Im hellgrauen sommerlichen Anzug kommt Eisi Gulp, bekannt als kiffender Vater von Polizist Eberhofer, in die Gersthofer Stadthalle. Schaut sich um, schwingt sich auf einen Barhocker und meint: „Des passt scho.“ Mit teils frechen und frivolen, teils provokanten Sprüchen, seinem Charme und seiner Liebe zum Publikum zieht das Original schnell alle in seinen Bann.
Mit „Tagebuch eines Komikers – Teil eins“ brachte der Künstler auf recht humorvolle Weise seine persönlichen Lebensgeschichten und skurrile Kindheitserinnerungen mit Tiefgang auf die Bühne. Er rechnete mit dem gewaltbereiten Lehrer ab, der Angst und Schrecken verbreitete und eine NS-Vergangenheit hatte; mit der unbarmherzigen Religionslehrerin, die mit der Hölle drohte. Erinnerte an verordnete Toilettengänge – alle drei Stunden. Doch dann war da der unterhaltsame Biolehrer aus Wien, der den Jungs die Angst vor den Folgen der Selbstbefriedigung nehmen konnte. Denn würde Gott das nicht wollen, hätte er den Menschen kürzere Arme gegeben. „Was Sprüche angeht, sind die Wiener ohnehin unschlagbar“, sagte der Kabarettist in Gersthofen fröhlich. Und bewies überzeugend, wie gut er den Dialekt beherrscht. Sehr zur Freude des Publikums.
Warum ein Sohn von Eisi Gulp das Fenster der Tür vorzieht
Lustig wurde es bei Erzählungen aus der eigenen Familie. Etwa den Nebenwirkungen von Kaiserschnitten: Einer seiner Söhne verlasse das Haus nach wie vor „nur durchs Fenster“. Gulp erzählte, vor dem Auftritt in einem Bankhaus hatte er eine Blacklist mit Themen bekommen, die er meiden sollte. Natürlich hatte er sich bei der Veranstaltung dann nicht daran gehalten, im Gegenteil. Und währenddessen überlegt, warum die „Bank Ihres Vertrauens“ alle Kugelschreiber angekettet hat. Und über den Diebstahl so einer Kette nachgedacht.
Zwischendrin fegt der ausgebildete Tanzpantomime zu „Sex Machine“ von James Brown über die Bühne, tanzt Rock‘n‘ Roll. Wie er mit 70 seine Gliedmaßen verbiegt, sich dabei energiegeladen und voller Humor bewegt – dafür lieben ihn seine Fans. Das ist der Eisi Gulp, wie er leibt und lebt.
Das nächste Programm hat Eisi Gulp schon in der Tasche
Ja, der Werner Maximilian Eisenrieder, auf dessen Namen er längst nicht mehr hört, brachte es im Teil eins gerade mal bis zur Grundschulzeit. Da er noch so viel zu erzählen habe, müsse er nochmal in die Stadthalle kommen, so Eisi Gulp, sehr zur Freude des Publikums. Teil zwei ist bereits fertig und liefert mit „Sturm- und Drangzeit“ Einblicke in seine turbulente Jugend, seine wilde Pubertät und seinen Weg in die Kunst. Eventuell möchte Gulp noch Teil drei und vier machen, verriet er. Also dann, nichts wie hin!
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