Im Gemeinderat Bonstetten stand mal wieder die Dorfmitte auf der Tagesordnung. Gut eineinhalb Stunden wurde ausführlich über das neue Konzept zur neuen Ortsmitte diskutiert.
Bonstetten: So soll das Feuerwehrhaus aussehen
Wie Joel Harris und Miriam Franzel von Harris & Kurrle Architekten ausführten, bleibt die Gebäudegröße erhalten, das auf der rechten westlichen Seite die Feuerwehr und auf der linken östlichen Seite das Bürgerhaus vorsieht. Im Bereich der Feuerwehr hat sich die Fahrzeughalle an die linke Außenwand geschoben. Die ursprüngliche U-Form wurde jetzt als L-Form umgestaltet. Um mehr Platz zu generieren, wurde die Treppe im Erdgeschoss eingespart. Dafür gibt es drei direkte Zugänge in die Halle, in die Damen- und Herrenumkleide. Daran angegliedert sind die Toiletten. Neu ist die größer angelegte Schleuse, von wo aus man nach einem Einsatz direkt in die Umkleide als auch die Sanitäranlagen kommt. In Anordnung der Spinde ist man nach Rücksprache mit der Feuerwehr etwas sensibler vorgegangen. Hier wird die aktive Wehr mit der jungen Jugendfeuerwehr zusammengefasst. Die Umkleiden der Damen wurden mit 13 Aktiven und neun Jugendfeuerwehren, die Umkleiden der Herren mit 48 Aktiven und 15 Jugendfeuerwehren beziffert. Durch die neue Anordnung wurde auch an der Zahl der Spinde gewonnen, so die Expertin. Das Haupttreppenhaus ist mit der Halle verbunden. Im oberen Bereich befindet sich ein separater Atemschutzraum.
Im Untergeschoss hat sich die Organisation etwas verändert, sodass sich der Bereich der Technik erschließt. Eine Tür, die nur für die Feuerwehr zugänglich ist, ist ebenfalls neu in der Planung. Durch den Wegfall der Treppe wurde zusätzlicher Platz für ein eventuelles Lager gewonnen. Im Dachgeschoss wurde die Galerie erschlossen. Hier könnte ebenfalls eine Lagerfläche für die Feuerwehr entstehen. Der rückwärtige Bereich ist für das Lüftungsgerät vorgesehen.
Im Außenbereich wurden die beiden Bäume an der Ausfahrt der Feuerwehr kritisch gesehen. Hier wird geprüft, wie der Bereich so gestaltet werden kann, dass es den Ansprüchen der Feuerwehr als auch den Ansprüchen der Ortsmitte gerecht werden kann. Die Alarmstellplätze müssen angeglichen an die Positionierung der Bürgerstellplätze noch festgelegt werden.
Gemeinderat Bonstetten stimmt Vorentwurf zu
Der nächste Schritt wäre die Entwurfsplanung zur Leistungsphase drei, die in der November-Sitzung vorgestellt werden soll. Um transparent agieren und möglichst früh Informationen weitergeben zu können, ist auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Fördergeber gewünscht. Bis Ende des Jahres muss der Förderantrag spätestens fertig sein. Da keine Vergrößerung des Gebäudes vorgenommen wurde, ist keine relevante Kostensteigerung zu erwarten. Die Änderungen im Innenbereich würden sich auf die Kosten nicht auswirken, so Harris. Die Investitionssumme wird mit rund 14 Millionen Euro veranschlagt. Die Förderung wird auf sechs Millionen Euro geschätzt.
Die Freien Wählern forderten eine Gegenüberstellung der Energiekosten (Wärmepumpe oder Gasheizung). Bürgermeister Anton Gleich machte deutlich, dass in der Sitzung nach der Sommerpause die kommunale Wärmeplanung auf der Tagesordnung stehen wird. Wie Daniel Schmid in seinen Ausführungen erklärte, sei die Personalentwicklung der Feuerwehr in den kommenden Jahren nicht berücksichtigt worden. Auch mit den Maßen der Spinde sei er nicht einverstanden. „Es gibt keinen 90 Zentimeter Spind, wie in der Planung vorgegeben.“ Der Flur für die Laufwege muss laut Vorgabe mindestens 1,80 Meter betragen und nicht 1,20 Meter, wie vorgesehen. Um an die Geräte im Obergeschoss zu kommen, bräuchte man einen Gabelstapler und darüber hinaus dafür einen Führerschein, so Schmid. Die Alarmparkplätze werden mit 21 beziffert. „Aktuell sind nur 15 vorgesehen.“ Diese Parkplätze sollen als Schrägparkplätze angelegt werden, da sie einfacher zu befahren sind. Und was soll im Foyer (Café, Hofladen) überhaupt stattfinden? Hier habe man sich bislang noch keine Gedanken gemacht.
Auch wenn Petra Zinnert-Fassl (FW) sich immer noch an einem diagonalen Verlauf der Firsthöhe störte, stimmte die Mehrheit für eine gerade Dachform. Der vorgestellte Vorentwurf mit Hochbau und Außenanlagen mit einem Gesamtvolumen von 14 Millionen Euro wird angenommen und soll bis zur Leistungsphase drei weiterentwickelt werden. Eine mögliche Anpassung der Außenanlage durch die aktuell laufende Rahmenplanung könne sich noch ergeben. Diesem Beschluss wurde mit Mehrheit (neun zu vier Stimmen) zugestimmt.
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