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Ehemaliges Amtshaus in Markt bei Biberbach ist jetzt ein prämiertes Baudenkmal

Biberbach

Zu Füßen der Markter Burg liegt ein prämiertes Baudenkmal

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    Die erfolgreiche Sanierung des ehemaligen Amtshauses unterhalb der Markter Burg ist vom Landratsamt prämiert worden.
    Die erfolgreiche Sanierung des ehemaligen Amtshauses unterhalb der Markter Burg ist vom Landratsamt prämiert worden. Foto: Sven Rahm

    Der Landkreis Augsburg zeichnet vorbildliche Sanierungen aus. Zu den prämierten Gebäuden gehört nun auch ein auffälliges Gebäude in der Schlossstraße 4 in Markt. Wer von Meitingen über die Landstraße in den Biberbacher Ortsteil Markt kommt, erblickt zunächst die imposante Markter Burg. Direkt am Fuß der Burganlage befindet sich in der Schlossstraße Nummer 4 allerdings auch ein außergewöhnliches Haus, das über viele Jahre ein Schattendasein geführt hatte. Den Garten bestimmte noch vor einigen Jahren ein dichter Baum- und Sträucherbestand, der die Sicht auf das etwas zurückliegende ehemalige Amtshaus verhinderte.

    Die Geschichte des Markter Gebäudes reicht bis Anfang des 19. Jahrhunderts zurück

    Die Geschichte des Gebäudes reicht bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. Die Quellen sind nicht lückenlos, aber einiges ist bekannt und belegt. Johannes Fackler, der viel und sehr gewissenhaft für Biberbach erforscht hat, schrieb dazu im „Heimatfreund“ im Jahr 1958: „Auf dem Platz des einsamen Hauses mit der Nummer 62 stand ursprünglich das herrschaftliche Brunnenhaus.

    So sah die Kellertreppe des Amtshauses nach der Sanierung aus.
    So sah die Kellertreppe des Amtshauses nach der Sanierung aus. Foto: Sven Rahm

    Im Jahr 1806 erhielt der Stiftungsadministrator Hieronymus Mezger schenkungsweise von der Herrschaft den Platz. Dann erbaute er sich Haus und Stadel mit einem Kostenaufwand von 1000 Gulden. Mezger war zeitlebens von allen Abgaben befreit. Das Haus blieb wohl im Familienbesitz, denn des kommen noch zwei Alois Mezger vor.“

    In dem Haus in Markt stand auch schon eine Erzählbühne

    Heimatpflegerin Monica Kühnel ergänzt diese Angaben: Der Oberamtsaktuar Hieronimus Metzger (die Schreibweise des Namens hat sich mit den Jahren verändert) heiratete 1807 Veronica Zientner, die Tochter des Jägers in Markt. Seine Nachkommen sind der Maler Alois Metzger (1807 bis 1870) und dessen Sohn Alois Metzger (1851 bis 1921). Dann kaufte Wendelin Burghofer aus Klingsmoos das Haus. Es war also weder ein Amtshaus noch eine Schule, wie die Recherchen ergeben haben.

    Ein Blick in das frisch sanierte ehemalige Amtshaus unterhalb der Markter Burg.
    Ein Blick in das frisch sanierte ehemalige Amtshaus unterhalb der Markter Burg. Foto: Sven Rahm

    In den 1980er-Jahren war eine „Erzählbühne“ im Dachboden des Hauses beheimatet. Fritz Lebold-Nagel und seine Frau Evelyn hatten das Haus längere Zeit gemietet. Die passionierte Märchenerzählerin und der Panflötenspieler, der für seine Panflöten speziellen Bambus in seinem Garten anbaute, waren über die Region hinaus bekannt. Der zweigeschossige Walmdachbau befand sich Anfang der 2020er-Jahre in einem sehr sanierungsbedürftigen Zustand.

    Ab 2023 wurde das Haus generalsaniert

    Nach dem Erwerb des Gebäudes begannen die neuen Besitzer, die namentlich nicht genannt werden möchten, im Jahr 2023 mit der Generalsanierung des Objekts. So wurde dem in vielen hölzernen Gebäudeteilen feststellbaren Holzwurm mit einer Thermobehandlung zu Leibe gerückt, der Dachstuhl wurde restauriert. Die Bauleitung lag bei der Zimmerei Stark aus Auhausen.

    Feuchtigkeitsschäden wurden beseitigt. Die historischen Holzböden, Zimmertüren, Zargen und Treppen wurden so weit wie möglich aufgearbeitet und blieben so erhalten. Auf der Innenseite der Wände wurde ein Dämmputz aufgebracht, und die Fassade wurde erneuert. Als besondere Herausforderung stellte sich die Stabilisierung des Gebäudes heraus. Es war in den vergangenen Jahren deutlich sichtbar in südöstlicher Richtung abgesackt.

    Mit der Fertigstellung der Sanierung im Jahr 2025 fügt sich das ortsbildprägende Gebäude nun wieder harmonisch in seine Umgebung ein.

    Der Wettbewerb

    Der Landkreis Augsburg fördert die Baukultur durch einen alle vier Jahre stattfindenden Wettbewerb, der vorbildliche Sanierungen und Neubauten auszeichnet. Dabei werden außergewöhnliche und gleichzeitig zukunftsfähige und nachhaltige Projekte durch eine Fachjury sowie den Ausschuss für Bildung, Schule und Kultur begutachtet. Insgesamt 15 Bauvorhaben erhielten im vergangenen Jahr diese Anerkennung für ihre architektonische Qualität, für nachhaltiges Bauen und für ihren Beitrag zur regionalen Baukultur. Die Bauherren erhalten eine Urkunde, ein Preisgeld und eine Gebäudeplakette, die das ausgezeichnete Objekt kennzeichnen soll.

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