Circa 500 Haushalte gibt es im Hauptort Villenbach sowie in den dazugehörenden Ortsteilen Hausen, Wengen, Rischgau und Riedsend. Der vor Ort selbst erzeugte Strom und die Wärme aus regenerativen Energien würden ausreichen, um gar 1550 Haushalte versorgen zu können.
Ein Wert, auf den Bürgermeister Otmar Ohnheiser sehr stolz ist. Kein Wunder, ist der Anteil mehr als dreimal so hoch als die Villenbacher Haushalte und Betriebe überhaupt an Strom und Wärme benötigen. Die 310 Prozent (Tendenz steigend) waren Anlass für die Gemeinde, sich am Bundeswettbewerb „Bioenergiedörfer 2012“ zu beteiligen. Die Teilnahme erfolgte nach strengen Kriterien, die Villenbach aber alle erfüllte.
Obwohl die Gemeinde aus dem oberen Zusamtal unter den 41 Teilnehmern aus ganz Deutschland nicht zu den drei Preisträgern zählte, darf es sich nach Auswertung aller Unterlagen jetzt „Energiedorf“ nennen. Einige Kommunen, die diesen Titel schon erhalten haben, änderten daraufhin ihre Ortsschilder mit dem Zusatz „Energiedorf“. Eine Maßnahme, über die Villenbach auch nachdenken möchte. Ohnheiser: „Wir werden das im Gemeinderat diskutieren.“ Für die relativ hohe Stromerzeugung sorgt neben den zahlreichen Photovoltaikanlagen auf den Dächern der privaten Hausbesitzer in allen fünf Ortsteilen auch der Solarpark „Rekro“, zwischen Villenbach und Wengen gelegen.
Dass Villenbach ein Bioenergiedorf geworden ist, liegt vor allem an dem Nahwärmenetz, das der Betreiber Walter Stegmiller 2009 in Betrieb genommen hat. An die 100 Einheiten sind inzwischen am Nahwärmenetz angeschlossen, darunter fast jedes zweite Haus im Hauptort Villenbach. „Wir werden auch den Kindergarten, den wir derzeit bauen, an das Netz anschließen“, sagt Bürgermeister Ohnheiser mit Blick auf das kommende Jahr. Insgesamt sind derzeit 20 Prozent am Wärmenetz angeschlossen. Noch mehr Haushalte in der Gemeinde heizen allerdings über Einzelfeuerstätten mit Scheitholz oder Pellets. Der große Verlierer sind im Bioenergiedorf die Ölheizungen. Es gibt immer weniger. Insgesamt spart Villenbach in diesem Jahr 208.000 Liter Öl, hat der Bürgermeister ausgerechnet.