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Vorführungen: Alt, aber in Schuss

Vorführungen

Alt, aber in Schuss

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    Der Senior unter den Bulldogfreunden, der 80-jährige Konrad Bolzmacher, gabelt die Getreidegarben auf der Dreschmaschine, wo Johannes Schombacher und Elmar Jung die Ähren gleichmäßig in die Maschine eingeben.
    Der Senior unter den Bulldogfreunden, der 80-jährige Konrad Bolzmacher, gabelt die Getreidegarben auf der Dreschmaschine, wo Johannes Schombacher und Elmar Jung die Ähren gleichmäßig in die Maschine eingeben. Foto: Fotos: Hermann Gumpp

    Ellgau Auf großes Interesse stießen die Ellgauer Bulldogfreunde mit ihrem 6. Bulldogtreffen mit Vorführung historischer Gerätschaften. Insgesamt fanden sich etwa 70 Oldtimer auf dem Festgelände der Familie Schädle ein und stellten sich in Reih und Glied auf. Gekennzeichnet mit den wichtigsten Daten wie Fabrikat, Typ, Besitzer, Baujahr und PS-Zahl wurden sie von den Besuchern begutachtet, bewundert und bestaunt.

    Hhistorische Arbeitsgeräte wie Pflüge, Bindemäher, Streifrechen, Sämaschinen, Flachsbrecher und sogar Schlitten, die die Bulldogfreunde im Laufe der Zeit vor der Zerstörung bewahrten, waren unter schattigen Apfelbäumen aufgereiht und gaben einen Einblick in frühere landwirtschaftliche Arbeitsweisen.

    Der älteste Traktor war ein 11er Deutz von Ulrich Schädle mit elf PS und dem Baujahr 1948. Das imposanteste Stück war wiederum der Lanz-Bulldog 8506 von Josef Saule aus Heißesheim, der mit seinem durchdringenden Motorengeräusch an eine Lokomotive erinnert. Das Gefährt stammt aus dem Jahr 1950 und verfügt über 35 PS.

    Eine Ausnahme in der Reihe der Traktoren, die alle aus der Region kamen, stellte ein Porsche Allgaier AP17, Baujahr 1954 dar, der aus Markdorf am Bodensee kam und mit seinen 20 PS eine zehnstündige Anreise hinter sich hatte. Ein erster Höhepunkt kündigte sich an, als die Verantwortlichen ihre Bulldogs für die Vorführung alter Gerätschaften starteten. So wurde mithilfe einer doppelten Riemenscheibe von einem 22 PS starken Kramer KL22, Baujahr 1956, sowohl eine Dreschmaschine als auch eine Strohpresse angetrieben.

    Ein gerade eben nachgebauter Transmissionswagen, der von einem Schlüter AS240 Baujahr 1957 mit 24 PS in Bewegung gesetzt wurde, diente zum Antrieb mehrerer Maschinen. Darunter befanden sich eine Windfege, die das gedroschene Korn von der Spreu trennte, eine Bruchmühle und eine Gsodschneidemaschine, mit der man Stroh und Heu zerkleinern und gleichzeitig vermischen konnte, um es anschließend an die Kühe zu verfüttern. Weitere Riemenscheiben bedienten einen Schleifstein, Kreissäge, Rübenmühle und eine Stiftendreschmaschine. Landwirtschaft wie anno dazumal

    Die Besucher verfolgten die Vorführung mit großem Interesse. Für manche verbanden sich damit Erinnerungen an frühere Zeiten, als viele fleißige Hände dazu helfen mussten, um die Ernte einzubringen und zu verarbeiten. Die jüngere Generation wird durch solche Aktionen erst mit den Arbeitsabläufen von damals vertraut gemacht – auch dies ist ein Ziel des Bulldogtreffens. Eine Besucherin sah im Bewahren und wieder Auflebenlassen dieser alten Arbeitsweisen gar eine Entschleunigung unserer hektischen Zeit.

    Bei der Ausfahrt ins Ellgauer Lechfeld und zurück durchs Dorf präsentierten sich die Oldtimer-Bulldogs den Besuchern am Wegesrand. Ziel war ein Stoppelfeld im „Oberen Holz“, das von den alten Traktoren umgepflügt werden durfte. Zurück auf dem Festgelände konnten sich die Beteiligten stärken und noch lange über ihre Gefährte fachsimpeln. Die Hauptorganisatoren Erwin Landherr, Ulrich Schädle und Martin Koch freuten sich über das Fest, bei dem sie spürten, dass die Bevölkerung trotz moderner Lebensweise auf die dörflichen Wurzeln stolz sein kann. (AL, lig)

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