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Reutern: 100 Jahre durch Arbeit, Gebet und Gesang

Reutern

100 Jahre durch Arbeit, Gebet und Gesang

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    Maria Hämmerle aus Reutern feierte gestern ihren 100. Geburtstag. Rechts im Bild Weldens zweiter Bürgermeister Gerhard Groß.
    Maria Hämmerle aus Reutern feierte gestern ihren 100. Geburtstag. Rechts im Bild Weldens zweiter Bürgermeister Gerhard Groß. Foto: Simone Kuchenbaur

    Welden-Reutern Gestern vor 100 Jahren erblickte Maria Hämmerle in Reutern, wo sie auch heute noch lebt, das Licht der Welt. Sie habe ein bewegtes Jahrhundert hinter sich, meinte Weldens 2. Bürgermeister Gerhard Groß, als er der Jubilarin Glückwünsche der Marktgemeinde und auch von Landrat Martin Sailer überbrachte. In der Tat: Maria Hämmerle hat zwei Weltkriege und den technischen Fortschritt miterlebt. Sie kann sogar von sich behaupten schon zum Zeitpunkt des Untergangs der Titanic gelebt zu haben.

    Aufgewachsen auf einem Bauernhof musste Maria Hämmerle schon früh hart arbeiten und war als Zweitälteste von sechs Kindern und einem Pflegekind für ihre Geschwister auch Ersatz für die oft kranke Mutter. Ihr großer Wunsch wäre ein Studium gewesen. Darauf musste sie jedoch verzichten. Nach ihrer Hochzeit 1937 kauften die Hämmerles einen Bauernhof. Auch dort hatte Maria Hämmerle stets viel zu tun: Tagsüber wurden die Tiere versorgt und die Felder bestellt, am Abend und in der Nacht die Hausarbeit erledigt. Zwei Söhne – Johann und Erwin – gingen aus der Ehe hervor. Mehr Kinder wollte ihr Ehemann nicht, weil er selbst als eins unter vielen Kindern oft hungern musste.

    Unvergessen für Maria Hämmerle ist ein Brief ihres Bruders von der Front, in der er sie um Zigaretten bittet, damit der den Hunger nicht so spürt.

    Maria Hämmerle ist sehr gläubig und so vieles in ihrem Leben bewältigt. Unter dem Melken der Kühe sang sie auch mal Kirchenlieder, auch die lateinische Messe haben die Kühe regelmäßig gehört. „Der Vater hat gemeint, es liegt am guten Futter, dass die Kühe viel Milch geben“, scherzt ihr ältester Sohn Johann.

    Das Singen bereitet der Jubilarin auch heute noch Freude – lange Zeit war sie im Kirchenchor aktiv. Gern würde sie auch jeden Sonntag die Heilige Messe besuchen. „Dafür bräuchten wir aber eine behindertengerechte Toilette“, bedauert ihr Sohn. Stattdessen wird Maria Hämmerle aber regelmäßig sonntags zum Essen ausgeführt.

    Viele Jahre betreute Maria Hämmerle ihren kranken Mann bis dieser 1985 starb. Heute wird sie selbst von ihrem Sohn Erwin und dessen Frau Sylvia umsorgt. Mit ihrem Wägelchen kann die Jubilarin auch noch in ihrer Wohnung umherlaufen.

    Am Samstag feiert die ganze Familie – zu der auch zwei Enkel und leider noch keine Urenkel gehören – ein großes Fest anlässlich des besonderen Geburtstages.

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