Unter Depressionen kann sich jeder etwas vorstellen. Aber nicht immer handelt es sich um eine behandlungsbedürftige Krankheit, und manchmal weiß bereits der Hausarzt Rat. Dr. Natalie Sonntag ist Fachärztin für Neurologie am Bezirkskrankenhaus (BKH) und wird am Montag um 19.30 Uhr in der Ärztlichen Vortragsreihe vor allem auf schwerere Krankheitsverläufe und geeignete Therapieoptionen eingehen.
Depressionen haben mit niedergedrückter Stimmung, mangelndem Antrieb und Interesse für die Dinge der Umgebung, mit schlechtem Schlaf, Appetitlosigkeit und teilweise auch mit Gedanken an Suizid zu tun. Damit man von einer Erkrankung spricht, müssen laut Sonntag mindestens zwei Haupt- und mehrere Nebensymptome gegeben sein und über längere Zeit anhalten. Manche Patienten suchen dann selbst ärztliche Hilfe, manche werden von Angehörigen oder Freunden ins BKH gebracht, andere vom niedergelassenen Arzt überwiesen, weil eine stationäre Behandlung ratsam erscheint.
Der Grund für Depressionen ist noch nicht vollständig geklärt
Wie es zu Depressionen kommt, ist noch nicht vollständig geklärt. Der Mangel an Botenstoffen im Gehirn spielt eine Rolle. Aber auch ein trauriges Ereignis kann sie akut auslösen. Bei einer leichten Depression genügt häufig Selbsthilfe wie eine Änderung des Lebensstils. Sonntag wird Empfehlungen geben, wo man entsprechende Anleitungen finden kann.
Eine Therapie im BKH sollte immer auf mehreren Säulen ruhen. Medikamente bilden eine davon; laut der Referentin sind sie aber nicht immer die erste Wahl. Die zweite Säule bildet nach ihren Worten die Psychotherapie. Dabei können unverarbeitete negative Erlebnisse der Vergangenheit zum Vorschein kommen. Als dritte Säule nennt Sonntag komplementäre Therapien wie Ergo-, Bewegungs-, Musik- oder Kunsttherapie.
Die Behandlung im BKH steht auf mehreren Säulen
Sie wird auch auf einzelne Therapieformen wie die repetitive transkranielle Magnetstimulation (mit günstiger Wirkung auf eine ausgeglichene Hirnaktivität), die Elektrokonvulsionstherapie (bei schweren Depressionen) oder die Behandlung mit dem Esketamin-Nasenspray eingehen. Außerdem wird sie über die Gefahr des Suizids sprechen, nach ihrer Beobachtung ein häufig schambesetztes Thema, das aber nicht verschwiegen werden sollte. Insgesamt will die Fachärztin Natalie Sonntag an diesem Abend im Bürgersaal in Stadtbergen einen Überblick über Formen und Therapiemöglichkeiten der depressiven Erkrankung geben. Der Abend richtet sich sowohl an möglicherweise Betroffene wie an An- und Zugehörige. Eintritt: 5 Euro.
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