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Diedorf

15.08.2020

Wie Diedorf eine erneute Trinkwasser-Chlorung verhindern kann

Lange Zeit mussten die Diedorfer ihr Trinkwasser abkochen.
Bild: Julian Leitenstorfer (Symbolbild)

Plus In Diedorf muss das Trinkwassernetz weiter saniert werden. Bald liefern auch die Stadtwerke Augsburg dorthin. Es gibt einen Erfolg.

Gute Nachrichten für die Bürgerinnen und Bürger von Diedorf: Ihr Trinkwasser muss auch weiterhin nicht gechlort werden. Grund dafür ist, dass die Sanierungsarbeiten an der Wasserversorgung der Gemeinde weiterhin gut vorankommen. Nur mit dieser Auflage konnte die Chlorung, die fast eineinhalb Jahre bestand, Anfang Februar 2020 aufgehoben werden, erinnert Bürgermeister Peter Högg. Das Gesundheitsamt des Landkreises hatte für die nächsten Sanierungsaufgaben ein halbes Jahr Zeit gegeben. Zwei wichtige Schritte konnten jetzt von der Aufgabenliste der Gesamtsanierung abgearbeitet werden.

Zum einen ist da die Druckerhöhungsanlage an der B300 auf Höhe der Steppacher Straße im Diedorfer Ortsteil Vogelsang. „Das Bauwerk steht“, so der Bürgermeister. Unter anderem musste dazu mittels Spülbohrung unter der B300 hindurch eine Leitung verlegt werden. Nun wird die entsprechende Technik für die Druckerhöhungsanlage eingebaut. Sie dient dazu, an diesem Übergabepunkt zur Wasserversorgung der Stadtwerke Augsburg (swa) Wasser von der großen Nachbarstadt abnehmen zu können. „Damit ist die Versorgung auch dann gesichert, wenn der Brunnen in Anhausen saniert wird“, so Högg.

Ab Herbst liefern die Stadtwerke Augsburg den Diedorfern Trinkwasser

Wie berichtet, besteht dort seit vielen Jahren ein Schaden, der jetzt repariert werden soll. Ab September soll die swa auch Diedorf mit Wasser versorgen. Für die swa sei es kein Problem, die Nachbargemeinde während der Sanierungszeit mit zu beliefern. „Die swa verfügen über genügend eigene Gewinnungsreserven, um die über Notverbünde an unser Netz angeschlossenen Wasserversorger in Notsituationen mit der Abgabe von Trinkwasser bei der Versorgung ihrer Kunden zu unterstützen“, versichert swa-Sprecher Jürgen Fergg.

Solche Notverbünde bestehen im westlichen und nördlichen Landkreis Augsburg übrigens nicht allein mit Diedorf. Auch die Stadtteile Täfertingen, Ottmarshausen und Hammel in Neusäß (Loderberggruppe) und die Stadt Gersthofen können über Notverbünde mit versorgt werden, so Jürgen Fergg. Mit Aystetten, wo ebenfalls gerade die Wasserversorgung saniert wird, bestehe zwar kein Notverbund. Man stehe aber in engem Kontakt mit der Gemeinde Aystetten, um auch dort im Notfall helfen zu können, beschreibt der swa-Sprecher.

Der Notverbund bringt in Neusäß aktuell eine „Hausaufgabe“ für die Hauseigentümer in den drei betroffenen Stadtteilen mit sich: Sie müssen kontrollieren, ob ihre Hausanschlüsse den aktuellen Anforderungen entsprechen. In den anderen Neusässer Stadtteilen, die sowieso von den Stadtwerken Augsburg mit Leitungswasser versorgt werden, ist das nicht nötig. „Im Versorgungsgebiet der Stadtwerke Augsburg werden die entsprechenden Teile der Kundenanlagen grundsätzlich im Zuge des Turnuswechsels der Zähler mitgeprüft“, sagt Fergg.

Diedorf braucht weiteren Brunnen

Zurück nach Diedorf: Dort reicht aber langfristig die Sanierung des Brunnens in Anhausen nicht aus, um das mit dem Gesundheitsamt abgesprochene Maßnahmenpaket abzuarbeiten. „Wir brauchen einen weiteren Brunnen“, so Bürgermeister Peter Högg. Jetzt ist man nach einem ersten Misserfolg bei einer ersten Bohrung bei Anhausen nun bei einer Probebohrung fündig geworden: In der Nähe des Dammbauwerks Lettenbach I im Wald zwischen Diedorf und Lettenbach scheint es ausreichend Trinkwasser von guter Qualität zu geben.

„Schon bei der Probebohrung flossen fünf Liter pro Sekunde. Wir gehen davon aus, dass ein Brunnen die benötigten zehn Liter pro Sekunde hier liefern könnte“, berichtet Högg. Erste Laborwerte zeigten zudem gute Werte bei den oft kritischen Inhaltsstoffen Mangan und Eisen.

Am Ende muss das Wasserwirtschaftsamt in Donauwörth zustimmen, dass dort ein Brunnen gebaut werden darf. „Aber die haben uns den Standort ja vorgeschlagen, deshalb gehe ich davon aus, dass das nicht das Problem sein wird“, sagt Högg.

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