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Umwelt: Flutlichtanlagen sind Energiefresser

Umwelt

Flutlichtanlagen sind Energiefresser

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    Mit einem Durchflussmengenmesser kontrolliert Energieberater Rainer Bäurle die Wassermenge, die tatsächlich aus dem Wasserhahn fließt.
    Mit einem Durchflussmengenmesser kontrolliert Energieberater Rainer Bäurle die Wassermenge, die tatsächlich aus dem Wasserhahn fließt.

    Diedorf-Anhausen In Zeiten knapper Kassen müssen die Sportvereine zusehen, dass die Vereinskasse nicht über Gebühr strapaziert wird. Vor allem die Unterhaltskosten für Vereinsheime sind in letzter Zeit extrem gestiegen. Sparen ist also angesagt, doch wo und wie soll gespart werden? Der SSV Anhausen hat die Gelegenheit beim Schopf gepackt und den kostenlosen Klima-Check, den der Bayerische Landessportverband (BLSV) allen Sportvereinen anbietet, von einem Energieberater durchführen lassen.

    Schon bei der Jahreshauptversammlung hatten Präsident Johann Karle und Schatzmeister Erich Polzer die steigenden Ausgaben für die vereinseigenen Anlagen bemängelt. Heizungs- und Stromkosten waren in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, nur mit höheren Mitgliedsbeiträgen wollte das Präsidium das Loch in der Vereinskasse nicht stopfen. Deshalb war nun der Energieberater Rainer Bäurle vom Fachbüro Dobler Consult im Auftrag des BLSV nach Anhausen gekommen, um zusammen mit SSV-Vize-Präsident Thomas Pfeilschifter das Vereinsheim, die Heizanlage und die gesamten Dusch- und Umkleideräume unter die Lupe zu nehmen.

    „Bei derzeit 16 Fußball-Mannschaften im Spielbetrieb wird viel warmes Wasser zum Duschen gebraucht, die Flutlichtanlage wird sowohl für den Trainings- als auch den regulären Spielbetrieb genutzt“, stellte Thomas Pfeilstifter fest. Bei den Duschen gebe es bei der Wassermenge wohl kaum Einsparmöglichkeiten, aber die Raumlüftung laufe über Strom und die Warmwasserbereitung über die Ölzentralheizung. „Bei Handwaschbecken und Toilettenspülungen kann durchaus die Wassermenge reguliert werden, auch textile Handtücher sind bei wenig genutzten Sanitäranlagen besser als Papiertücher“, sagte Rainer Bäurle. Eine Wassermenge von zehn Litern pro Minute müsse bei Duschen wegen der Gefahr von Legionellen einfach eingehalten werden, so der Energieberater; aber vielleicht rechne sich eine Solaranlage zur Warmwasseraufbereitung.

    An allen Ecken und Enden gibt es Einsparpotenzial

    Bäurles kritischer Blick fiel auch auf den Kühlschrank im Mannschaftsbereich, in dem Kühlkompressen – und hin und wieder auch ein Bier – gelagert werden. „Das scheint ein älteres Modell zu sein; die Kosten für den Mehrverbrauch an Strom amortisieren sich in wenigen Jahren, wenn man ein stromsparendes Modell anschafft“, meinte der Fachmann. Auch durch die Sanierung alter oder undichter Fenster könne viel Heizenergie eingespart werden. Und eine gut eingestellte und gewartete Zentralheizung wirke sich letztlich positiv auf den Geldbeutel aus, sagte Bäurle.

    Einsparpotential gebe es auch bei der Beleuchtung: nicht nur die Flutlichtanlage könnte mit so genannten Natriumdampf-Lampen oder gar die neuen LED-Lampen ausgerüstet werden. „Die Flutlichtanlage ist ein regelrechter Stromfresser“, rechnet Energieberater Bäurle vor. Auch die Umkleidekabinen und die Toilettenräume könnten zum Beispiel mit Bewegungsmeldern ausgerüstet werden, damit das Licht nicht die ganze Nacht hindurch angeschaltet bleibt.

    Aber auch Energiesparlampen seien schon ein guter Anfang. „Es macht halt nicht immer der Letzte das Licht aus“, sagt Pfeilschifter vielsagend. Man habe auch schon überlegt, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Vereinsheims zu installieren. Aber die Anlage müsste über Kredite finanziert werden, „und ob sich das am Ende rechnet, wissen wir nicht“, meint Thomas Pfeilschifter.

    Bei einem mehrstündigen Rundgang durch die SSV-Anlage hat Rainer Bäurle sehr genaue Wasserdurchlaufmessungen durchgeführt, hat tropfende Wasserhähne, und verkalkte Duschköpfe angemahnt. Das war Rainer Bäurles erster Eindruck vor Ort.

    Die Auswertung all seiner Ergebnisse wird der Energieberater in einem Bericht zusammenfassen und eine Prioritätenliste erstellen, worin er kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen zur Energieeinsparung vorschlägt.

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