Seit Dienstagabend können sich die Ellgauer Bürgerinnen und Bürger recht genau ausrechnen, was an Kosten für die Ertüchtigung der Kläranlage auf sie zukommen wird.
75 Prozent der Gesamtkosten – der derzeitige Investitionsbedarf wird auf rund 3,2 Millionen Euro beziffert – werden über Verbesserungsbeiträge auf die Bürgerschaft umgelegt. Geplant ist, die Beiträge in mehreren Raten zu erheben, die in den Jahren 2026 und 2027 – also parallel zum Bau der Kläranlage – fällig werden.
So können sich die Ellgauer ausrechen, was auf sie zukommt
Da in den Ellgauer Haushalten bereits die Aufmaßblätter der Geschossflächenerfassung vorliegen sollten, lässt sich dieser Teil der Kosten schnell und einfach selbst berechnen: Die beitragspflichtige Geschossfläche, die auf diesem Aufmaßblatt zu finden ist, wird mit dem Quadratmeterpreis von 13,14 Euro multipliziert. Das Ergebnis ist die Summe an Verbesserungsbeiträgen, die heuer und im kommenden Jahr fällig werden. Bei einem kleinen Haus mit einer beitragspflichtigen Geschossflächen von 100 Quadratmetern werden so 1.310 Euro an Verbesserungsbeiträgen fällig; bei einer beitragspflichtigen Geschossfläche von 500 Quadratmetern läge der einmalige Verbesserungsbeitrag bei 6.570 Euro.
Die Ellgauer Abwassergebühr steigt
Bei den übrigen 25 Prozent der Kosten geht die Gemeinde für die Bürgerschaft in Vorleistung. Dieser Teil wird langfristig auf die Abwassergebühr aufgeschlagen. Laut der derzeitigen Zahlenlage, die der Geschäftsstellenleiter und Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Nordendorf, Marco Schopper, dem Gemeinderat präsentierte, wird sich die Abwassergebühr um 62 Cent erhöhen. Derzeit liegt die Abwassergebühr bei 1,96 Euro. Durch die Entscheidung am Dienstagabend wird die Abwassergebühr nach Abschluss der Maßnahme um 62 Cent steigen, um die Ertüchtigung der Kläranlage zu refinanzieren.
Nicht nur die Ellgauer Kläranlage muss saniert werden
Von einer neuen Abwassergebühr von 2,58 Euro ist deswegen jedoch nicht auszugehen. Nachdem heuer turnusmäßig die Abwassergebühr neu kalkuliert werden muss, wobei die Kosten der vergangenen und der kommenden vier Jahre berücksichtigt werden, wird die neu kalkulierte Abwassergebühr per se steigen. Denn die Ertüchtigung der Kläranlage ist nicht das Einzige, was die Gemeinde im Bereich Abwasser investiert. Durch die Kanalsanierung, in die laut Schopper 470.000 Euro an Investitionskosten fließen werden, könnte es zu einem Gebührenaufschlag von 44 Cent kommen.
Doch was bedeutet das verabschiedete Finanzierungsmodell für die Gemeinde selbst? 2,4 Millionen Euro des Investitionsbedarfs für die Kläranlage wird die Gemeinde heuer und im kommenden Jahr von den Bürgern bekommen. Gut 800.000 Euro muss die Gemeinde vorstrecken, da die Refinanzierung über Gebühren erst über Jahre hinweg die Investitionskosten zurück aufs Gemeindekonto spült.
In Ellgau wird eine Informationsveranstaltung dazu angeboten
In der Finanzplanung angedacht war bisher eine Finanzierung zu 80 Prozent über Verbesserungsbeiträge und zu 20 Prozent über Abwassergebühren. Nun muss die Gemeinde gut 160.000 Euro mehr aus dem gemeindlichen Haushalt vorstrecken als ursprünglich vorgesehen. Darüber hinaus muss auch die Gemeinde für ihre eigenen Liegenschaften mit einer Geschossflächensumme von 7.200 Quadratmetern Verbesserungsbeiträge bezahlen.
Final fiel die Entscheidung für dieses Abrechnungsmodell mehrheitlich mit acht zu drei Stimmen. Die Erste Bürgermeisterin, Christine Gumpp, ihr Vize, Johannes Gollinger, und Gemeinderätin Sabine Rieger hatten für ein Abrechnungsmodell gestimmt, bei dem 80 Prozent über Einmalbeiträge umgelegt worden wären und 20 Prozent auf die Gebühren. Ute Lichti und Fabian Wenninger fehlten in der Sitzung entschuldigt.
Eine Informationsveranstaltung zum Thema wird es kommende Woche geben. Am Mittwoch, 21. Januar, findet diese um 19.30 Uhr im Gasthaus zum Floß statt.
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