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Diedorf

18.10.2018

Umfahrung Diedorf: Kommt die nächste Sackgasse?

Die Gemeinde Diedorf wünscht sich für das Unterdorf links der Bahnlinie einen Tunnel für die B300-Umfahrung. Ob mit oder ohne Tunnel: Die erste Reihe der Häuser an der Bahnlinie müsste geopfert werden.
Bild: Marcus Merk

Bauamt zeigt verschiedene Varianten. Inwieweit sie realistisch sind, bleibt offen. Klar ist: Häuser an der Dammstraße werden dem Straßenbauprojekt weichen müssen.

Die Uhren werden bei der Umfahrung von Diedorf zurückgestellt: Drei neue Vorentwurfsvarianten hat der stellvertretende Leiter des staatlichen Bauamts, Stefan Scheckinger, jetzt im Diedorfer Gemeinderat vorgestellt. So weit war man eigentlich schon einmal im Jahr 2007. Damals war die bis heute gültige Trassenführung durch die Landschaft entstanden. Was jetzt neu ist: Das staatliche Bauamt hat auf Wunsch der Marktgemeinde neue Varianten vorgestellt, die sich in ihrer Höhenlage unterscheiden: Es geht um Tunnel in verschiedener Länge.

Tunnel mit 800 Meter, 400 Meter oder 80 Meter Länge?

Unklar ist heute noch, ob die neuen Vorentwürfe das Verfahren bis zum Baubeginn weiter in die Zukunft verschieben. Scheckinger geht ohnehin davon aus, dass der einmal anvisierte Start der Baustelle im Jahr 2023 schwer zu halten sein wird. Er befürchtet, dass es trotz umfassender Planungen am Ende zu Klagen gegen die Planfeststellung kommen könnte: Immerhin werden eine Handvoll Häuser weichen müssen, hat er jetzt im Gemeinderat gesagt.

Doch so weit ist es noch nicht. Zunächst steht für den Gemeinderat die Auswahl der aus seiner Sicht besten Variante an. Diese waren in Gesprächen mit dem Arbeitskreis Verkehr und der Bauverwaltung des Rathauses entstanden. Es geht um Tunnellösungen mit 800 Metern Länge vom Gymnasium bis über die Oggenhofstraße hinaus im längsten Fall, mit 400 Metern durch das Unterdorf oder mit einem Straßendeckel von 80 Metern im Bereich des Bahnhofs.

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Bahn hat sich noch nicht geäußert

Die Varianten waren entstanden, weil auch das staatliche Bauamt nicht an dem Punkt weitermachen wollte, an dem es im Jahr 2007 aufgehört hatte. Damals war ein erster Vorentwurf zur Regierung von Schwaben, von dort zur obersten Baubehörde nach München und schließlich nach Berlin ins Ministerium geschickt worden. Zurück in der Augsburger Behörde mit allen nötigen Stempeln war der Entwurf erst im Jahr 2013 – ungewöhnlich spät, wie Scheckinger zugab. Üblicherweise dauere solch ein Vorgang rund ein Jahr.

Doch dann blieb der Plan wieder liegen. Zum einen sei das Projekt allein durch den Anstieg der Baukosten heute sicher teurer als die zuletzt veranschlagten 62 Millionen Euro, erinnerte Scheckinger. Zum anderen gelten seitdem neue Vorgaben für den Bau von Landstraßen. Und drittens hatte die Gemeinde Diedorf gebeten, in die Planungen einbezogen zu werden. Erster Wunsch dabei: ein Tunnel oder Deckel für das Unterdorf mit dem bestmöglichen Lärmschutz. Im Westen wird Oggenhof über eine Spange zum Anschluss Diedorf-Süd angebunden. Dort endet auch der neue Verlauf der Anhauser Straße. Geplant wird mit einer Breite von vier Gleisen im Bereich des Bahnhofs, auch wenn sich die Bahn noch nicht geäußert hat.

In jedem Fall würden für die Umfahrung im Unterdorf eine Handvoll Häuser geopfert werden müssen

Was noch fehlt, sind Berechnungen zum Lärmschutz. Und wie viel die einzelnen Varianten kosten, steht auch noch nicht fest. Das soll nun im nächsten Schritt geschehen. Was Stefan Scheckinger schon klar ist: „So ein 800 Meter langer Tunnel ist nicht billig.“ Bereits im Jahr 2013 hatte der Bund angemahnt, die Kosten für die Umfahrung möglichst gering zu halten. Mit der Kostenberechnung will das staatliche Bauamt wieder im Frühjahr 2019 in eine Gemeinderatssitzung kommen. Dann entscheidet der Rat, welche Variante als gemeinsamer Vorentwurf nach Berlin geschickt wird.

Was Stefan Scheckinger aber auch sagt: Um den Vergleich zu haben, wird zusätzlich die ursprüngliche Variante ohne Tunnel berechnet. Im schlechtesten Fall genehmigt das Verkehrsministerium in Berlin die unterirdische Straße nämlich nicht, sondern jene Variante, die die Mindestanforderungen an den Lärmschutz erfüllt – und günstig ist.

Der Fachmann erinnert auch an ein unangenehmes Thema: In jedem Fall würden für die Umfahrung im Unterdorf eine Handvoll Häuser geopfert werden müssen, nämlich die vorderste Reihe an der Bahnlinie in der Dammstraße. Je länger der Tunnel werde, desto mehr Häuser müssten fallen. Nach der gestrigen Sitzung habe ein Anwohner ihn schon gefragt, ob er sein Bad noch sanieren solle, so Scheckinger. Was zur Frage nach dem Zeitplan führt: Den einmal anvisierten Baubeginn in 2023 hält Bürgermeister Högg noch für realistisch. Doch Stefan Scheckinger bremst: Zu viele Unbekannte seien noch im Spiel.

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