    Saunalandschaft und Sportbad – beides von der Legionellenverunreinigung nicht betroffen – waren noch geöffnet und nach Angaben des Betreibers auch am Freitagvormittag noch besucht. Zwar sei nur ein Wasserkreislauf betroffen, doch weil nicht auszuschließen sei, dass die Bakterien auch in andere Bereiche gelangen, sollen jetzt Leitungen desinfiziert, alle Filter ausgetauscht werden, erklärte Gehle die vollständige Sperrung des Bades. Spezialisten waren auch am Freitag vor Ort und untersuchten das Bad.

    Schwimmkurse, Schulsport, Kindergeburtstage – alle Veranstaltungen in der Therme müssen jetzt abgesagt werden. Mindestens zwei Wochen wird das Bad geschlossen bleiben. „Ich rechne mit drei Wochen“, sagt Gehle. Der finanzielle Schaden für das Bad werde enorm sein, eine Schätzung könne er noch nicht abgeben. Er rechnet auch mit einem Imageschaden für die Therme. Der Zeitpunkt sei jetzt zum Beginn der Hauptsaison denkbar unglücklich.

    Dem Gesundheitsamt waren auch am Freitag keine Erkrankungen infolge einer Legionelleninfektion gemeldet worden. Die Ergebnisse der Untersuchungen im Bad liegen frühestens Mitte nächster Woche vor, sagte Dr. Helmut Hübsch, Leiter des Gesundheitsamtes. Wie die Legionellen ins Badewasser gelangt sind, ist deshalb noch nicht bekannt. Kurz nach einem Filter war die hohe Konzentration an Bakterien gemessen worden, weshalb sie sich dort so stark vermehren konnten, müsse noch geklärt werden, so Gehle.

    Normalerweise tötet Chlor die Bakterien

    Wie Dr. Hübsch im Gespräch mit unserer Zeitung erklärte, können die Bakterien in geringer Zahl auch aus dem Grundwasser kommen. Problematisch wird es erst, wenn sie sich vermehren. Dazu brauchen sie ideale Bedingungen in Form von zwischen 35 und 50 Grad heißem sowie stehendem Wasser wie zum Beispiel in einem Boiler oder einem Durchlauferhitzer. Während im Duschbereich eine geringe Konzentration an Legionellen als unbedenklich gilt, ist im Badewasser eine Legionelle schon zu viel.

    In Schwimmbecken sind Legionellen normalerweise kein Problem, weil Chlor die Bakterien abtötet, erklärte Hübsch. Im Titania sei jedoch eine enorm hohe Konzentration der Bakterien gefunden worden. Das Risiko einer Erkrankung sei relativ gering, beruhigte der Mediziner.

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