Andreas Copp ist viel an der frischen Luft. Der leidenschaftliche Sondengänger ist dabei weniger auf den regulären Wegen unterwegs. Seine Spaziergänge führen querfeldein. Dabei verrät ihm sein Suchgerät, wo sich metallische Gegenstände im Boden verbergen. Dass er bei diesen „Schatzsuchen“ besonders erfolgreich war, zeigt eine Ausstellung im Eingangsbereich des Adelsrieder Rathauses, wo eine Auswahl seiner Funde präsentiert wird. Darunter finden sich 2000 Jahre alte Dinge wie ein römischer Denar und eine Gewandfibel, aber auch verschiedene mittelalterliche Heller und Kreuzer bis hin zur Pilgermedaille oder zum neuzeitlichen Markstück.
Manche Funde sind 2000 Jahre alt
Jeder Gegenstand, so Copp, erzähle eine spannende Geschichte, die ihm immer wieder zu denken gebe. „Wie beispielsweise kommen eine ägyptische Lochmünze zum Peterhof oder ein Schweizer Batzen aus dem Jahr 1826 an den Axtesberg“, fragt er. „Häufig ist der Weg des Geldes oder der Gegenstände natürlich nicht zu klären, aber im Gesamten zeichnen die Funde ein lebendiges Bild der Geschichte unserer Heimat“, so der Freizeitarchäologe. Sie zeugen von der römischen Besiedlung, den Hoch-Zeiten des Handels in Augsburg durch die Fugger oder auch von Kriegen. Ganz ungefährlich sei seine Leidenschaft nicht, berichtet er. Denn im Boden würde sich immer noch Munition befinden. Geschosse für kleine Kaliber klängen wie Münzen und störten ihn bei der Suche. Auch auf Flakgeschosshülsen sei er schon gestoßen.
Auch Schlüssel wurden mit der Sonde gefunden
Was abenteuerlich klingt, betont Copp, sei ein Langzeitprojekt. Denn der Ehrencodex der Sondengeher besage, dass man sämtlichen Müll, den man finde, auch zu entsorgen habe. So kämen pro Ausflug jeweils zwischen einem und fünf Kilogramm zusammen. Bisher habe er wohl rund 100 Kilogramm Schrott von den Äckern der Umgebung geholt, immer im Einvernehmen mit den Eigentümern. „Am häufigsten sind Bierdeckelfunde“, erklärt Copp mit einem Schmunzeln. Das sei aus kulturhistorischer Sicht natürlich auch nicht uninteressant. Für manchen Freund und Bekannten sei er jedoch als Sondengänger auch ein Helfer in der Not. So habe er bereits überwachsene Wäschespinnen, Schlüssel oder sogar verschollene Verlobungsringe wieder ans Tageslicht fördern können.
Die Ausstellung „Flüsternde Flure“ wurde durch das Regionalbudget der interkommunalen ländlichen Entwicklung gefördert. Mit kurzen Erläuterungen ist sie auf den Fluren des Rathauses zu sehen und kann im Rahmen der allgemeinen Öffnungszeiten besucht werden. (AZ)
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