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Blasmusik in Schwaben prägt Generationen und verbindet Familien

Oberschönenfeld

Klang der Erinnerungen: Wie Blasmusik in Schwaben Generationen verbindet

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    Nicht nur viele Informationen rund um die Blasmusik gab es für die Teilnehmerinnen im Museum Oberschönenfeld, sondern auch einen regen Austausch zum Thema Musik.
    Nicht nur viele Informationen rund um die Blasmusik gab es für die Teilnehmerinnen im Museum Oberschönenfeld, sondern auch einen regen Austausch zum Thema Musik. Foto: Karin Marz

    Eigene Erfahrungen und Meinungen austauschen und ein wenig aus dem Leben anderer erfahren, ist das Ziel des Erzählcafés im Museum Oberschönenfeld. Rund einmal im Monat bietet das Museum diese Veranstaltung an, um den Besuchern nicht nur eine Führung durch ausgewählte Ausstellungen zu bieten, sondern auch um bei Kaffee und Gebäck aus der Klosterbäckerei einen Austausch zu bieten. „Klang der Erinnerungen“ lautete das Thema der jüngsten Veranstaltung und daher drehte sich alles, passend zur aktuellen Sonderausstellung „Mehr als Umtata - Blasmusik in Schwaben“, um die Musik und welche Bedeutung sie im Leben hat.

    Vorausgegangen war der Erzählrunde eine Führung durch die Sonderausstellung, die anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Allgäu-Schwäbischen Musikbunds derzeit im Museum zu sehen ist und durch die Museumspädagogin Roswitha Stocker geführt wurde. Obwohl der Musikgeschmack der Besucherinnen sehr unterschiedlich ist und von klassischer Musik, Techno, Soul bis Blasmusik reicht, waren sich die Teilnehmerinnen einig, dass Musik viel mit Emotionen zu tun hat und daher stimmungs- und tagesabhängig ist. Während es in der Ausstellung viele Informationen zur Geschichte und dem Wandel der Blasmusik in Bayerisch-Schwaben für die Besucherinnen gab, waren es hingegen die persönlichen Geschichten und Erinnerungen, die das Erzählcafé für die Gäste interessant machten.

    Museum zeigt, wie vielfältig Blasmusik heute klingt

    Mehrere Teilnehmerinnen verbinden Blasmusik mit ihrer Kindheit, da ihre Großväter und Väter Blasmusik entweder selbst spielten oder gerne angehört hatten. Aber auch von positiven Erinnerungen an die Allgäuer Stubenmusik berichtete eine Teilnehmerin, mit der sie als Kind groß geworden ist. Während Blasmusik früher hauptsächlich nur im Festzelt, im Radio und Fernsehen oder bei Spielmannszügen zu hören war, ist diese Musikrichtung mittlerweile vielfältiger geworden. Eine Besucherin meinte daher: „Blasmusik ist breit gestreut, aber auch ein Stück Heimat. Das gefällt mir.“ Einige der Teilnehmerinnen erzählten, dass sie selbst ein Instrument erlernt und bereits in Orchestern gespielt haben. Ihr Wissen konnten sie daher an interaktiven Stationen im Museum testen und selbst Musik machen. Hierbei zeigte sich, wie unterschiedlich Blasmusik ist und wie verwurzelt sie seit einem Jahrhundert hier in der Gegend ist. Die Blasmusik in Schwaben entstand aus kirchlichen Einflüssen und den militärischen Entwicklungen im 19. Jahrhundert.

    Großen Einfluss auf die Musikentwicklung haben zudem andere Kulturen und Länder. Auch hierzu steuerten die Teilnehmerinnen Erinnerungen bei und waren fasziniert davon, dass die Musik ganz unterschiedliche Menschen verbinden kann, auch wenn sie sich überhaupt nicht kennen. In der Ausstellung erfuhren die Besucherinnen zudem von Roswitha Stocker, wie die böhmische Blasmusik aufgrund der Vertreibung der Sudetendeutschen hier in Schwaben die Blasmusik verändert hat. „Wenn man Musik macht, kann man Sorgen vergessen. Musik schließt einen wie eine Hülle ein und lässt Gemeinschaft entstehen. Statt zu streiten, sollte man lieber Musik machen“, meinte eine Besucherin begeistert.

    Dauerberieselung mit Musik stört Teilnehmer bei Gesprächsrunde

    Als negativ wurde in der Gesprächsrunde hingegen die Dauerberieselung mit Musik in vielen Geschäften oder im öffentlichen Raum bewertet. „Deswegen höre ich mittlerweile zu Hause weniger Musik als früher, weil ich Ruhe haben möchte“, erklärte eine Teilnehmerin. Im Vergleich zu früher ist Musik heutzutage sehr präsent und die Auswahl groß. Daher erinnerte sich eine Besucherin an ihre Jugend, während der neue Musikrichtungen besonders dann beliebt waren, wenn sie bei den Eltern unerwünscht war.

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